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Die Fed belügt uns - "Im Ernstfall muss man Lügen"

23.10.2019  |  Chris Martenson
- Seite 3 -
Die letzte Zinserhöhung fand im Januar statt und die Fed ist nun dabei, die Zinsen wieder zu senken. Da sich der Leitzins bei mageren 2% befindet und wahrscheinlich noch tiefer ausfallen wird, besitzt die Fed praktisch keinerlei Raum:

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"Im Ernstfall muss man lügen."

Das obige Zitat stammt von Claude Junker der EU-Technokratie, als er (2014) erklärte, warum er glaube, Lügen seien notwendig in finanziellen Notfällen.

Kommen wir zurück zur letzten Woche. Als Jerome Powell zu erklären versuchte, warum die Fed plötzlich zurück im Geschäft sei, 60 Milliarden Dollar im Monat (aus dem Nichts) zu drucken, um mehr US-Staatsanleihen zu kaufen, so schien es eher, als hätte er sich an Junker orientiert.

Lügt er nun, weil es "der Ernstfall" ist?

"Ich möchte betonen, dass das Wachstum unserer Bilanz für Reservezwecke in keinster Weise mit dem Program zum Ankauf von Wertpapieren verwechselt werden sollte, das wir nach Finanzkrisen anwenden", erklärte er. "Weder die kürzlichen technischen Probleme noch die Käufe der Staatsanleihen, die wir in Betracht ziehen zu lösen, sollten die Haltung der Geldpolitik in irgendeiner Weise beeinflussen."

"In keinster Weise ist dies QE", so Powell in einer moderierten Diskussion nach seiner Rede.


(Quelle: Bloomberg)

Keine QE?

Nun, was ist mit der Tatsache, dass die Fed 60 Milliarden Dollar neuen Geldes jeden Monat erschafft und diese ins Bankensystem fließen lässt?

Und was ist mit der Tatsache, dass diese neue Geldmenge die finanziellen Umstände lockert und die Fed-Bilanz erneut wachsen lässt?

Meinen Sie, dass dies - mit Ausnahme dieser Ähnlichkeiten - definitiv kein QE ist, Jerome?

Selbst die Wall Street stimmt mir zu:

"Ich denke, dass es vernachlässigbar ist, wie der Fed-Vorsitzende es nennt", so Yousef Abbasi, Marktstratege bei INTL FCStone, an MarketWatch. "Aus der Diskussion ist zu schließen, dass dies exakt das ist, was einst als QE bezeichnet wurde. Sie würden Wertpapiere kaufen und Liquidität erhöhen und das ist Lockerung. Wie auch immer man es bezeichnen möchte, es unterstützt letztlich die Aktien", meinte er.

Mike O'Rourke, führender Marktstratege bei Jones Trading, meinte in einem Interview, dass die Bilanzerweiterung vielleicht anders sein könne, da es den Kauf kurzfristiger Regierungsschulden umfasst, anstatt langfristiger Schulden. Doch dass die Wirkung sei, es den Privatbanken zu erlauben, größere Bilanzen aufrechtzuerhalten und mehr Risiken auf sich zu nehmen. "Das ist QE sehr ähnlich," sagte er.


(Quelle: MarketWatch)

Ja, das ist "QE sehr ähnlich." Unmerklich.

Weiterhin ist zu beachten, dass die Entscheidung, das QE-Programm plötzlich erneut zu starten, in der Mitte des Zyklus getroffen wurde, also zwischen den Treffen des FOMC. Das ist ein guter Indikator dafür, dass die Dinge "ernst" sind, da die Fed typischerweise nicht so erscheint, als habe man sie auf dem falschen Fuß erwischt.

Aus meiner Perspektive gibt es etwas Großes und Besorgniserregendes in der Wirtschaft. Die Fed schiebt im Geheimen Panik und lügt uns an.



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