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Goldpreis steigt auf 6-Jahreshoch - starker Start in das neue Jahr!

06.01.2020  |  Markus Blaschzok
Die Hoffnung, das neue Jahr ruhig mit Frieden und Wachstum zu beginnen, wurden zerschlagen und es hat sich seit Weihnachten, über nicht einmal 5 Handelstage, viel verändert. Der Goldpreis eröffnete heute Nacht bei 1.589 $ (1.415 €) mit einem Sprung von 2% zum Freitagsschlusskurs, nachdem sich die Ereignisse im Irankonflikt am Wochenende überschlugen und die Angst vor einem dritten Weltkrieg die Finanzmärkte in Aufruhr versetzen. In diesen fünf Handelstagen ist der Goldpreis um über 100 $ (+6,7%) angestiegen.

Die USA hatten in der Nacht von 2. auf 3. Januar den iranischen Top-General Kassem Soleimani, der sich wegen einer Beerdigung im Irak befand, mittels eines Luftschlags gezielt getötet. Teheran droht seither mit Vergeltung und am Wochenende wurden innerhalb des Irak Truppen mobilisiert. Zuvor gab es bereits mehrere Raketenangriffe auf das Gebiet der US-Botschaft in Bagdad sowie eines irakischen Stützpunkts, auf dem US-Soldaten stationiert sind, wobei die Aggressoren bisher unbekannt sind. Der Iran hat Vergeltung für die Ermordung ihres Generals angekündigt.

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Wegen der neuen Irankrise sprang der Goldpreis auf ein neues 6-Jahreshoch


Die irakische Regierung hat am Wochenende per Parlamentsbeschluss überraschend einen Abzug aller ausländischen Truppen gefordert und man will den Luftraum für ausländische Kräfte sperren, da man keine Austragung eines Krieges zwischen dem Iran und den USA auf irakischen Boden wolle. Trotz unterschiedlichster Gruppen sind sich die Iraker in diesem Punkt, dass man die Amerikaner nicht mehr im Land haben will, einig. Trump wiegelt unterdessen ab und weigert sich mit der Forderung einer finanziellen Kompensation für den Abzug, da Kosten für dort gebaute Infrastruktur und Luftwaffenstützpunkte entstanden seien, während er unterdessen gleichzeitig neue Truppen in den Irak verlegte.

Die Forderung Trumps ist absurd, da der Krieg gegen den Irak und dessen Besetzung ein völkerrechtswidriger Angriff war, wobei offenkundig ist, dass die damalige US-Regierung von der Brutkastenlüge bis zu den vermeintlichen Massenvernichtungswaffen nur gelogen hatte, um einen Krieg zu rechtfertigen, wobei sich die Vorwürfe gegen den damaligen Staatschef Saddam Hussein als falsch herausstellten und nie Massenvernichtungswaffen gefunden wurden.

Wenn, dann müssten die USA Reparationen für die Folgen des Krieges zahlen und Wiedergutmachung leisten, doch wie immer, schreiben die Sieger die Geschichte und die Kriegslügen bleiben bestehen oder werden noch ausgeweitet, da der Gegner am Boden liegt oder vernichtet ist.

Obwohl Trump in der Vergangenheit immer wieder darauf hinwies, dass er keinen Krieg mit dem Iran und auch keinen Regimewechsel wolle, zeigt er sich im Iran-Israel Konflikt den Neocons und Netanjahu hörig, wie der ehemalige libertäre Kongressabgeordnete und Ex-Präsidentschaftskandidat Ron Paul am Wochenende die Ereignisse kommentierte.

Einen fremden General, aus einem Land mit dem man nicht im Krieg steht, ohne dem Einverständnis des Iraks, ohne Erlaubnis des US-Kongresses, zu bombardieren gleiche Gangstermethoden und sei verrückt. Immerhin ist Trump der erste Präsident seit langer Zeit, der noch keinen Krieg während seiner Amtszeit führte, womit er dieses Wahlversprechen, zumindest bis dato, erfüllte. Unter einer demokratisch/sozialistischen Präsidentin Hillary Clinton, wären die USA womöglich längst in einen bewaffneten Konflikt mit dem Iran getreten.

Der Konjunkturzyklus wurde künstlich verlängert und die offene Rezession steht nach dem längsten Konjunkturaufschwung in der US-Geschichte unmittelbar bevor. Nur aufgrund geschickter Manipulation staatlicher Statistiken, sowie den neuen QE-Programmen in Europa und den USA, trat die Rezession bis dato nicht offen zutage. Der Handelskrieg mit China hat der Weltkonjunktur schon geschadet und diese neue Unsicherheit aufgrund der erneuten Kriegssorgen der Investoren verschlimmern die Lage.

Die Notenbanken drucken bereits jetzt Geld und die Regierungen verschulden sich zu Niedrig- und Nullzinsen immer weiter. Sollte der Konflikt eskalieren, würde dies eine erneute und noch stärkere Explosion der Staatsschulden, neue Gelddruckprogramme, Rezession und Währungsabwertung bedeuten, worauf letztlich alle Edelmetalle mit steigenden Preisen reagieren werden.


Goldrallye oder Doppeltop?

Am Weihnachtsvorabend sprangen der Gold- und der Silberpreis bereits aus ihren Abwärtstrends, worauf wir vor unserem Urlaub in einem letzten Update vor Weihnachten noch hinwiesen. In der Weihnachtszeit bis zur zweiten Neujahrswoche befinden sich traditionell die meisten kommerziellen Short-Trader (Minen) und professionellen Spekulanten im Urlaub, weshalb nur die Käufer übrig bleiben und deshalb der Goldpreis in dieser Zeit in oft zur Stärke neigt, wobei diese Anstiege in den letzten zwei Jahrzehnten nur in 75% der Fälle nachhaltig waren und in etwa einem Viertel der Fälle nach den Feiertagen wieder in sich zusammen fielen.

Die Kursbewegungen während der Weihnachtsfeiertage, die eher umsatzschwach sind, sind aufgrund des Fernbleibens der Shortseller nicht so aussagekräftig für die weitere Preisentwicklung. Der Ausbruch aus einer potenziellen charttechnischen Bullenflagge war schon für sich ein Kaufgrund bzw. das ultimative Signal zur Eindeckung aller Shortpositionen. In diese Zeit fiel jetzt zusätzlich der neuerliche Schwarze Schwan des neuerlichen Iran-USA Konflikts, der den Goldpreis explosionsartig binnen fünf Handelstagen um über 100 $ nach oben trieb.


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