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Die Genialität von JPMorgan

21.01.2020  |  Theodore Butler
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Schlussendlich scheint die Wahrscheinlichkeit einer regulatorischen Intervention durch das US-Justizministerium oder die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zu schrumpfen, was ebenfalls die Macht von JPMorgan bestätigt. Beide Aufsichtsorgane scheinen extrem darauf bedacht, jedes Problem außer Spoofing zu vermeiden, was eine Marktlösung zur einzig möglichen Lösung macht.

Nachdem die CFTC 35 Jahre lang verkündete, dass keine Preismanipulation auf dem Silbermarkt existiere, kann sie nun unmöglich versichern, dass JPMorgan nichts Gutes im Sinn hatte, als sie der größte Papier-Leerverkäufer und physische Käufer war. Gleiches gilt für das US-Finanzministerium, das niemals etwas tun würde, was die größte und systematisch wichtigste Bank der Nation untergraben könnte. Seien wir ehrlich, JPMorgan hält alle "Du kommst aus dem Gefängnis frei"-Karten, die es braucht, um in Ruhe gelassen zu werden.

Die Kombination aus JPMorgans idealer Positionierung für einen historischen Anstieg des Goldpreises sowie des Silberpreises und die denkbar schlechteste Positionierung der anderen großen Leerverkäufer ist keine erfundene Geschichte, sondern ein Fakt. Es basiert auf öffentlichen Daten, die von der CFTC veröffentlicht wurden. Dies schafft optimale Voraussetzungen für einen dramatischen Preisanstieg in Gold und Silber. Sollte Bridgewater Associates damit richtig liegen, dass der Goldpreis auf 2.000 Dollar je Unze steigt, wäre der zusätzliche Schaden für die großen Leerverkäufer fast unermesslich.

Das heißt nicht, dass die großen Leerverkäufer an der COMEX einfach kampflos aufgeben sollten. Die Preisschwäche am Montag und Dienstag ist ein klarer Beweis dafür. Für jeden, der genau hinsah, wies die Preisschwäche alle Merkmale auf, dass sie von den großen Leerverkäufern absichtlich kreiert wurde, ausgehend von dem Zeitpunkt des Ausverkaufs (der auftrat, als Handelsvolumen und Liquidität auf ihrem Tiefpunkt waren).

Doch die alten Preismanipulationsspiele scheinen viel von ihrer Effektivität verloren zu haben, wenn man von der begrenzten Menge der Managed-Money-Verkäufe ausgeht, zu der dies in den vergangenen Monaten führte. Ich könnte mir immer noch vorstellen, dass bei den neuen Long-Positionen, die ab Ende Dezember auf den Markt kamen, die Gefahr eines Verkaufs durch die absichtliche Abwärtsmanipulation der Preise besteht. Doch selbst davon bin ich nicht ganz überzeugt.

Alles, was wir tun können, ist die Preisbewegungen und zukünftigen COT-Berichte zu beobachten, um festzustellen, was es sein wird. Und zwar, ob die großen Leerverkäufer es schaffen, nicht nur die Preise nach unten zu manipulieren, sondern auch ausreichend Managed-Money-Trader zum Verkauf zu verleiten oder ob sie es nicht schaffen. Es ist ebenfalls wichtig, die Schlüsselrolle zu erkennen, die JPMorgan bei der Bestimmung des Ergebnisses spielt.

Was den COT-Bericht am Freitag angeht, werde ich wieder einmal Prognosen unterlassen und konzentriere mich stattdessen darauf, was der Bericht verraten könnte. Die Berichtswoche, die gestern endete, umfasste eine der turbulentesten Handelswochen seit Menschengedenken. Sie fing mit der Preisexplosion letzten Mittwochabend aufgrund des iranischen Raketenangriffs an, worauf einigermaßen beständige Verkäufe bis zum gestrigen Schluss folgten.

Das Handelsvolumen war hoch, doch das gesamte Open Interest stieg nur um 11.000 Kontrakte am Goldterminmarkt an und war gleichbleibend am Silberterminmarkt. Ich bin mir nicht sicher, welchen Einfluss Spreads in Gold gehabt haben könnten. Worauf ich achten (und hoffen) werde, ist, ob die großen kommerziellen Leerverkäufer weiterhin Short-Positionen schlossen, wie es im vorherigen COT-Bericht ersichtlich war.

Was die offenen Verluste der sieben großen Leerverkäufer in Gold und Silber an der COMEX angeht, so brachte die Preisschwäche am Montag und Dienstag etwas Erleichterung. Doch die heutige Rally milderte einen Großteil der Verbesserung der großen Leerverkäufer. Zur Zeit der Veröffentlichung war der Goldpreis immer noch um rund 4 Dollar unter dem Schlusskurs von Freitag und der Silberpreis war um 5 Cent oder so niedriger.

Dies könnte andeuten, dass die großen Leerverkäufer ihre offenen und unrealisierten Verluste von Freitag um rund 150 Millionen Dollar auf rund 4,9 Milliarden Dollar reduzierten; immer noch eine Milliarde Dollar mehr als der rekordhohe Mark-to-Market-Verlust vom Jahresende in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar. Es kann nicht sein, dass die besten Finanzleute der involvierten Institutionen das nicht täglich oder in noch kürzeren Intervallen beobachten.

An diesem Punkt ist es schwer vorstellbar, dass sich die Finanzvorstände und Risikoanalysten der Organisationen, die die größten Short-Positionen in Gold und Silber an der COMEX halten, der Auswirkungen auf die finanzielle Anzeigetafel, auf die ich mich beziehe, nicht bewusst sind. Doch was wegen der offenen Verluste zu tun sei, ist kein Leichtes.

Ich bin sicher, dass sich nun alle der misslichen Lage bewusst sind, in der sie sich befinden und dass ein schnelles und aggressives Schließen der Short-Positionen zu einem Preisanstieg führen würde, der die Verluste bloß vergrößert. Doch eine Verzögerung und ein Widerstand des Rückkaufs der Short-Positionen könnte letztendlich nur die Verluste verzögern und erhöhen.

Mir tun die Finanzorganisationen, die große Short-Positionen einnehmen, kein bisschen leid, da ihre missliche Lage fast biblischen Ausmaßes zu sein scheint. Nachdem sie jahrzehntelang Manipulation gesät haben, werden sie gewiss eine bittere Ernte ernten. Alle, außer den kriminellen Genies von JPMorgan, selbstverständlich.


© Theodore Butler
www.butlerresearch.com



(Diese Abhandlung wurde vom Silberanalysten Theodore Butler, einem unabhängigen Berater, verfasst. Investment Rarities teilt seine Ansichten nicht notwendigerweise, diese können sich als richtig oder falsch herausstellen.)
Der exklusiv für GoldSeiten.de übersetzte Artikel wurde am 16.01.2020 auf der Webseite www.silverseek.com veröffentlicht.



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