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Die schwindende Anonymität

30.01.2020  |  John Paul Koning
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Die große Frage: Sollten wir anonyme Transaktionen einschränken?

Was sollten wir als Bürger und interessierte Personen dann über all diese Entwicklungen denken?

Die beste Möglichkeit, diese Frage zu beantworten, ist die Durchführung einer Kosten-Nutzen-Analyse. In einer Studie von 2013 mit Namen Economic and Legal Effectivness of Anti-Money Laundering and Combating Terrorist Financing Policy (oder Projekt ECOLEF) tat eine Gruppe EU finanzierter Wissenschaftler, angeführt durch Brigitte Unger, genau das.

Ungers Team generierte die folgende Kosten- und Nutzentabelle der Anti-Geldwäsche-Gesetze. Dann taten sie ihr Bestes, jeden Eintrag zu bemessen. Ihr Endziel war es, festzustellen, ob der finanzielle Wert allen Nutzens der EU-weiten Anti-Geldwäsche-Gesetze die möglichen Kosten überwog.

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Was sie herausgefunden haben? Die ECOLEF-Studie war uneindeutig. Die Autoren erklärten, dass Daten gefehlt haben, um die Kalkulation zu vervollständigen.

Beispielsweise stammt eine der größten Lücken der Kostenseite der Analyse vom Messen des Finanzwertes verlorener Privatsphäre. Privatsphäre ist aus verschiedenen Gründen wichtig für Mitglieder der zivilen Gesellschaft. Sie erlaubt es uns, unsere persönlichen Daten von denjenigen zu schützen, die diese dazu verwenden würden, uns anzugreifen, wie Betrüger. Alternativ erlaubt sie es uns, uns vor Störenfrieden wie Vermarktern zu schützen.

Wir mögen bestimmte Gewohnheiten haben, die legal sind, doch nicht akzeptiert und wir möchten nicht, dass unsere Angehörigen das herausfinden. Jede Reduzierung der Privatsphäre kommt demnach zu einem Preis. Doch wie groß ist dieser? Dominiert er die Kostenliste vollständig oder ist es nur ein kleiner Preis?

Unger und ihr Team schlussfolgerten, dass die Gesamtkosten aller 27 EU-Mitgliedsstaaten insgesamt 2 Milliarden Euro ausmachen, eine "unermessliche Reduzierung der Privatsphäre", und verschiedene Ineffizienzen & Ärgernisse, die der Notwendigkeit entspringen so viele Informationen zu sammeln. Auf der Nutzenseite konnten Unger und ihr Team jedoch den größten, angeblichen Nutzen, die Reduzierung der Geldwäsche, noch nicht einmal messen!

Um diese große Datenlücke zu erklären, zitierte das Team die Geldwäsche-Expertin Jacqueline Harvey. In einem Bericht von 2004 schreibt Harvey, dass Regulierungsbehörden zwar die Existenz einer "invertierten Beziehung zwischen dem Ausmaß der Regulierung und der Menge an Geldwäscherei" annehmen, diese Theorie jedoch "weder empirisch auf größerer Basis getestet wurde, noch Informationen darüber gesammelt wurden, dass Veränderung des Geldwäsche-Verhaltens von Veränderungen der regulatorischen Bedingungen resultierten."

In anderen Worten: Wir haben eine Theorie darüber, warum Anti-Geldwäsche-Gesetze funktionieren, doch keine echten Beweise.


Zusammenfassung:

Lassen Sie uns zur Entscheidung der deutschen Regierung zurückkehren, die Grenze für anonyme Goldkäufe auf 2.000 Euro festzulegen. Auf den ersten Blick mag das wie eine gute politische Maßnahme wirken. Denn letztlich erschwert es Terroristen und Geldwäschern, ihre Betrugsmaschen durchzuführen. Doch wie die ECOLEF-Studie von Unger zeigt, wird die Rhetorik der Anti-Geldwäsche-Gesetze nicht notwendigerweise von den Daten bestätigt.

Vielleicht ist die Bargeldgrenze von 2.000 Euro in Deutschland eine gute Sache. Vielleicht ist es das nicht. Es ist tatsächlich nur ein Schuss ins Blaue. Um uns ihre Anonymität reduzierenden Regulierungen zu verkaufen, müssen Gesetzesgeber anfangen, bessere Bemühungen anzustellen, ihre Behauptungen zu unterstützen. Sie sollten nicht nur eine bessere Arbeit dabei leisten, die Vorteile der Anti-Geldwäsche-Bemühungen zu beziffern, sondern müssen auch das Ausmaß der verlorenen Anonymität messen.


© JP Koning
BullionStar



Der Artikel wurde am 17. Januar 2020 auf www.bullionstar.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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