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Davos/Trump - IT/Apple - Gute Daten aus Europa!

22.01.2020  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,1084 (06:52 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1078 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 110,04. In der Folge notiert EUR-JPY bei 121,97. EUR-CHF oszilliert bei 1,0747.

Donald Trumps Eröffnungsrede in Davos sorgt derzeit für viele Schlagzeilen. Der Eindruck, dass er von seinen Themen überzeugt ist, war augenfällig. Für seine Verhältnisse waren die Repliken gegen Andersdenkende (u.a. Klima) mild.

Fraglos war es auch eher eine Vorwahlkampfrede, die Richtung USA zielte, als dass es eine Rede war, die das Publikum vor Ort oder das Weltpublikum ex USA adressierte. Inhaltlich lässt sich extrahieren, dass das zweite Handelsabkommen mit China angestrebt wird und man in den USA ob dieser Angelegenheit guter Dinge ist.

Herr Trump freut sich auch auf das Treffen mit Frau von der Leyen. Dabei hat er in seiner "konzilianten" Art deutlich gemacht, was er von der EU erwartet.

Präsident Trump wiederholte die Drohung, Importzölle auf Autos aus Europa zu verhängen. O-Ton: "Sie wissen, dass ich Zölle verhängen kann, wenn sie keinen Deal machen, der ein fairer Deal ist." Nur was ist ein fairer Deal aus Sicht der USA?

Gleichzeitig verlautete gestern aus den USA, dass der offizielle Bericht, der begründet, warum Importautos die nationale Sicherheit der USA gefährdeten, nicht veröffentlicht wird. Damit entzieht man den Autoexporteuren und den politischen Verantwortlichen der EU die Möglichkeit, Maßnahmen zu treffen, die angeblichen Sicherheitsrisiken zu entschärfen.

Wer will, kann an diesem Verhalten der USA erkennen, dass es nicht um die nationale Sicherheit der USA geht, sondern um ein Thema, Druck zu erhalten und aufzubauen. Der Begriff "Druck" könnte auch schärfer ausfallen. Wollen die USA nicht Fracking-Gas liefern, um uns vor Erpressung zu schützen? "Food for thought!"


Exkurs: Risiken bei US-IT

Die Diskussion über IT-Sicherheit hat in den letzten Monaten die Gazetten bestimmt. Das ist auch richtig so, denn nur wer seine Daten kontrollieren kann, darf den Anspruch erheben die Interessen der eigenen Bürger und Unternehmen ernst zu nehmen. Auch Souveränität eines Landes hat mit Datensicherheit zu tun.

Soll man sich auf die USA verlassen? Darf Huawei eine Rolle im 5G-Sektor spielen? Während es bei der Frage um Huawei um unterstellte Risiken ohne bisherige Evidenz geht bei einem drastisch höheren Offenlegungsstandard der Technologie als bei US-Anbietern (u.a. Quellcodes), wissen wir, dass bei den US-Anbietern den US-Geheimdiensten und US-Behörden Tor und Tür offen steht (u.a. Snowden).

Dazu gab es jetzt neue Informationen bezüglich der US-Firma Apple. Gemäß Angaben von sechs Insidern (Reuters-Artikel vom 22. Januar) hat das US-Unternehmen unter Druck der US-Regierung auf eine geplante sichere Verschlüsselung der Sicherungskopien der Handy-Nutzer in seiner Cloud verzichtet. Zuvor hatte das FBI beklagt, dass diese Verschlüsselung ihre Ermittlungen erschweren würde, denn dann hätten nur die Nutzer die Daten wieder lesbar machen können. Diese Entscheidung wurde vor mehr als zwei Jahren getroffen.

Wie lange erlauben es sich unsere europäischen politischen Eliten, unsere ureigenen Interessen in Deutschland und Europa zu ignorieren? Überall werden im Sinne des Verbraucherschutzes die Regeln verschärft. Hier ist Schutzbedürfnis für Bürger, Unternehmen und den die staatlichen Institutionen elementar, um in der Zukunft unabhängig und wirtschaftlich erfolgreich zu sein!

"Pokert" Trump mit seiner aggressiven Politik vielleicht auch deswegen, weil er das Blatt Dritter kennt? Würden die USA für sich einen derartigen Status der "offenen Karten" akzeptieren?

An dieser Stelle wird einmal mehr deutlich, dass der europäische IT-Airbus eine Frage der nationalen europäischen Sicherheit und der Selbstbestimmung ist.


Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Sehr positiv mit Abstrich für Paris (Revision)

Der deutsche ZEW-Sentiment-Index setzte mit einem unerwarteten Anstieg per Berichtsmonat Januar von zuvor 10,7 auf 26,7 Punkte einen nachhaltigen positiven Akzent (Prognose 15,0). Damit erreichte der Index das höchste Niveau seit Juli 2015. Der ZEW Lageindex nahm per Januar von zuvor -19,9 auf -9,5 Zähler zu (Prognose -13,5). Hier wurde der höchste Wert seit Juli 2019 erreicht. Der ZEW-Index für die Erwartungshaltung der Eurozone stieg per Januar von 11,2 auf 25,6 Punkte. Hier wurde der höchste Wert seit Februar 2018 markiert.

Der Index des Verbrauchervertrauens Belgiens legte per Berichtsmonat Januar von zuvor -8 auf -6 Punkte zu

Der Index des französischen Geschäftsklimas verzeichnete per Berichtsmonat Januar einen Anstieg von 98 (zuvor 102) auf 100 Punkte.


Südkorea: Positive Überraschung

Das BIP Südkoreas legte per 4. Quartal 2019 im Quartalsvergleich um 1,2% (Prognose 0,8%) nach zuvor 0,4% zu. Im Jahresvergleich ergab sich ein Anstieg um 2,2% (Prognose 1,9%) nach zuvor 2,0%.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem US-Dollar favorisiert. Ein Durchbrechen der Unterstützungszone bei 1.0950 - 1.0980 negiert den positiven Bias des EUR.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Solvecon Invest GmbH



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