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Fed hält Zins unverändert, bleibt auf inflationärem Kurs

30.01.2020  |  Prof. Dr. Thorsten Polleit
Auf der Sitzung am 29. Januar 2020 hat der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Zentralbank (Fed) den Leitzins - wie erwartet worden war - unverändert gehalten. Er liegt nach wie vor bei 1,50 bis 1,75 Prozent.

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Wichtig: In der Pressekonferenz hat Fed-Chairman Jerome H. Powell signalisiert, man sei nicht damit zufrieden, dass die Inflation (der Konsumgüterpreise) unter der 2-Prozentmarke verharre, ... man wolle vielmehr eine höhere Inflation (von 2 Prozent) sehen. Mit dieser Aussage ist aus unserer Sicht eine wichtige Botschaft verbunden:

Der geldpolitische Kurs der Fed ist nach wie vor auf Lockerung getrimmt.Zumal auch zu erwarten ist, dass die Fed künftig eine "etwas höhere Inflation" zulassen wird, wenn die Inflation der Vergangenheit "etwas zu niedrig" war - derzeit wird solche eine "Neufassung des Inflationsziels" in der Fed diskutiert.

An dieser Stelle bleibt festzuhalten: Die Fed drückt den Fuß weiter auf das "geldpolitische Gaspedal". Das zeigt sich z. B. an ihrem Leitzins, der in inflationsbereinigter Rechnung nach wie vor negativ ist.

Es zeigt sich aber auch im Anwachsen der Fed-Bilanzsumme, die im Januar 2020 4,174 Mrd. US$ betrug - das entsprach einem Plus von 414 Mrd. US$ seit September 2019:

Die Fed monetisiert weiter Anleihen, um das Zentralbankgeldangebot im US-Interbankenmarkt auszuweiten.

Die Folgen sind bereits sichtbar: Die expansive Geldpolitik der Fed treibt die Vermögenspreise in die Höhe - Aktienkurse und Häuserpreise -, verursacht also Vermögenspreisinflation, ... und sorgt auf diese Weise für eine fortgesetzte Entwertung der Kaufkraft des US-Dollar. Man sollte sich nichts vormachen lassen: Die Fed-Geldpolitik ist inflationär!

Und es spricht einiges dafür, dass die Fed in den kommenden Monaten die Zinsen sogar noch weiter absenken könnte:
  • (1) US-Präsident Trump wird im Wahljahr 2020 vermutlich vehement auf niedrige Zinsen drängen;

  • (2) der US-Aufschwung ist schon recht weit vorangeschritten (er geht in sein elftes Jahr), und ein Abflachen der Expansion wird wahrscheinlich(er); und

  • (3) die laufende Inflation der Konsumgüterpreise verharrt, wie oben bereits gesagt, nach wie vor unter der 2-Prozentmarke.

Vor dem Hintergrund dieser US-Geldpolitik bleiben die Aussichten für die Vermögenspreise weiter positiv. Die Kehrseite: Steigende Preise bedeuten Inflation, ... die Preisblase auf den Märkten wird immer größer, und damit steigen auch die Risiken, dass irgendwann etwas fürchterlich schiefgehen wird.

Das Aufbauen von Gold- und Silberpositionen ist aus unserer Sicht daher sinnvoll, vor allem für Anleger, die eine Portfolio-Versicherung suchen.

Zu unserer Einschätzung der Edelmetallpreise siehe den Degussa Marktreport vom 23. Januar 2020.


© Prof. Dr. Thorsten Polleit
Chefvolkswirt der Degussa Goldhandel GmbH



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