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Chinas Notenbank pumpt 174 Mrd. $ in den Markt

03.02.2020  |  Markus Blaschzok
Seit zwei Wochen hat der Coronavirus die Märkte fest im Griff. Während es vor einer Woche noch 2.799 bestätigte Infektionen waren, sind es eine Woche später mittlerweile 17.318, was einer Verfünffachung entspricht. Erst 487 Menschen haben den Virus auskuriert und es gibt offiziell bereits 362 Tote, was jetzt bereits mehr als bei dem Sars-Ausbruch von 2002 ist.

Darüber hinaus konnte der Virus auf 28 Länder überspringen und es stellt sich die Frage, ob dieser Ausbruch noch eingedämmt werden kann. Die Quarantänemaßnahmen für die eingeschleppten Fälle nach Europa scheinen aktuell ausreichend zu sein und auch die drastischen Maßnahmen in China scheinen zu wirken. Mehr als 50 Millionen Menschen stehen dort unter Quarantäne und dürfen die Häuser nicht mehr verlassen, während potenziell Infizierte isoliert und eingesperrt werden. Die Märkte sind verunsichert, denn eine Pandemie stellt eine große Gefahr für die weltweite Konjunktur dar.

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Die Zahl der Neuinfektionen verfünffachte sich binnen einer Woche


Nun gibt es Hoffnung im Kampf gegen das Virus, denn Ärzten in Thailand gelang es die Infektion mit einer einfachen Kombination aus antiviralen HIV-Medikamenten und einem Cocktail aus Grippemitteln binnen 48 Stunden nach Behandlungsbeginn zu besiegen, sodass dieser nicht mehr nachweisbar war. Dies gelang mit einer Kombination aus dem Grippe-Medikament Oseltamivir und den zur Behandlung von HIV eingesetzten antiviralen Wirkstoffen Lopinavir und Ritonavir.

Bereits am Wochenende wurde bekannt, dass eine Genanalyse des Virus an einer indischen Universität vier genetische Einschübe des HI-Virus zeigte, was es noch nie bei einem anderen Coronavirus gab. Sollte sich diese Analyse bestätigen, dann würde sich der Verdacht des künstlichen, menschengemachten Ursprungs des Virus deutlich erhärten. Dies würde auch erklären, warum dieser Virus plötzlich auf HIV-Medikamente reagiert und in Thailand erfolgreich bekämpft werden konnte. Die Nachrichtenseite Zerohedge wurde für die Veröffentlichung dieser Meldung überraschend am Wochenende auf Twitter gesperrt, womit die Zensur im Internet eine neue Stufe erreicht hat.

Die Chinesen setzen unterdessen aktuell noch auf ein völlig anderes Medikament des amerikanischen Herstellers „Gilead Sciences Inc.“, das noch nicht marktreif ist.

Remdesivir ist ein neues antivirales Medikament zur Behandlung von Infektionen von Ebola oder SARS, das nun auf dem Ground Zero in Wuhan getestet werden soll. Gileads experimentelles Medikament ist noch in der Testphase, doch die Aktie des Herstellers war auf diese Meldung hin kurzzeitig von 64 $ auf 77 $ nach oben geschossen. Der Erfolg bei der Behandlung des Virus in Thailand mit gängigen Medikamenten weckt Hoffnungen, dass eine Pandemie noch einmal abgewendet werden kann, auch wenn die Zahlen der Neuinfektionen aktuell noch besorgniserregend sind.

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Quelle: zerohedge - Hier zeigen sich die genetischen Einschübe des HI-Virus in den Coronavirus


Die Aktienmärkte stehen unvermindert unter Druck, denn eine weltweite Pandemie hätte das Potenzial die verschiedenen Blasen an den Märkten anzustechen und sofort eine globale Rezession auszulösen. In China brach der Aktienmarkt bereits um 12% ein und löschte dabei den gesamten Kursanstieg der vergangenen zwölf Monate aus. Der Kupfer- und der Rohölpreis sind Konjunkturindikatoren, die seit anderthalb Wochen nur noch fallen.

Die chinesische Notenbank (PBoC) reagierte auf diese Krise mit einem massiven QE-Programm in Höhe von 1,2 Billionen Yuan (174 Mrd. US-Dollar) über den Repomarkt, wodurch die Zinsen zusätzlich gedrückt und die Anleihenkurse gestützt werden, wobei letztere zuletzt ohnehin als sicherer Hafen gesucht wurden. Zusätzlich will die PBoC die Kreditzinsen für Unternehmen senken, um die Kreditvergabe in der Krise zu erleichtern. Die Geldspritze der PBoC ist die größte seit 2004 und soll die Sorgen einer Abkühlung der Weltwirtschaft durch den Coronavirus zerstreuen.


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