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Trumps Budget - Aktuelles zum Coronavirus

11.02.2020  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0910 (06:51 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0908 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109,89. In der Folge notiert EUR-JPY bei 119,90 EUR-CHF oszilliert bei 1,0678.

Die Märkte zeigen sich resilient. Das gilt insbesondere für die Aktienmärkte. Der USD ist gesucht. Offensichtlich strömt im Zuge der Viruskrise Kapital aus unterschiedlichsten Regionen dieser Welt in die USA. Gold, die Währung ohne Haushaltsdefizite, Außenhandelsdefizite, Arbeitslose und Populisten mit mehr als 5.000 Jahren erfolgreichem Trackrecord, also die Währung ohne Fehl und Tadel, kann nicht reüssieren. Das Zinsniveau ist im globalen Kontext milde unter Druck.

US-Präsident Trump legte gestern seinen Haushaltsentwurf in einem Volumen von 4,8 Billionen USD oder circa 4,400 Mrd. Euro vor. Der Plan inkludiert massive Streichungen im Sozialetat (z.B. sozialer Wohnungsbau), im Umweltschutz und im öffentlichen Transportwesen. Anders ausgedrückt betreffen die Sparmaßnahmen das Habitat der so genannten kleinen Frau, des kleinen Mannes als auch des kleinen Kindes.

Mit diesen Maßnahmen will Trump bei unterstelltem realen BIP-Wachstum von 3% pro Jahr das Haushaltsdefizit im Laufe der kommenden 10 Jahre um 4,6 Billionen USD verringern, das derzeit bei 23,25 Billionen USD liegt. Allein die Annahme, dass in den kommenden 10 Jahren ein reales BIP-Wachstum von 3% realistisch sein könne, ist vor dem Hintergrund der strukturellen Probleme der USA ambitioniert. Gleichzeitig stellt er Mittel für seine bevorzugten Projekte bereit, unter anderem 2 Mrd. USD für den Bau eines Zauns an der Grenze zu Mexiko.

Eine akzeptable Balance sieht fraglos anders aus. Von Seiten der Demokraten kam dann auch sofort eine Absage bezüglich Trumps Entwurf. Fazit: Ein facettenreicher Haushaltsstreit ist absehbar!


Zu der aktuellen Lage bezüglich des Coronavirus:

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Link: https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

Die Anzahl der Infizierten (bestätigte Fälle) stellt sich aktuell auf 43.111 (Zunahmen in den letzten 24 Std. 6,3%). Die Zahl der Toten beläuft sich auf 1.018 (Zunahme in den letzten 24 Stunden 11,9%), während die Anzahl der Genesenen bei 4.088 (Zunahme in den letzten 24 Stunden 19,9%) liegt.

Präsident Xi Jinping warnte angeblich im Politbüro auf einer Sitzung in der letzten Woche vor den wirtschaftlichen Folgen durch die Bekämpfung des Coronavirus. Einige der getroffenen Maßnahmen schadeten der Konjunktur. Xi soll darauf gedrungen haben, von restriktiveren Maßnahmen abzusehen. Dem Nationalen Institut für Finanzen und Entwicklung zufolge könnte das Coronavirus das chinesische Wirtschaftswachstum 2020 um bis zu 1% dämpfen. Insbesondere Dienstleister und kleine Unternehmen seien einem größeren Druck ausgesetzt.

Mehr als 300 Unternehmen Chinas beantragen wegen des Coronavirus Kredite in einem Volumen von mehr als 8 Mrd. USD. Peking stellt Überbrückungshilfen zur Verfügung, um strukturelle Schäden aus der Viruskrise entgegen zu wirken.

Der von uns hoch geschätzte Chef des Sachverständigenrats (Wirtschaftsweisen) Professor Volker Wieland erwartet, dass die Virus-Krise das Wirtschaftswachstum in China nur vorübergehend dämpfen wird. Es sei zu erwarten, dass die Epidemie zurückgehe und es so bei einem temporären Effekt bleibe. Man könne davon ausgehen, dass es einen Rückpralleffekt im zweiten Quartal oder später gäbe und dass es eher ein Schock sei als eine länger währende Schwäche der Wirtschaft.

Diese Sichtweise teilen wir umfänglich. Anekdotische Evidenz aus vergleichbaren Fällen lässt kein anderes Urteil zu.


Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone:

Der Sentix-Index der Eurozone sank per Februar von zuvor 7,6 auf 5,2 Punkte. Die Prognose lag bei 4,1 Zählern. Das Coronavirus beeinträchtigt bisher in übersichtlicher Art und Weise.

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Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das eine neutrale Haltung in dem Währungspaar EUR/USD favorisiert. Ein Ausbruch aus der Bandbreite 1.0880/1.1080 eröffnet neue Opportunitäten.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Solvecon Invest GmbH



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