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Japanische Wirtschaft bricht ein - Geldpolitik steht bereit - Coronavirus

18.02.2020  |  Christian Buntrock
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0833 (07:00 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0823 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109,76. In der Folge notiert EUR-JPY bei 118,9. EUR-CHF oszilliert bei 1,0622.

Die japanische Wirtschaft hat im vierten Quartal einen ordentlichen Dämpfer erhalten. Das japanische BIP fiel im vierten Quartal 2019 nominal deutlich um 1,6%, auf annualisierter und realer Basis um 6,3%. Die Konsensprognose der Analysten lag bei nur -1,1% (nominal) bzw. -3,8% (real, annualisiert). Der Grund für diese Bruchlandung lag nicht beim Coronavirus. Dessen Auswirkungen werden wir erst in den Q1 Zahlen sehen, die im Mai veröffentlich werden. In aktuellen Pressemeldungen wird die Mehrwertsteuererhöhung zum 01.10.2019 von acht auf zehn Prozent diskutiert.

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Der Einbruch in Q4 solle also Vorratskäufen in Q3 zu verdanken sein. Zu fragen bleibt, ob diese ausgeprägt in der Statistik auftauchen.

Unter Berücksichtigung von Vorholeffekten hätte das Q3 2019 stärker ausfallen müssen. Die durch die letzte Mehrwertsteuererhöhung 2014 verursachte Schwankungen können Sie der linken Seite der Grafik entnehmen. Ein Vorholeffekt war hier eindeutig ausgeprägt. Ein Vorholeffekt existiert natürlich, wir sehen die Antwort auf die Frage des Einbruchs jedoch in den Handelsbeziehungen Japans. Diese exportieren Güter im Wert von 180 Mrd. USD nach China, dem wichtigsten Handelspartner und 54. USD Mrd. nach Süd-Korea, dass Rang 3 in der japanischen Exporttabelle einnimmt.

Der starke Einbruch der Investitionen um 2,6% lässt sich damit über schlechtere Geschäftsaussichten auf Grund des Handelskonfliktes der USA mit China erklären. Der japanischen Industrie steht damit ein perfekter Sturm bevor. Der heimische Konsum ist ohnehin schwach, die Exportindustrie wird über mehrere Quartale von Sondereffekten negativ getroffen. Bisher nimmt der Markt die Zahlen sehr ruhig an, dies könnte sich mit den Q1 Zahlen ändern.


Zu der aktuellen Lage bezüglich des Coronavirus:

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Quelle: https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

Aus den aktuell gemeldeten Daten zeichnet sich ein Bild der Entspannung hinsichtlich der Verbreitung des Virus. Die Zahl der Neuinfizierten pro Tag in China sank auf 2000. Trotzdem wird sich die Epidemie nach aktuellen Schätzungen aus China erst Ende April stabilisieren.

Die politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen werden uns das gesamte Jahr über begleiten. Auf der politischen Bühne werden die Aufführungen abgesagt, der diesjährige Volkskongress wird auf einen "angemessenen Zeitpunkt" verschoben. Das gleiche gilt für die Automesse in Peking, die für die deutschen Autobauer von hoher Wichtigkeit ist. Nicht nur die Autoshow, auch die Produktion wird nach hinten gelegt, so muss VW seinen Produktionsstart verschieben. Apple kassierte seine Umsatzprognose aufgrund des Virus.

In Teilen steht die Produktion der iPhones still und auch in den Apple Geschäften tut sich in China nicht besonders viel, wenn sie denn geöffnet sind. Das Beschriebene dürfen und müssen wir auf wirtschaftliche Aktivität verallgemeinern. Zu rechnen ist für die nächsten Monate ist mit gestörten Lieferketten, Produktionsausfällen und steigenden Preisen für die Güter, bei denen sich Engpässe bilden.

Es bleibt bei unserer Prognose einer V-förmigen Entwicklung an den Gütermärkten, allerdings wird das "V" größer und tiefer geschrieben, als am Anfang des Ausbruchs abschätzbar war.

Die anschließende Gefahr für die Konjunktur geht derweil davon aus, dass Washington die Lage ausnutzt. Durch den Ausbruch des Coronavirus wird China nicht allen seinen Verpflichtungen aus dem Handelsvertrag nachkommen können. Dies könnten die USA zum willkommenen Anlass nehmen, die Sanktionen zu verschärfen, um den Konflikt zu dem Zeitpunkt zu eskalieren, am dem China virusgeschwächt in eine weitere Runde des Handelskonfliktes geht.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiert. Ein Überwinden des Widerstandsniveaus bei 1.1000 - 1.1030 neutralisiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!


© Christian Buntrock
Solvecon Invest GmbH



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