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Einkommen in einer Welt niedriger Rendite

25.02.2020  |  Frank Holmes
Bisher belief sich die inflationsbereinigte Rendite der 10-Jahresstaatsanleihe durchschnittlich auf kraftlose 0,01%. Seit Ende Januar ist sie sogar unter 0% gefallen und betrug am 31. Januar negative 0,14%.

Das bedeutet, dass Investoren garantiert Verluste machen, wenn sie die 10-Jahresanleihe bis deren Fälligkeit halten würden.

Vor diesem Umfeld niedriger Rendite hielt Judy Shelton, eine Kandidaten von Präsident Donald Trump für das Federal Reserve Board, ihre Anhörung vor dem Senate Banking Committee in der letzten Woche. Shelton, eine ehemalige Beraterin von Trump, wird als unkonventionelle Kandidatin für die Zentralbankenrolle angesehen. Dafür gibt es zwei Hauptgründe: 1) Sie ist für eine Rückkehr des Goldstandards, und 2) Sie hat kürzlich für Niedrigzinsen argumentiert - was nicht nur dazu führen könnte, dass die inflationsbereinigten Renditen sondern auch nominale Renditen ins negative Territorium fallen.

Einige haben spekuliert, dass Shelton - sollte sie bestätigt werden und Trump die Wiederwahl im November gewinnen - als Nachfolger für Jerome Powell ausgewählt werden könnte, wenn dessen Amtszeit 2022 endet. Während seiner Amtsperiode wurde Powell wiederholt vom Präsidenten unter Beschuss genommen, weil er die Zinsen nicht schnell genug senken würde - etwas, das Judy Shelton mehr als nur gewillt ist, zu tun.

Ein längerfristiges Niedrigzinsumfeld hat sicherlich seine Vorteile. Es ist großartig für Kreditnehmer. Es macht es Unternehmen und Regierungen einfachen, ihre Schulden zu bedienen. Es ermutigt den Konsum. Tatsächlich haben niedrige Kreditkosten die US-Haushaltsschulden über das letzte Jahrzehnt angetrieben und diese zum ersten Mal seit Ende 2019 auf über 14 Billionen Dollar getrieben. Kreditkartenschulden alleine erreichten bereits einen Rekordwert von 930 Milliarden Dollar.

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Negativrendite wird Investoren 2020 etwa 1 Billion Dollar kosten

Was jedoch für Kreditnehmer gut ist, ist nicht immer auch gut für Investoren und Sparer. Niedrig- bis Negativzinsen machen es schwierig, Einkommen zu generieren und das könnte Investoren zu riskanteren Assets wie Schrottanleihen drängen.

Werfen Sie einen Blick darauf, was in Griechenland passiert. Ganz zu schweigen von dem BB Kreditrating des Landes. Eine Anleiherally hat die Rendite der griechischen Staatsanleihe zum ersten Mal in der Geschichte des Landes unter 1% gedrückt, als nach Einkommen trachtende Investoren an einen der wenigen Schuldenmärkte der Eurozone strömten, der noch immer positive Rendite anbietet.

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Kann man ihnen das verdenken? Der Berg an Regierungsanleihen mit negativer Rendite auf der Welt, nun bei 13 Billionen Dollar, könnte Rentenfonds und andere institutionelle Investoren etwa 1 Billion Dollar in diesem Jahr kosten, so Schätzungen von Daniel Tenengauzer, führender Marktstratege bei der Bank of New York Mellon.


Rekordverdächtige Zuflüsse zu Kommunalanleihen

Wohin kann man sich als festverzinslicher Investor heute wenden, wenn man Rendite möchte? Selbst die langfristige 30-Jahresstaatsanleihe zahlt sich nicht aus. Laut Berichten verkaufte das Finanzministerium in der letzten Woche 30-Jahresstaatsanleihen im Wert von 19 Milliarden Dollar zu rekordniedriger Rendite von 2,061%.

Eine der attraktivsten Einkommensquellen sind derzeit steuerfreie Kommunalanleihen. Viele Investoren sind zu demselben Schluss gekommen, was zu rekordverdächtigen Zuflüssen zu Kommunalanleihefonds von 105,5 Milliarden Dollar im Jahr 2019 führte, so Morningstar. Das ist deutlich mehr als der Rekord von 75 Milliarden Dollar im Jahr 2009.

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Das wirft die Frage auf, wie man investiert. Wie Sie im obigen Chart sehen können, entscheiden sich Investoren dafür, Zugang zu Kommunalanleihen durch aktiv verwaltete Fonds anstatt passive Vehikel wie ETFs zu erhalten. Unglaubliche 90% aller Kommunalzuflüsse im Jahr 2019 flossen zu Kommunalfonds, die verbleibenden Flüsse zu ETFs.

Warum sind alle so auf Kommunalanleihen versessen? Wie ich bereits erwähnte, bieten sie attraktivere Rendite als andere festverzinsliche Optionen. Und dann ist da auch noch die Tatsache, dass sie Einkommen bieten, das auf Landesebene und oftmals auf Staats- und Gemeindeebene steuerfrei ist. Diese Eigenschaft ist zweifelsohne bei vielen Investoren in Staaten mit hoher Einkommenssteuer beliebt - einschließlich Kalifornien, New York, New Jersey und andere.


© Frank Holmes
U. S. Global Investors



Der Artikel wurde am 18. Februar 2020 auf www.usfunds.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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