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Muster der Renditekurven - Was wir für 2020 erwarten können

25.02.2020  |  Chris Vermeulen
Aus den Renditekurvechart der US-Staatsanleihen können wir eine Menge Informationen filtern. Es gibt zwei interessante Elemente, die wir in den unteren Charts der Renditekurve erkennen können. Erstens: Der Boden Ende 2018 war ein sehr wichtiger Preisboden an den US-amerikanischen Märkten. Dieses Tief stellte einen sehr tiefen Boden im Chart der Renditekurve der 30-Jahres- bis 10-Jahresstaatsanleihe dar. Wir glauben, dass dieser Boden eine dynamische Veränderung an den Kapitalmärkten auslöste, die den derzeitigen Risikofaktor im Großteil der restlichen Welt darstellt.

Zweitens: Derselbe Preisboden von Dezember 2018 stellte ein sehr einzigartiges Konsolidierungsmuster im Chart der Renditekurve der 10-Jahres- bis 3-Jahresstaatsanleihen dar. Das Muster verzeichnete man bereits Ende 1997 bis 1998 sowie Ende 2005 bis 2008.

Diese beiden Muster, die sich in den Charts der Renditekurve bilden, deuten an, dass die US-amerikanischen sowie weltweiten Märkte einen Anstieg der Volatilität erleben werden. Zudem besteht die echte Möglichkeit, dass die US-amerikanischen und weltweiten Märkte innerhalb der nächsten 6 bis 24 Monate kontrahieren werden. Innerhalb der 3 bis 6+ Monate, in denen sich diese Muster bilden, gibt es typischerweise eines von zwei separaten Ergebnissen.

A) Ein anhaltender Anstieg des US-Aktienmarktpreises findet statt, der die Renditekurve nach unten drückt und letztlich eine massive Aktienmarkt-Top-Formation bildet.

B) Eine gemäßigte Preisspitze bildet sich, bei der das aktuelle Niveau der Renditekurve zu steigen beginnt, während der US-amerikanische sowie weltweite Aktienmarkt eine gemäßigte Korrekturphase beginnen - was letztlich zu einem möglichen, massiven Preiszusammenbruch führen könnte.

Unser Rechercheteam glaubt, dass die starke Preisrotation Ende 2018 eine sehr einzigartige Kapitalverlagerung zur Folge hatte, die an den weltweiten Märkten auftrat. Aktuell gibt es mehr als 75 Billionen Dollar an den US-amerikanischen sowie weltweiten Märkten. Dieses Kapital ist zu einer so mächtigen Gewalt an den Märkten geworden, dass es als "Ebbe und Flut" agiert. In gewissem Maße hat dieses Kapital, und die Suche nach Profit und Sicherheit, dazu geführt, dass die weltweiten Märkte sich in einer sehr verletzlichen Position befinden.

Die Gesamtmenge an Kapital - gemeinsam mit dem Derivatmarkt und den weltweiten Kreditmärkten - stellt ein deutliches Risiko für die weltweiten Zentralbanken und Nationen dar. Viele Länder haben ihre Schuldenniveaus auf weit über 100% ihres BIPs gedrückt. Dennoch führen immer mehr von ihnen unüberlegte Kreditaufnahmen und Schattenbankpraktiken durch, die weiteres Risiko für die Weltmärkte bedeuten.

Die Weltzentralbanken haben exzessive Schulden auf sich genommen und kauften nach 2009 Assets, um den Weltmärkten zu helfen, sich zu stabilisieren. Die Verbindung all dieser Faktoren neuen Kapitals, Risikos und Assets fügt dem historischen Muster der Renditekurve eine ganz neue Dynamik hinzu.

Auch wenn die Muster eine ähnliche Struktur besitzen, so sind die Risiken deutlich größer als 2000 und 2008. Zuvor waren die Zentralbanken wie Schiffe, die zwischen den Fluten des Meeres navigierten. Nun sind die Zentralbanken selbst zu Ebbe und Flut geworden - essentiell eine omnipotente Macht, was Assets, Kapital, Risiken und Contagion angeht.

Wir glauben, dass sich die Renditekurve der 30-Jahres- bis 10-Jahresstaatsanleihe weiter nach unten bewegen könnte, wenn etwaige Atempause oder Selbstzufriedenheit an den Weltmärkten anhält, das das Risiko in Zukunft kein Einflussfaktor sein wird. Das würde andeuten, dass der US-amerikanische Aktienmarkt weiterhin nach oben unterwegs sein könnte - wobei der DOW möglicherweise die 30.000 Dollar durchbrechen könnte. Ansonsten denken wir, dass die Renditekurve weiterhin zulegen könnte, was andeuten würde, dass sich eine Weltmarktspitze bildet und eine Preisumkehr beginnt.

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