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Ist partielle Panik angemessen?

27.02.2020  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0908 (06:38 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0853 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 110,09. In der Folge notiert EUR-JPY bei 120,11. EUR-CHF oszilliert bei 1,0620.

Gestern erschien ein lesenswerter Artikel in der Tageszeitung Welt ("Die entscheidende Rolle von "Patient 1" wird immer deutlicher) über die medizinischen Erfahrungen mit dem Coronavirus in Italien.

Die komprimierten Inhalte lauten:
  • Das Virus ist in 95% der Fälle nicht tödlich.
  • Alle Verstorbenen hatten Vorerkrankungen.
  • Infizierte Kinder wiesen keine schweren Symptome auf.

Der Blick auf die aktuelle Statistik in Europa liefert folgende Daten bezüglich des Coronavirus: Italien führt die Liste der Infizierten mit 452 Personen an, gefolgt von Deutschland mit 27 Infizierten. In Frankreich stellt sich die Zahl auf 18 und in Spanien auf 13.

Jetzt werfen wir einen Blick auf die aktuelle Grippewelle in Deutschland: Dazu bedienen wir uns der verfügbaren Daten des Robert Koch Instituts. Die "normale Grippewelle" hat in unserem Lande bisher 79.263 Personen offiziell erfasst. Die Hälfte der erfassten Personen kam in den letzten zwei Wochen dazu. 130 Personen sind an den Folgen der Grippe verstorben (Letalitätsrate 0,16%).

In der Tat ist das Coronavirus aggressiv bezüglich langer Infektionszeit. Das erfordert umfassende Maßnahmen. Chinas Erfolg in den Momentaufnahmen der letzten neun Tage belegt einerseits den Aufwand, andererseits aber auch den Erfolg.

Fraglos gibt es auch noch nicht adäquate Gegenmittel adhoc aus dem Apothekenschrank. Aus dem Grund ist die Todesrate insbesondere bei Risikopatienten höher. Sie ist aber weitaus geringer als bei SARS mit 9,6% oder bei MERS mit 37,5%. Bezüglich der aktuellen Daten auf globaler Basis stellt sich die Letalitätsrate des Coronavirus auf 3,4%.

China liefert Indikationen, wie es weiter gehen kann. Die Reaktion in Wuhan und der Provinz Hubei erfolgte spät. Die Provinz Hubei ist das Epizentrum der Erkrankung. Von 82.168 Infizierten kommen 65.596 aus Hubei. Von den global zu beklagenden 2.801 Todesfällen kommen 2.641 aus der Provinz Hubei. Die Letalitätsrate stellt sich in Hubei auf 4,0%.

Anders ausgedrückt ergaben sich ex Epizentrum bisher 160 Todesfälle bei 16.572 Infektionen auf globaler Ebene. Daraus leitet sich eine Sterberate von knapp 1% ab. Das Muster ex-Hubei ist für den Rest der Welt hinsichtlich der Prophylaxe weitaus wahrscheinlicher als das Szenario Hubei. Die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben massive Folgen für Mensch und Wirtschaft. Das soll nicht klein geschrieben werden. Diese Folgen sind jedoch temporärer Natur.

Ökonomisch bremsen diese Maßnahmen. Das öffentliche Leben wird eingeschränkt und gestört. Der Konsum geht zurück. Reise- und Messetätigkeit wird minimiert. Lieferketten sind eingeschränkt, mindestens aber bedroht. Die durch diesen exogenen Effekt des Ausbruchs des Coronavirus angerichteten Schäden lassen sich nicht vollständig aufholen. Sie werden aber zu guten Teilen aufgeholt werden. Das wäre anders, wenn es sich um ein endogenes wirtschaftliches Problem handeln würde.
Fazit: Die Situation erfordert Demut, partielle Panik erscheint nicht angebracht zu sein!


Aktuelle Lage zur Ausbreitung:

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Quelle: https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6


Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Daten leicht erfrischend!

Der niederländische Einkaufsmanagerindex per Berichtsmonat Februar legte von zuvor 2,5 auf 3,7 Zähler zu und erreichte den höchsten Wert seit August 2019. In Finnland stieg der Index des Verbrauchervertrauens per Februar von -4,6 auf -4,5 Zähler. Der Geschäftsklimaindex der Industrie verzeichnete einen Anstieg von -8 auf -3 Punkte.


USA: Starke Absatzzahlen!

Der Absatz neuer Wohnimmobilien legte in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung von zuvor 708.000 (revidiert von 694.000) auf 764.000 Objekte zu und markierte den höchsten Wert seit Juli 2007. Die Prognose lag bei 710.000.

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Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiert. Ein Überwinden des Widerstandsniveaus bei 1.1000 - 1.1030 neutralisiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Solvecon Invest GmbH



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