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Weltweite Verwirrungen um ETF´s

15.03.2020  |  Hannes Huster
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Es ist nicht klar, was bei den beiden weltgrößten ETF´s seit einigen Tagen gespielt wird. Avi Gilburt, einer der angesehensten Elliot-Wave-Strategen kommentierte wie folgt:

"That move down in GDX seems incredibly manufactured. You have never heard me say that about anything. But, when the underlying stocks do not break below those levels that GDX broke, then something is VERY wrong. The fact that it came back to the 19 region right away suggests that something is wrong under the hood of the GDX product."

Übersetzung: Dieser Schritt nach unten im GDX scheint unglaublich konstruiert zu sein. Sie haben mich das noch nie sagen hören. Aber wenn die zugrunde liegenden Aktien nicht unter die Niveaus sinken, die der GDX durchbrochen hat, dann stimmt etwas ganz und gar nicht. Die Tatsache, dass es sofort wieder in die 19er-Region zurückkam, lässt vermuten, dass unter der Haube des GDX-Produkts etwas nicht stimmt.

Es sieht also entweder so aus, als würde hier jemand versuchen, die Preise zu manipulieren (1) oder es gibt Probleme innerhalb der ETF´s (2). Im GDX sind aktuell 8,9 Milliarden USD, im GDXJ 3,1 Milliarden USD.

Es handelt sich also nicht um kleine oder unseriöse ETF´s sondern um die beiden weltweit führenden ETF´s für Goldaktien.

Wie gesagt, niemand den ich kenne und auch niemand in den sozialen Medien oder anderen Trading-Plattformen kann sich diese Bewegung erklären. Dazu passen auch die Bewegungen einiger Goldaktien nicht. So zogen gestern zum Schluss viele der vorher gebeutelten Titel wieder nach oben. Nachfolgend, zur besseren Visualisierung, sehen Sie die Top 10 Holdings im GDX ETF:

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Nun zeige ich ihnen den Chart-Verlauf des GDX in den vergangenen zwei Handelstagen und dazu die Verläufe der Top 3 Holdings:

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Die schlechteste der 3 Top-Aktien hat in zwei Handelstagen weniger als 8% verloren. Die anderen beiden zwischen 2% und 5%. Dagegen im krassen Gegensatz der GDX mit einem Verlust von bis zu 26% in der Spitze bzw. knapp 17% auf Schlusskursbasis.


Eine (meine) Vermutung

Ich habe eine Vermutung, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Ob das richtig oder falsch ist, weiß ich nicht, doch es spricht aus meiner Sicht Einiges dafür.

In den USA gibt es gehebelte Varianten auf die beiden ETFs von DIREXION. Dies Konstrukte sind aus meiner Sicht toxisch und ich rate dringend davon ab, diese Papier anzufassen.

Der JNUG (USA: JNUG) ist zum Beispiel ein Instrument, das mit einem Hebel von 3 auf den GDXJ-ETF gehandelt wird. Das heißt, steigt der GDXJ um 5%, steigt dieses Instrument um 15%. Fällt der GDXJ aber wie zuletzt um 10% oder 20% am Tag, dann verliert dieses Instrument 30% bzw. 60%.

Täglich werden in dieser Gattung Millionen von Stücke gehandelt. Doch diese Art von gehebelten Produkten funktioniert nur in einem Aufwärtstrend (bzw. für die Short-Produkte in eine Abwärtstrend). Sobald die Trends brechen, die Volatilität massiv anzieht und die Tageschwankungen außer Kontrolle geraten, sind diese Instrumente dem Tode geweiht. Schon mehrfach wurden diese Instrumente daher in der Vergangenheit zurückgerollt.

Sie sehen nachfolgend den JNUG-Chart seit Auflage. Dieser wurde in der Geschichte schon mehrfach zurückgerollt, was man nur im langen Chart erkennt. Beachten Sie die Skala rechts:


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