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Der Untergang des Finanzsystems steht bevor

19.03.2020  |  Egon von Greyerz
- Seite 3 -
Die laufende Korrektur beim Gold könnte ein wenig länger dauern und den Kurs im schlimmsten Fall auf 1.450 $ bringen, wo er im November und Dezember 2019 stand. Das ist allerdings nicht mein favorisiertes Szenarium. Ich gehe davon aus, dass Gold schon in Kürze kräftig nach oben abdreht und neue Hochs anpeilt, auch in US-Dollar. In allen anderen Währungen hat Gold schon die Hochs von 2011-12 hinter sich gelassen.


Zentralbanken: Golds beste Freunde

Seit vielen Jahren sage ich, dass die Zentralbanken die besten Freunde von Gold seien. Sicher, die meisten ZBs möchten den Goldpreis lieber so tief wie möglich halten, weil ein hoher Preis das eigene Missmanagement der Wirtschaft widerspiegelt. Trotzdem ist unbegrenzte Geldschöpfung, gerade seit 2006, die beste Unterstützung, die Gold überhaupt bekommen kann.

Unablässige Schöpfung von wertloser Währung hat null positive Effekte für die Wirtschaft, aber massive Auswirkung auf Gold, da es den Wert des Papiergeldes herabsetzt. Wegen der Zurückdrängung (Suppression) des Goldpreises spiegelt der Goldpreis nicht den Gesamteffekt dieser Maßnahmen wider. Doch das wird sehr bald wieder der Fall sein, wenn die Zentralbanken die nächsten Phase mit drastisch erhöhter Geldschöpfung einläuten.

Damals Ende August 2019 meinte ich, dass die Zentralbanken jetzt Maßnahmen ergriffen, die Ähnlichkeiten mit August 1971 aufwiesen - damals schloss Nixon das Goldfenster. Im August 1971 war China das einzige Land, das die Auswirkungen der Entscheidung Nixons erkannte:

"Diese unpopulären Maßnahmen zeigen, wie ernst es um die Krise der US-Wirtschaft sowie den Verfall und Niedergang des gesamten kapitalistischen Systems steht." Dieses Zitat stammt aus der chinesischen People‘s Daily von August 1971.


China hat 20.000 Tonnen Gold und die USA nur ganz wenig?

Seither haben der Dollar wie auch die meisten Währungen 98% gegenüber Gold verloren, und die globale Verschuldung ist explodiert. Die Chinesen hatten damals den Durchblick, und auf diese Weise hat die chinesische Regierung Gold im Umfang von vielleicht mindestens 20.000 Tonnen akkumuliert, während den USA wahrscheinlich nur noch sehr wenig von ihren 8.000 offiziellen Tonnen bleibt. Wir richtig China schon vor 50 Jahren lag! Wahrscheinlich wird die Welt herausfinden, wer wirklich über das Gold verfügt – und über die Macht in naher Zukunft.

Im Frühherbst 2019 begannen die Zentralbanken auf der ganzen Welt mit Panikmaßnahmen – Repos und QE im Umfang von hunderten Milliarden $. Große Teile der Welt sind heute wegen des Corona-Virus abgeriegelt. Niemand versteht die Auswirkungen all dessen oder könnte sie abschätzen. Wir können jedoch mit Sicherheit sagen, dass eine Welt, die sich auch vor dem Virus schon in einem sehr fragilen ökonomischen wie finanziellen Zustand befunden hatte, nun aufgrund des CV unermessliche finanzielle wie menschliche Konsequenzen zu erleiden haben wird.


Derivate im Umfang von 1,5 Billiarden $ jetzt in Gefahr

Angesichts einer in vielen Ländern praktisch unterbrochenen Wirtschaftsaktivität (sicherlich werden weitere Länder folgen, wie Großbritannien und die USA), wird die kommende Geldschöpfung endlos ausfallen und einen unvorstellbare Umfang annehmen. Anfänglich wird es um Billionen-$-Beträge gehen, doch wenn das Bankensystem unter Druck gerät, werden die Summen schon im zweistelligen Billionenbereich liegen. Wenn eines Tages die Deutsche Bank, mit ihren 50 Billionen $ in Derivaten, wirklich schwer unter Druck gerät (und sie ist nicht weit davon entfernt), dann werden die Bundesbank und die EZB Geld im dreistelligen Billionen-$-Bereich schöpfen müssen.

Man darf nicht vergessen, dass Gegenparteien gleichzeitig scheitern werden; und JP Morgan hält beispielsweise auch Derivate im Umfang von 50 Billionen $. Und bald schon sind Derivate im Umfang von mindestens 1,5 Billiarden $ gefährdet, wenn alle Gegenparteien ausfallen.

Der Zusammenbruch des Bankensystems wird vielleicht nicht im Jahr 2020 stattfinden, doch sobald er ins Rollen kommt, haben die Zentralbanken keine Möglichkeit, ihn zu stoppen. Dennoch werden sie erneut das einzige Werkzeug zum Einsatz bringen, das sie kennen - unbegrenzte Geldschöpfung. Wie ich schon häufig geschrieben hatte:

MAN KANN EIN SCHULDENPROBLEM NICHT MIT DENSELBEN MITTEL LÖSEN, DIE DIESES PROBLEM URSPRÜNGLICH HERVORGEBRACHT HABEN.

Folglich wird Geldschöpfung scheitern, doch zuvor werden viele ahnungslose Investoren wieder Aktien kaufen, bevor der nächste große Kurseinbruch ansteht.


Der Anleihemarkt wird nicht überleben

Ich muss jetzt zum Ende dieses Newsletters kommen, da er veröffentlicht werden muss. Der Anleihemarkt ist die größte Gefahr weltweit, zusammen mit den Derivaten. Die künstliche Beeinflussung der Zinssätze könnte noch eine Zeit lang weiterbestehen. Es könnte noch ein Jahr so weitergehen, allerdings könnte der Anleihemarkt auch morgen schon zusammenbrechen. Es existieren so viel Schrott und so viele schlechte Schulden im System, dass es mich überraschen würde, wenn die Zentralbanken diese Farce noch länger weiterspielen könnten.

Der Anleihemarkt wird also irgendwann in nicht allzu weiter Zukunft ausfallen und zusammenbrechen. Allein der Zeitpunkt ist fraglich. Sicher ist aber, dass die Investoren bald schon abspringen werden. Und wenn die Zentralbanken die Geldschöpfung hochfahren, werden sie die einzigen Käufer ihres eigenen Schrotts sein. Das Ende des Finanzsystems, wie wir es heute kennen, ist garantiert. Sein Untergang steht unmittelbar bevor.


Auch das geht wieder vorüber

Bitte vergessen Sie nicht, dass auch das wieder vorübergehen wird. Die Welt wird zeitweilig schwierige Zeiten erleben. Natürlich wird es keineswegs besser, wenn jetzt so viele Menschen, besonders die Alten, isoliert sind. Wir haben zumindest noch unsere Telefone, FaceTime, Skype, Zoom etc., so dass der Kontakt zu unseren Liebsten und Freunden weiterhin möglich bleibt. Die Corona-Lage wird sich in den nächsten Monaten hoffentlich abschwächen, so dass wir dann wieder besser funktionieren können.

Die finanzielle Auswirkungen werden deutlich langfristiger sein und die Welt wird sich an ein deutlich niedrigeres Niveau der Wirtschaftsleistung gewöhnen müssen. Doch wie ich schon so häufig gesagt habe, es gibt so viele wunderbare Dinge im Leben, die kostenlos sind - wie z.B. Freunde, Natur, Bücher, Musik, Fernsehen etc. Harte Zeiten bringen die Menschen näher zueinander, solange wie man ein Dach über dem Kopf hat und genug zu essen.

PS: Italien berichtet gerade von einem 20%igen Anstieg der CV-Fälle in nur einem Tag. Leider ist Italien dahingehend beispielhaft für die Welt. Ich bitte inständig jeden, sehr vorsichtig zu sein und sich selbst zu isolieren. Ärzte und Krankenhäuser werden nicht die Kapazitäten und auch nicht die Mittel haben, um uns allen zu helfen.


Matterhorn Asset Management (MAM) / GoldSwitzerland - Maßnahmen und Vorgehensweise

MAM hatte schon immer einen Eventualplan für Notfälle, wie sie die Welt gerade erlebt. Die Angestellten von MAM begeben sich jetzt ins Selbstisolation. Das Unternehmen ist so strukturiert, dass effektives Arbeiten auch ohne direkten Kontakt zu 100% möglich ist.

In diesem Zeitraum werden wir keine Besucher im Büro empfangen, Videokonferenzen mit Kunden oder potentiellen Kunden sind jedoch immer erwünscht. Die Lagereinrichtungen funktionieren regulär. Es wurden jedoch auch hier Vorsichtsmaßnahmen getroffen, z.B. Trennung der Belegschaft und Selbstisolation, wann immer dies möglich ist.



© Egon von Greyerz
Matterhorn Asset Management AG



Dieser Artikel wurde am 16. März 2020 auf www.goldswitzerland.com veröffentlicht.


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