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Bitcoin - Noch kein sicherer Hafen

26.03.2020  |  Florian Grummes
1. Rückblick

Die Preise für einen Bitcoin erreichten am 13. Februar mit knapp 10.500 USD ein wichtiges Zwischenhoch. Im Zuge der Corona-Panik und der in allen Anlageklassen um sich greifenden Deflation fiel der Bitcoin innerhalb von vier Wochen bis auf 3.850 USD bzw. um 63,3% zurück. Auf diesen scharfen Kursrutsch folgte bislang eine Gegenbewegung bis auf 6.930 USD. Diese Erholung konnte aber zunächst nicht nachhaltig verteidigt werden, so dass die Preise für einen Bitcoin schnell wieder unter 6.000 USD fielen.

Mit der Ankündigung seitens der amerikanischen Fed notfalls unbegrenzte Anleihekäufe vorzunehmen, konnte der Bitcoin dann zu Wochenanfang wieder deutlich anziehen. Mit Kursen um 6.750 USD klopfen die Notierungen damit erneut an die Widerstandszone oberhalb von 7.000 USD an.

Auffällig ist außerdem, dass sich der Bitcoin zusammen mit Gold im deflationären Crash doch relativ gut hält und korreliert. Von einem sicheren Hafen kann man zwar noch nicht sprechen, aber zumindest scheint der Bitcoin ganz vorne in der Kurve angekommen zu sein. Insbesondere die Tatsache, dass der Bitcoin seine Erholungssprünge nun bereits mehrmals vor den Aktienmärkten starten konnte, lässt aufhorchen.


2. Chartanalyse Bitcoin in US-Dollar

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Quelle: Tradingview


In unserer letzten Analyse vom 29. Februar waren wir bärisch gestimmt und hatten Kurse bis in den Bereich um 7.200 bis 7.800 USD erwartet. Gleichzeitig sind wir aber auch davon ausgegangen, dass die mehrjährige Aufwärtstrendlinie letztlich halten sollte. Mittlerweile sind wir schlauer. So wie jeder andere Marktteilnehmer auch müssen wir den eindeutigen Bruch der Aufwärtstrendlinie zur Kenntnis nehmen.

Dieser Bruch hat sich sofort in einem dramatischen Kurssturz ausgewirkt und die Bitcoin-Notierungen bis auf ein erstes Tief bei 3.800 USD gestürzt. Seit diesem Ausverkauf läuft die erste Erholungsbewegung und Bitcoin konnte sich zumindest in die obere Hälfte des nun klar definierten neuen Abwärtstrendkanals flüchten.

Betrachtet man die gesamte Abwärtsstrecke seit dem Hoch vom letzten Sommer, wäre nun eine Erholung bis zumindest 7.650 USD gut möglich. Legt die man die Fibonacci Retracements nur auf die Abwärtsstrecke seit dem Februar-Hoch bei 10.500 USD an (siehe Tageschart), kommt man auf ein mögliches Erholungsziel im Bereich um 7.960 USD (61,8%-Retracement).

Dieses passt gut mit der Erfahrung zusammen, dass gebrochene Dreiecke gerne nochmal in Richtung des Durchbruchniveaus angelaufen werden. Damit lässt sich die Zone zwischen 7.650 USD und 8.000 USD als sehr wahrscheinliches Ziel der laufenden Erholung klassifizieren. Im Anschluss wären dann wieder (deutlich) tiefere Kurse zu erwarten.

Zusammengefasst ist der Wochenchart übergeordnet eindeutig bärisch. Gleichzeitig steht der Stochastik Oszillator kurz vor einem neuen Kaufsignal, womit zunächst eine Fortsetzung der Erholungsbewegung sehr wahrscheinlich ist. Diese Erholung dürfte unterhalb der gebrochenen Aufwärtstrendlinie im Bereich zwischen 7.700 und ca. 8.000 USD vermutlich ihr Ende finden. Im Anschluss sollten die Bären wieder das Ruder übernehmen und die Bitcoin-Notierungen erneut in Richtung 6.500 USD und tiefer drücken.

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Quelle: Tradingview


Auf dem Tageschart ist das ganze Bündel an starken Widerstandszonen auf dem Weg nach oben noch besser zu erkennen. Bereits in der Zone zwischen 6.500 und 7.200 USD warten die Tiefpunkte vom letzten November/Dezember. Darüber liegt bei 7.960 USD das schon genannte 61,8%-Retracement. Zudem kommt hier auch noch die mittlerweile fallende 200-Tagelinie (8.365 USD) als zusätzlicher Widerstand in Spiel.


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