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Deutschland hortet Gold in Vorbereitung auf Währungsreform

09.04.2020  |  Jan Nieuwenhuijs
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Anfang 2019 schätzte CFIN, dass die Deutschen etwa 8.918 Tonnen physisches Gold in Form von Barren, Münzen und Schmuck besitzen, während sich diese Zahl im Jahr 2010 auf 7.558 Tonnen belief. In anderen Worten: Der deutsche Privatbesitz von Gold stieg in zehn Jahren um 1.360 Tonnen.

Um zu berechnen, wie viel Gold nun Franzosen und Italiener besitzen, habe ich nach Angebots- und Nachfragedaten gesucht, die am besten mit der Erhöhung um 1.360 Tonnen in Deutschland übereinstimmen. Die besten Daten stammten vom WGC. Auch wenn die "Nettobarren- und -münznachfrage" perfekt passt, ist die "Nettoschmucknachfrage" deutlich weniger akkurat. Nichtsdestotrotz möchte ich dem WGC dafür danken, ihre Methode verdeutlicht zu haben und dem Metals Focus dafür, dass sie zusätzliche auf Länder spezifizierte Daten zur Verfügung gestellt haben, die öffentlich nicht verfügbar sind.


Schlussfolgerung

Betrachten Sie den unteren Chart, der die Schätzungen für den Privatbesitz von Gold in Deutschland, Frankreich und Italien 2010 vs. 2020 zeigt.

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Für Deutschland habe ich mich größtenteils auf die CFIN-Daten sowie WGC-Daten für 2019 bezogen, um auf eine Schätzung von 8.992 Tonnen privaten Goldbesitzen 2020 zu kommen. Das ist eine Zunahme von 19% im Vergleich zu 2010.

Im Falle von Frankreich habe ich die CFIN-Studie von 2010 als Startpunkt verwendet und mir die Zahlen mithilfe von Daten des WGC erschlossen. Somit halte ich die französischen Bestände von Barren und Münzen für akkurater als die Schmucknachfrage, da letzteres anfälliger für inakkurate Kalkulationen zu sein scheint.

Seit 2010 fügten die Franzosen ihren Barren- und Münzbeständen praktisch nichts hinzu und verkauften etwa 120 Tonnen Schmuck. Altgoldangebot in Frankreich übersteigt Schmuckverbrauch. Meine beste Schätzung ist, dass die französische Bevölkerung insgesamt 4.605 Tonnen besitzt. Das sind 2% weniger als 2010.

Für Italien habe ich denselben Vorgang wie für Frankreich verwendet. Italien verzeichnete ebenfalls eine unbedeutende Veränderung seiner Barren- und Münzbestände seit 2010. Die massive Schmucksammlung Italiens wurde um 710 Tonnen reduziert. Der Goldpreisanstieg in der Eurozone 2012 kann dies erklären. Die Altschmuckverkäufe steigen tendenziell bei höheren Preisen, wie es damals in Italien der Fall war.

Beachten Sie auch, dass die italienische Wirtschaft zu diesem Zeitpunkt Schwierigkeiten hatte. Zum Stand von 2020 beträgt meine Schätzung des italienischen Privatgoldes 5.707 Tonnen. Das ist ein Rückgang von 11% im Vergleich zu 2010.

Wie der obige Chart zeigt, sind die Deutschen der Inflation gegenüber misstrauisch, weshalb sie physisches Gold als Absicherung besitzen. In der Umfrage der CFIN von 2011 erklärten mehr als 80% der Befragten, dass sie Gold aufgrund von Werterhaltung und als Schutz vor Inflation erwerben würden. Dort ist ebenfalls eine Grafik enthalten, die den Anteil der Leute zeigt, die Gold in Deutschland (23%), Frankreich (3,3%) und Italien (6,7%) für Investitionszwecke erworben haben. Die Deutschen sehen Gold als sicheren Hafen. Die Franzosen und Italiener halten es vielmehr für einen Verzierungsgegenstand.


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