Suche
 

Statement: Gold-Lieferengpässe wegen Corona?

08.04.2020
Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG Edelmetall Service GmbH & Co. KG

Aufgrund der Corona-Krise haben sich der Preis für physisch sofort lieferbares Gold und die Kosten für Papiergold, also der Börsenpreis für Gold, stärker als sonst voneinander abgesetzt.

Edelmetall-Kurse entstehen an den internationalen Börsen. Dort mussten aktuell viele Großhändler und Fonds aufgrund von COVID-19 Teile ihres Goldes abverkaufen, da Geld für anstehende Verpflichtungen benötigt wurde oder notwendige Portfolio-Auflagen erfüllt werden mussten. Deswegen sank der Goldkurs zunächst.

Nichtsdestotrotz erleben Edelmetallhändler derzeit eine sehr hohe Nachfrage, einen regelrechten Run auf Gold. Da es sich bei Edelmetall traditionell um eine sichere und stabile Anlage handelt, investieren Privatanleger zurzeit vermehrt in Sachwerte.

Viele Menschen haben Angst vor einer Rezession, in der ihr Geld seinen Wert verliert. Auch fürchten Anleger eine Flutung des Marktes mit frisch gedrucktem Geld, um die Konjunktur nach der Krise wieder anzukurbeln.

Sollte es früher oder später zu einem Finanzcrash kommen, bleibt ein Kilogramm Gold immer ein Kilogramm Gold. Zusätzlich preistreibend wirkt neben der gestiegenen Nachfrage die Tatsache, dass zahlreiche Prägestätten aufgrund des Coronavirus temporär schließen oder ihre Produktion drosseln mussten, was zu einem deutlich eingeschränkten Angebot an Münzen und Barren führt.

Auch der Transport des Rohgoldes von Minen zu Raffinerien und von Prägeanstalten zu Großhandelszentren hat sich deutlich verteuert, da Fluglinien die meisten internationalen Flüge eingestellt und die Frachtraten sich dadurch vervielfacht haben.

Aufgrund dieser Produktions- und Logistikengpässe und der stark erhöhten Nachfrage kommt es auf dem Markt derzeit zu Preisen, die vom Papiergoldkurs stark abweichen.

Daher sind die Aufgelder für Barren und Münzen gestiegen. Wer die Preise physischer Goldprodukte vergleicht, sollte unbedingt auf die angegebenen Lieferzeiten achten.

Wer jetzt zu den hohen Aufgeldern Gold kauft und dieses eventuell erst nach Monaten zugestellt bekommt, ist unter Umständen besser beraten, zu warten, bis die Märkte sich wieder beruhigt haben.

Wer jetzt ordert und die Ware auch binnen weniger Tage nach Bestellung in der Hand haben möchte, sollte bei Händlern bestellen, die auch wirklich nur sofort lieferbare Ware anbieten. Generell gilt: Panik und Hysterie sollten Anleger nicht als Gründe für eine Investition sehen, sondern weiterhin langfristig denken.“


© Dominik Lochmann
Geschäftsführer der ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG



Bewerten 
A A A
PDF Versenden Drucken

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bild- oder Filmrechte liegen beim Autor/Quelle bzw. bei der vom ihm benannten Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt eines Autors spiegelt generell nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers wieder. Mittels der Veröffentlichung will dieser lediglich ein pluralistisches Meinungsbild darstellen. Direkte oder indirekte Aussagen in einem Beitrag stellen keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Wir wehren uns gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde. Beachten Sie bitte auch unsere AGB/Disclaimer!




Meistgeklickte Artikel
Videos
Alle Angaben ohne Gewähr! Copyright © by GoldSeiten.de 1999-2020.
Die Reproduktion, Modifikation oder Verwendung der Inhalte ganz oder teilweise ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt!

"Wir weisen Sie ausdrücklich auf unser virtuelles Hausrecht hin!"