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Duckendes Silber, versteckter Ölmarkt

25.04.2020  |  Dr. Keith Weiner
Der Goldpreis bewegte sich in den letzten 30 Tagen stetig nach oben und eroberte sein Hoch zurück, das er vor dem großen Preisrückgang im März verzeichnet hatte. Gold beendete die Woche bei 1.662 Dollar je Unze. Doch dasselbe galt nicht für Silber, dessen Preisrückgang stärker ausfiel. Nun ist dessen Preismarkierung kleiner. Silber beendete die Woche bei 15,19 Dollar.

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Man muss keinen Blick auf das Gold-Silber-Verhältnis werfen, das derzeit jenseits Gut und Böse ist, um zu sehen, dass die Welt verrückt geworden ist. Silber, so ist bekannt, besitzt eine industrielle sowie monetäre Nachfrage. Aufgrund des Einbruchs der Wirtschaftsaktivität angesichts des Coronavirus wurde die industrielle Komponente des Silbers deutlich reduziert.

Viele Leben verarmter Leute werden verloren gehen. Das ist das eiserne Gesetz der Wirtschaft. Es gibt keine Möglichkeit, es zu umgehen. Wenn Sie Ihnen Subventionen anbieten, dann nehmen Sie nur kostbares Kapital von denjenigen, die noch immer solvent sind, um diejenigen zu füttern, die insolvent und arbeitslos sind. Man braucht Kapital, um jemanden anzustellen. Indem also Kapital derjenigen genommen wird, die solvent sind, stürzt die Regierung schlicht mehr Leute in arbeitslose Armut.

Die Spinner der modernen Geldtheorie, Sie haben es erraten, drucken Geld, um all diese Probleme zu lösen. Einige von ihnen beschimpfen uns mittlerweile selbst als Spinner. Der Ölpreis setzt seinen epischen Einbruch fort. Er beendete die Woche weit unter 20 Dollar und befindet sich zum Zeitpunkt dieses Berichts gerade bei etwa 11 Dollar. Ja, das ist richtig, mit einer Unze Silber können Sie sich eineinhalb Barrel Öl kaufen!

Wir haben keine Meinung darüber, ob der Ölpreis weiter fallen wird. Doch wir erwarten nun, dass Kupfer (und andere Rohstoffe) nach unten abgleiten werden. Da die Leute eingesperrt sind und nicht zusammentreffen, um zu arbeiten oder in den Urlaub fahren, benutzen sie ihre Fahrzeuge weniger. Demnach gibt es eine niedrigere Nachfrage nach Öl und somit niedrigere Ölpreise. Das bedeutet zudem auch eine geringere Nachfrage nach Fahrzeugen. Nicht zu vergessen der Tatsache, dass viele Autohändler aufgrund Regierungsverordnungen schließen; und Arbeitslose kaufen bekanntlich keine neuen Autos.

Woher wird die Nachfrage nach Öl, Stahl, Kupfer, Zement und all die Dinge herkommen, die Leute vor den Einschränkungen kauften? Wir betrachten bevorzugt die Preise von rohen Rohstoffen, anstatt verarbeiteter Waren im Einzelhandel, um die Auswirkungen der Geldpolitik und deren positiver Feedbackschleifen mit Resonanz besser verstehen zu können. Grund dafür ist, dass die Produktion und der Vertrieb von Waren zahlreichen Regulierungen unterliegen, die Unternehmen dazu zwingen, "nutzlose Zutaten" hinzuzufügen.

Beispielsweise unterliegt Benzin in den USA einem Regime, das verschiedene Formeln umfasst, die jeder Staat selbst festlegt. Der Bau einer neuen Pipeline ist hoch politisiert und somit gibt es in vielen Fällen eine Kapazitätsknappheit. Ein Breakdown könnte also eine lokalisierte Ölpreisspitze verursachen. Und die Last der Regelbefolgung verursacht weit höhere Preise im Land.

Regulierungen setzen viele kostspielige Aktivitäten voraus; wie beispielsweise eine Veränderung der Formel im Frühling und erneut im Herbst. Was kostet es die Raffinerien, die Werkzeuge zweimal im Jahr wechseln zu müssen, nicht zu vergessen ihre Inventare auf null fallen zu lassen, nicht-verkäufliches Inventar zu lagern oder zu verschwenden?

Das Ausmaß der Verluste ist noch nicht in den Köpfen angekommen. Es ist klar, dass viele Ölproduzenten ihre Schulden mit Öl unter 20 Dollar nicht bedienen können. Und viele Autohäuser, Restaurants und andere Unternehmen, die durch Regierungsanordnung geschlossen wurden, können dies ebenfalls nicht. Und viele arbeitslose Arbeiter auch nicht. Die Frage ist, wie schnell das Bankensystem damit abrechnen wird. Wir sind keine Buchhalter, aber wir verstehen, dass Verbindlichkeiten - sollten die Schulden nicht gezahlt werden können - einen Alterungsprozess durchlaufen. Erst 30 Tage im Verzug, dann 60, dann 90. Dann beginnt der Spaß, wenn Schulden reduziert (oder erlassen) werden.

Das ist eine Depression. Sie kann nicht durch irgendeine sozialistische Fiskal- oder Geldpolitik korrigiert werden. Das eigene Kapital als Einkommen auszugeben, das von anderen konsumiert wird, wird das zugrundeliegende Problem nicht lösen. Noch wird es mehr Kredite zu niedrigeren Zinsen verschaffen. Diese Maßnahmen werden allenfalls nur einen weiteren Boom anfachen.

Zurück zu Gold; wir haben gesagt, dass es zwei Dinge gibt, um die unglaublich hohe Goldbasis zu erklären. Eine Tatsache ist, dass die Spekulanten die Futureskontrakte hochbieten. Die andere ist, dass die Banken, aufgrund von Kreditknappheit, nicht in der Lage sind, diese Spread zu arbitrieren. Üblicherweise würden sie Dollar leihen, um Gold zu kaufen und zeitgleich einen Futureskontrakt verkaufen. Sie lagern das Gold in der Zwischenzeit und verleiben sich die Basisspread ein.

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