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Totalkatastrophe für das Währungssystem

20.05.2020  |  Egon von Greyerz
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Das Faszinierende an diesem 200-Jahre-Chart ist die Amplitude der Bewegungen. Seit der Gründung der Fed 1913 und der Abschaffung der Goldbindung in den meisten Ländern (zuletzt durch die USA im Jahr 1971) lassen sich im Chart große Ausschläge erkennen. Zudem bildeten sich, im Vergleich zur Zeit vor 1913, stark übertriebene Hochs und Tiefs. Die Ursache dafür waren konstante Eingriffe sowie Marktmanipulation durch Zentralbanken.

Heute gibt es keine echten Märkte mehr. Die Kurse werden in einem Casino bestimmt, das kaum noch Ähnlichkeit mit der Realität hat. Die Kreditexpansion und das Falschgeld haben dazu geführt, dass für praktisch alle Finanzinstrumente Scheinkurse gelten. Falls Sie es nicht glauben, warten Sie einfach ab, was demnächst an den Märkten passieren wird.

Wie man im Dow/Gold-Chart sehen kann, liegt das nächste Ziel im Verhältnis wahrscheinlich bei 0,5:1 oder darunter. 1980 stand es bei 1:1 (Dow 850 und Gold 850 $). Die Trendlinie verläuft jetzt in Richtung 0,5 - und das bedeutet, dass der Dow im Verhältnis zu Gold in den nächsten Jahren wahrscheinlich um mindestens 96% fallen wird. Meiner Ansicht nach könnte es sogar zu einer Überreaktion kommen, die das Verhältnis deutlich tiefer sinken lässt.

Doch selbst wenn der Dow nur auf, sagen wir, 10.000 Punkte fallen sollte, so würde das - bei 0,5 im Dow/Gold-Verhältnis - bedeuten, dass der Goldpreis bei 20.000 $ stünde, was meiner Überzeugung nach überaus wahrscheinlich ist, auch ohne hohe Inflation.


Silber bei 1.666 $

Noch interessanter ist das Dow/Silber-Verhältnis. Das Gold/Silber-Verhältnis steht aktuell bei über 100, doch in den nächsten Jahren wird es wahrscheinlich wieder seinen langfristigen Durchschnitt von 15 erreichen.

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Der Blick auf das Dow/Silber-Verhältnis zeigt uns nun, dass traditionelle Investments im Vergleich zu physischen Anlagen vollständig einbrechen werden, insbesondere im Vergleich zum drastisch unterbewerteten Silber. Aktuell steht das Verhältnis bei 1.573. Im Jahr 1980 stand es bei 17:1. Sollte das Verhältnis auf die langfristige Trendlinie fallen, könnte sogar die Marke von 6 Punkten erreicht werden.

Das entspräche einem 99,6%igen Einbruch des Dow/Silber-Verhältnisses im Verlauf der nächsten Jahre.

Abhängig von der Betrachterperspektive ist das entweder spektakulär oder vernichtend. Also: Silber wird in den kommenden Jahren wahrscheinlich besser abschneiden als die meisten anderen Investments und enorme Gewinne generieren. Man darf aber nicht vergessen, dass Silber auch unglaublich volatil ist und sich nicht für Witwen oder Waisen eignet. Unseren Anlegern empfehlen wir, 20-25 % Silber zu halten und 75-80 % Gold, um friedlich schlafen zu können.

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Sagen wir, der Dow sinkt in den nächsten Jahren auf 10.000 Punkte. Bei einem Dow/Silber-Verhältnis von 6 kämen wir also auf einen Silberpreis von 1.666 $. Sicherlich nicht unmöglich.

Bei den wichtigen Bewegungen der Metallkurse ist in der Regel der Silberkurs führend. Seit Mitte März ist das Gold/Silber-Verhältnis von 126 auf heute 110 gefallen, und es sieht ganz so aus, als ob es in Kürze noch stärker fallen wird. Silber steigt jetzt etwas schneller als Gold, und für eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends bei den Metallen sollte genau das passieren.

Ich gehe also davon aus, dass eine große Aufwärtsbewegung bei Gold und Silber unmittelbar bevorsteht. Doch meine Warnung an Investoren bleibt bestehen: Metalle hält man nicht für Gewinne, die in wertlosem Papiergeld gemessen werden, sondern aus Gründen des finanziellen Überlebens und zum Schutz des eigenen Vermögens vor einem zusammenbrechenden Finanzsystem.


© Egon von Greyerz
Matterhorn Asset Management AG



Dieser Artikel wurde am 13. Mai 2020 auf www.goldswitzerland.com veröffentlicht.


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