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Die Fed beschleunigt den Boom-Bust-Zyklus

01.06.2020  |  Kelsey Williams
Das 21. Jahrhundert wurde mit Ängsten um das Jahr-2000-Problem eingeleitet und wie sich dieses auf Computerprogrammierung auswirken würde. Teil der Sorge fokussierte sich auf die Finanzmärkten. Die Federal Reserve gab bekannt, dass man bereit wäre, den Aktienmarkt zu stützen und Unterstützung für Finanzinstitutionen zu leisten, die Schwierigkeiten bekommen könnten.

Der große Tag kam und wie jede andere gelegentliche Macke, die scheinbar nicht in Zusammenhang mit wachsenden Ängsten stand, war die Geburt des neues Jahrhunderts ziemlich ereignislos. Allgemein blieben die Märkte relativ ruhig. Dennoch brodelte Unruhe unter der Oberfläche. Der extrem bullische Technologieaktiensektor war dabei, sich von seinem jahrzehntelangen Run auf ununterstützbare und übermäßig optimistische Hochs umzukehren. Im Zentrum des Hypes und der Faszination waren neue Unternehmen, angeführt von etwa zwanzig Genies. Diese wurden als Startups bezeichnet.

Sie waren attraktiv genug, um große Mengen Unterstützer anzuziehen. Nur ein Hauch einer revolutionären Idee konnte ein unbekanntes, kleines Privatunternehmen ins Rampenlicht eines neuen Marktes befördern. Die Technologieaktien brachen 2000 zusammen und schlossen sich letztlich dem allgemeineren Aktienmarkt an, der einen zweijährigen Abstieg begann, bei dem der S&P 500 50% seines Wertes verlor.

Mit der Fed am Steuer erholten sich die Preise. Dann, 2006 bis 2007, verzeichneten die Immobilienpreise eine Spitze und brachen ein. Der Großteil des offensichtlichen Schadens trat in der Wohnimmobilienbranche auf. Zwangsvollstreckungen waren häufig und eine gesamte Schnittfläche der Bevölkerung befand sich im Transit zwischen neu erworbenen Häusern und Mietwohnungen; wenn die Leute denn welche finden konnten.

Wirtschaftliche Konsequenzen breiteten sich auf große Investmentbanken und Aktienmarkt aus. Finanzinstitutionen wie Lehman Brothers, Merrill Lynch, Washington Mutual und AIG wurden dahingerafft. Der Aktienmarkt erkannte endlich wie schlimm die Dinge standen. Beginnend im August 2007 und über die nächsten 18 Monate hinweg brachen die Aktienkurse vehement ein. Der allgemeine Markt, widergespiegelt durch den S&P 500, verlor fast zwei Drittel seines Wertes.

Im Februar 2009 wurde ein Boden erreicht. In den vergangenen zehn Jahren stieg der Markt auf neue Rekordhochs, scheinbar höher als man vor einigen Jahren noch erwartet hatte. All das ging mit der "Hilfe" der Fed einher. Im aktuellsten Beispiel hoher Volatilität und finanzieller Unruhe fiel der Aktienmarkt in drei kurzen Woche um ein Drittel. Es war schlimmer als der anfängliche Crash des Aktienmarktes 1929.

Einige sagen, dass Angst und wirtschaftliche Störungen aufgrund der COVID-19-Pandemie Übeltäter waren. Das glaube ich nicht. Alle Assetpreise wurden aufgrund vorheriger Reflationsbemühungen der Fed künstlich angehoben. Fehlende, fundamentale Unterstützung hatte den Aktienmarkt extrem verwundbar für einen Selloff großen Ausmaßes gemacht, unabhängig eines spezifischen Auslöser. Ungeachtet ihrer Geschichte von Bailouts, Niedrigzinsen und Kreditausweitungen reagierte die Fed erneut ähnlich. Es war keine exakte Kehrtwende. Nach einem halbherzigen Versuch, die Zinsen auf normale Niveaus zu bringen, hatte die Fed bereits begonnen, die Zinsen schrittweise zu senken.

Vor einigen Jahren begann die Fed, die Zinsen zu erhöhen, weil sie darum besorgt war, dass anhaltende Lockerung deutliche Rückgange des US-Dollar auslösen könnten. Auf der anderen Seite erhöhten höhere Zinsen die Wahrscheinlichkeit, dass das System die Einschränkungen nicht gut genug tolerieren würde, um sich zu bessern, und dass ein weiterer Kollaps stattfinden könnte. Der Zusammenbruch fand dennoch statt. Wenn Sie glauben, dass es egal ist, was die Fed tut, dann könnten Sie womöglich richtig liegen.

"Die Federal Reserve weiß nicht, was sie tun soll. Das ist wirklich zu schade. Für uns alle. Das größere Problem ist, dass es wahrscheinlich keinen Unterschied macht, was sie tut - oder nicht tut."

Ein Großteil der Fed-Aktivität besteht aus Reaktionen auf Probleme, die ihren eigenen Handlungen entsprangen. Und das war seit 1913 der Fall, als die Fed ihre Operationen aufnahm. Über das letzten Jahrhundert hinweg hat die Federal Reserve den Wert unseres Geldes zerstört. Der US-Dollar ist heute weniger als 2 Cent wert, wenn man ihn mit der Kaufkraft von 1913 vergleicht, als die Fed ihr Leben auf Erden begann. Das ist direktes Ergebnis der Inflation, die die Fed kontinuierlich erschafft, indem Geld- und Kreditmenge erhöht werden.

Ihr anfänglicher Versuch, die Finanzmärkte zu beruhigen, verursachte die schwerwiegendste Depression in der Geschichte unseres Landes seit dem Aktienmarktcrash 1929. Der ehemalige Vorsitzende der Fed, Ben S. Bernanke, stimmt dem zu:

"Lassen Sie mich meine Ansprache beenden, indem ich meinen Status als offizieller Repräsentant der Federal Reserve missbrauche. Ich würde gerne an Milton und Anna gewandt sagen: Was die Weltwirtschaftskrise angeht... Ihr habt Recht, wir waren das. Es tut uns sehr leid. Doch dank euch werden wir das nicht wieder tun." - Gouverneur Ben S. Bernanke während der Konferenz zu Ehren von Milton Friedman, University of Chicago, Illinois am 8. November 2002

Versprechungen, Versprechungen. Sechs Jahre nach seiner Rede führte Gouverneur Bernanke Vorsitz über eine absolute Katastrophe an den Finanzmärkten. Billiger Kredit und "Monopoly"-Geld hatten Blasen an den Schuldenmärkten aufgeblasen, die platzten. Politik und Handlungen der Federal Reserve sind ein Missbrauch der fundamentalen Volkswirtschaftslehre. Die Auswirkungen ihrer Handlungen sind außerordentlich volatil und unvorhersehbar. Ihre Aktionen und deren Auswirkungen haben Probleme verursacht, die nahezu unüberwindbar sind.

Dies zu wissen, hilft nicht. Die Fed kann nur auf dieselben Neuigkeiten und Statistiken reagieren, die wir alle sehen und hören. Fed-Politik, spezielle Finanzierungsbemühungen, unendliches Geld und Krediterschaffung - all das kombiniert könnte den Drachen temporär beruhigen, doch niemals töten.


© Kelsey Williams



Der Artikel wurde am 19. Mai 2020 auf www.kelseywilliamsgold.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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