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Michael Pento: Insolventes Amerika

15.06.2020  |  Mike Gleason
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Mike Gleason: Ja, gut gesagt. Ich denke, dass die Tage, in denen man Kaufen und Halten konnte, vorbei sind und die Leute müssen sich das eingestehen.

Nun, ein Volkswirtschaftler der Fed erklärte letzte Woche, dass er für Negativzinsen in den USA sei. Vorsitzender Powell hat in der Vergangenheit seine negative Meinung gegenüber Negativzinsen zum Ausdruck gebracht, doch es ist wahrscheinlich nicht vollkommen unmöglich, dass wir so etwas irgendwann in den Vereinigten Staaten haben werden. Sprechen Sie doch darüber, was das bedeuten könnten und wie wahrscheinlich so etwas wäre.


Michael Pento: Nun, sie haben nicht in Europa funktioniert, Mike. Dort wurde ziemlich klar demonstriert, dass Negativzinsen der Wirtschaft nicht helfen und Institutionen zerstören. Die Fed existiert, um Banken zu schützen. Ich glaube also nicht, dass sie Negativzinsen im nominalen Sinne des Wortes einführen werden. Wenn Sie mich also fragen, ob wir Negativzinsen im realen Sinne sehen werden? Ja, das ist zu 100% garantiert. Sie sind bereits hier. Negativzinsen im realen Sinne, inflationsbereinigt, gibt es bereits. Sie sind im Kommen. Und sie werden eine ganze Zeit lang bestehen bleiben und immer negativer werden. Das ist Fakt.

Doch hier ist ein Punkt, über den Sie nachdenken sollten. Janet Yellen, ehemalige Vorsitzende der Federal Reserve, erklärte, dass sie Regulierungen darüber verändern möchte, was die Fed derzeit kaufen kann. Es ist also noch nicht genug, dass die Fed Schrottanleihen erwerben kann und primäre Kredite an Unternehmen ausgeben kann. Das ist nicht genug für die Fed. Yellen möchte, dass die Fed die Zustimmung des Kongresses hat, Aktien zu kaufen. Und sie möchte diese Zustimmung jetzt haben, weil sie weiß, dass das, was ich erwähnt habe, passieren wird.

Das es zu einer Inflations- und Insolvenzimplosion des Anleihemarktes kommen wird, der dafür sorgt, dass die Aktien von alleine um 80% einbrechen werden. Und das ist der Grund, warum ich denke, dass sie den Weg jetzt ebnen möchte; damit Aktien erworben werden können, wenn das geschieht.


Mike Gleason: Sollte das passieren, wird dies das Ende der freien Märkte sein, wie wir sie kennen. Gehen wir nun zu Gold über. Es ist ein harter Vermögenswert, der sich in dieser Art Umfeld gut entwickelt. Den größten Teil der letzten ein bis zwei Monate konsolidierte es, nachdem Mitte März der große Selloff stattfand. Gibt es bei Gold irgendetwas, das Sie überrascht hat, Michael? Und was denken Sie, werden diese Markt- und Wirtschaftsgegenwinde für das gelbe Edelmetall im Laufe des restlichen Jahres bedeuten?

Michael Pento: Nun, zu Beginn des Jahres erhöhte ich meine Allokation von 10% auf 20% Gold. Ich habe diese kürzlich zurück auf 10% reduziert und ich erzähle Ihnen rasch warum. Wenn Sie, wie ich, ein aktiver Trader sind, dann möchten Sie den Ertrag in Ihrem Portfolio maximieren. Es besteht derzeit eine Menge Optimismus darüber, dass die Wirtschaften in der Welt wieder öffnen. Und es gibt da die Federal Reserve, die größtenteils aufhörte, Staatsanleihen zu kaufen. Sie kauften Staatsanleihen im Wert von 75 Milliarden Dollar, um die Zinsen zu drücken.

Die Zinsen explodierten im März und stiegen von 0,3% auf 1,2% im März. Die Fed kaufte Staatsanleihen im Wert von 75 Milliarden Dollar am Tag. Nun erwirbt sie nur noch Staatsanleihen im Wert von 4 Milliarden Dollar am Tag. Und wenn man also optimistisch gegenüber der Wirtschaft, kommenden Wirtschaftsdaten und dem Halt der Fed-Staatsanleihekäufe ist, dann könnte man eventuell einen Anstieg der nominalen Zinsen und in einigen Monaten eine Spitze beobachten können.

Das erwarte ich also für die nächsten zwei bis zweieinhalb Monate. Das ist es, was der Goldmarkt im Übrigen erwartet. Der Aufstieg des Goldmarktes wurde temporär eingedämmt, weil man über die Situation, die ich erwähnte, besorgt war. Doch auf der anderen Seite erwarte ich, dass die Fed bekanntgeben wird, dass man die Rendite der langfristigen Staatsanleihen aktiv eindämmen wird. Das erwarte ich für Herbst.

Denn sie können dem Markt nicht den Rücken kehren, da dieser insolvent ist, wie ich zuvor erwähnt habe. Wenn es im Herbst also eine Rückkehr gibt, ein Wiederaufleben des Virus stattfindet und sich die Daten verschlechtern, dann muss die Fed wieder eingreifen und die Renditen eindämmen. Und das wird eine Gelegenheit für Gold bieten, auf Rekordhochs zu steigen.


Mike Gleason: Geben Sie den Leuten da draußen abschließend etwas Rat.

Michael Pento: Okay. Nun, zuerst sollte man jeden Tag mit einem Gebet beginnen. Das ist eine gute Art und Weise, den Tag zu beginnen. Und das hilft zudem dabei, jegliche Depression zu überwinden, die Sie vielleicht verspüren. Und was das Investieren angeht, so müssen Sie ein aktiver Manager bleiben. Das ist nicht die Welt Ihres Großvaters.

Ich spreche hier nicht von einer Welt, in der die Märkte frei funktionieren und Sie eine Vielzahl von Aktien kaufen und halten können und sagen: "Wissen Sie was? Wenn der Markt fällt, dann werden meine Anleihen den Verlust am Aktienmarkt ausgleichen können." Nun, die 10-Jahresstaatsanleihen werfen 0,7% Rendite ab, Mike, also wird man dabei nicht sonderlich viel Geld machen können. Sie müssen aktiver Manager sein. Sie können sich nicht zurücklehnen und die Wall Street Ihre Kaufkraft und Ihren Lebensstandard zerstören lassen.


Mike Gleason: Ja, gut gesagt. Das unterstreicht die Wichtigkeit, gute Leute an seiner Seite zu haben. Ich danke Ihnen, Michael. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Bleiben Sie sicher und gesund. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Michael Pento: Ich danke Ihnen, Mike.


Mike Gleason: Nun, das war es dann wieder für diese Woche. Ich danke noch einmal Michael Pento von Pento Portfolio Strategies.


© Mike Gleason
Money Metals Exchange



Der Artikel wurde am 05. Juni 2020 auf www.moneymetals.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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