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Gold ist ein notwendiger Hedge und keine Spekulation

22.06.2020  |  Markus Blaschzok
Der Goldpreis sprang am Freitag auf 1.756 $ im Gold-Future, da steigende Covid-19 Neuinfektionen in China und den USA die Angst vor einem zweiten Shutdown schürten. Der Aktienmarkt kam deutlich unter Druck, insbesondere auch aufgrund weiterer Gewinnmitnahmen nach der historischen Rallye, deren Treibstoff das billige Geld der Notenbanken war.

Der Silberpreis kann sich bisher in luftigen Höhen halten, obwohl die industrielle Nachfrage noch verhältnismäßig gering ist. Die aktuelle Stärke basiert auf der gestiegenen Investmentnachfrage in Antizipation der kommenden Inflation und Abwertung der Fiat-Währungen. Mit dem Hochfahren und der Stabilisierung der Wirtschaft zum Ende des Jahres, sowie einem möglichen neuen liquiditätsinduzierten Boom im nächsten Jahr, wird auch die industrielle Nachfrage zunehmen und damit ein weiterer Faktor den Preis treiben. Dies dürfte zu einer langsamen Outperformance von Silber zu Gold führen, was sich in einem fallenden Gold-Silber-Ratio widerspiegeln wird.

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Der Goldpreis zeigt sich unvermindert stark und konsolidiert auf hohem Niveau den vorherigen Anstieg


Real bleibt das fundamentale Umfeld schlecht und es steht eine weitere Bereinigung der Fehlallokationen in der Wirtschaft bevor, die das Niedrigzinsumfeld verursachte. Die Märkte stiegen bisher nicht etwa aufgrund guter Wirtschafsaussichten seit März an, sondern weil das viele billige Geld die Währungen abwertet und der US-Dollar sowie der Euro an Kaufkraft verlieren werden, was in die Aktienkurse eingepreist wurde.

Mit einer Abwertung der Währungen im Umfeld einer finanziellen Repression werden die Unternehmensgewinne schneller wachsen als die Löhne, die real fallen werden, was die Gewinnaussichten der Unternehmen in den nächsten Jahren verbessert und deren Verschuldung reduziert, was wiederum der nächste Kaufgrund für Investoren sein wird.

Die US-Notenbank wird mit Vollgas weiter Geld drucken, solange bis die Arbeitslosenrate auf ein akzeptables Niveau gefallen sein wird. Die Shortseller und jene, die auf einen weiteren Einbruch oder gar einen nominalen Aktienbärenmarkt gewettet haben, stehen nun vor einem großen Problem, da die Fed genügend Feuerkraft besitzt, um alle Shorts zu grillen. Nach der V-förmigen Erholung am Aktienmarkt war die bisherige Korrektur dieses Anstiegs nur gering.

Sollten die bis dato abseits stehenden professionellen Fondsmanager, aufgrund einer nicht erfolgten weiteren Korrektur zum sehr späten Einstieg in den Markt gezwungen werden, dann könnte es einen weiteren Melt Up mit einem deutlichen Überschießen der Allzeithochs geben.

Während sich nicht nur in Deutschland, sondern weltweit Menschen versammeln und sich das Leben nach den Shutdowns langsam normalisiert, blieb die dystopische Pandemie jedoch aus.

Die Testpandemie bringt zwar neue Fallzahlen, doch widersprechen die leeren Krankenhäuser auch in Deutschland und den USA diesem vermeintlichen Trend. Medien und Politik verbreiten hingegen unvermindert die Angst vor einem zweiten Shutdown und betteln förmlich um eine zweite Welle. Die Menschenrechtsverletzungen in Göttingen sind ein Beispiel dafür, wie weit Staat und Politik bereit sind zu gehen, um ihr Narrativ zu verteidigen. Die Wiedereröffnung der Wirtschaft ist ein Erfolg, weshalb wir einen zweiten Shutdown angesichts der Aufklärung in der Bevölkerung für unwahrscheinlich halten.


Preise steigen nicht - der Wert des Fiat-Geldes fällt

Die Abwertung der Fiat-Währungen wird den Goldpreis zwangsläufig weiter ansteigen lassen. Gold ist aufgrund der laufenden Geldmengenausweitungen keine Spekulation mehr - Gold ist ein notwendiger Hedge gegen den rapiden Kaufkraftverlust der Währungen geworden! Investoren sind angesichts der Geldflut dazu gezwungen, sich an der Benchmark der stärksten Währung der Welt zu orientieren. Wer in der kommenden Dekade nicht mindestens die Rendite des Goldes einfahren kann, der wird einen realen Verlust erleiden.

Investoren sind daher gezwungen in Gold zu investieren und sich abzusichern, weshalb der Goldpreis nicht nur aufgrund der Inflation steigen wird, sondern auch aufgrund gestiegener Nachfrage durch eine teilweise Remonetarisierung des Goldes am Markt. Selbst Goldman Sachs hob seine 12-Monatsprognose für den Goldpreis von 1.800 US-Dollar auf 2.000 US-Dollar an, wobei wir uns bis Ende 2021 gar einen Goldpreis von über 2.400 US-Dollar vorstellen können.

Da die Inflation steigende Renditen bzw. eine restriktivere Kreditvergabe erzwingen wird, dürfte der Goldpreis den breiten Aktienmarkt outperformen in der kommenden Dekade, wobei teilweise beide Märkte gleichzeitig steigen werden in der Stagflation. Das Dow-Gold Ratio dürfte in den nächsten Jahren sukzessive fallen und am Ende der Goldhausse womöglich den Bereich von 2 oder 1 erreichen. Dann würde man mit einer oder zwei Unzen Gold einmal den Dow Jones kaufen können, wofür man aktuell noch 14,7 Unzen Gold (25.800 US-Dollar) benötigt. Aufgrund der Liquidität wird der Aktienmarkt wohl nicht so stark fallen, weshalb der Goldpreis diese Differenz durch einen entsprechenden Preisanstieg ausgleichen muss.


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