Suche
 

Clint Siegner: Wie die Fed die Leute abzieht

01.07.2020
Die Federal Reserve hat Billionen Dollar gedruckt, ohne galoppierende Preisinflation zu erschaffen. Das ist einem netten Trick zu verdanken. Das private Bankenkartell schaufelt den Großteil des Geldes zu den Wall-Street-Banken und nicht der Öffentlichkeit. Anstatt Millionen Amerikaner, die Preise von Verbraucherwaren nach oben bieten, verwendet eine handvoll Banker das kostenlose Geld, um die Vermögenswertpreise hochzubieten und sich selbst hohe Performance-Boni zu zahlen.

Das ist ziemliche Gaunerei. Die Fed-Offiziellen waren in der Lage, Aktienkurse als "Beweise" dafür anzuführen, wie erfolgreich sie eine Wirtschaftserholung arrangiert haben. Die Wall Street ist der tatsächliche Nutznießer all dieser Großzügigkeit und die Wall Street stellt nicht sonderlich viele Fragen, solange der Aktienmarkt in die Höhe schnellt. Die Dinge müssen einfach gut stehen, richtig?

Nur, dass die Amerikaner jetzt erkennen, wie schrecklich unfair die Fed-Politik ist. Die Verteilung der kürzlichen Stimuli der Fed und des Kongresses war so einseitig, dass es schon unverschämt ist. Politiker druckten und liehen etwa 6 Billionen Dollar - das Äquivalent von 30.000 Dollar für jeden Erwachsenen innerhalb der USA. Wie viel Geld haben die Leute tatsächlich in die Hände bekommen? Etwa 1.200 Dollar, wenn sie Anspruch auf die Unterstützung besaßen.

Und da der Kongress 100% dieser Finanzmittel geliehen hat, wird von den Amerikanern erwartet, diese zurückzuzahlen. Sie müssen das zu ihrer Rechnung hinzufügen. Der verhältnismäßige Anteil der US-Schulden per Erwachsener ist bereits mehr als 110.000 Dollar. Die Billionen, die die Fed erschaffen hat, wurden injiziert, um Staatsanleihen zu kaufen, diese an die Repomärkte zu verleihen und Anleihekäufe zu tätigen. In der Theorie werden diese Mittel ebenfalls zurückgezahlt werden müssen. Da die Fed niemals überprüft wird und keine Details zu Fed-Krediten angeben muss, müssen wir sie beim Wort nehmen.

Der falsch benannte CARES Act, der im März vom Kongress verabschiedet wurde, autorisierte Milliarden Dollar für kleinere Unternehmen. Doch ein Teil davon wurde von Banken aufgesaugt, einschließlich einer Bank aus New Jersey, die 5,3 Milliarden Dollar sammelte. Größere, öffentlich gehandelte Unternehmen, die weniger Notwendigkeit für Notfallmittel haben, haben bei diesem Programm ebenfalls abgesahnt.

Bloomberg berichtete, dass etwa zwei Drittel des 3-Billionen-Anreizpakets, das vom Kongress verabschiedet wurde, ausgegeben wurden. Diese Finanzmittel wurden praktisch ohne Beaufsichtigung ausgehändigt. Betrug und Fehlmanagement sollten zu erwarten sein, wann immer der Kongress ein massives Ausgabenprogramm verabschiedet. Wenn das Ausgabenprogramm mit genügend politischer Deckung durchgewunken wird, wie der CARES Act, dann wird das als Geldregen für Betrüger, spezielle Interessensgruppen und Leute enden, die gute Beziehungen haben.

Leider gibt es nicht viel, was frustrierte Amerikaner dagegen tun können. Fast jeder in Washington (in beiden Parteien) unterstützt das, was Fed und Kongress getan haben, um die Wirtschaft bisher zu "stimulieren." Die Federal Reserve an sich ist der amerikanischen Bevölkerung absolut keine Rechenschaft schuldig. Niemand wählt die Banker und sie müssen niemandem erzählen, was sie Tag für Tag an den Märkten machen.

Es gibt keine effektive Bewegung in Washington, die Zentralbank einzuschränken oder das Leihen und Ausgeben einzudämmen. Wenn es eine gab, dann ist diese sicherlich über das letzten Jahrzehnt hinweg verschwunden. Die Prognose für solide geldpolitische und fiskalpolitische Reformen sieht düster aus. Der Schwindel wird wahrscheinlich weitergehen, bis die Frustration zu gesellschaftlichen Unruhen führt oder das Vertrauen in den Dollar einbricht.


© Clint Siegner


Der Artikel wurde am 29. Juni 2020 auf www.moneymetals.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


Bewerten 
A A A
PDF Versenden Drucken

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bild- oder Filmrechte liegen beim Autor/Quelle bzw. bei der vom ihm benannten Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt eines Autors spiegelt generell nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers wieder. Mittels der Veröffentlichung will dieser lediglich ein pluralistisches Meinungsbild darstellen. Direkte oder indirekte Aussagen in einem Beitrag stellen keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Wir wehren uns gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde. Beachten Sie bitte auch unsere AGB/Disclaimer!




Alle Angaben ohne Gewähr! Copyright © by GoldSeiten.de 1999-2020.
Die Reproduktion, Modifikation oder Verwendung der Inhalte ganz oder teilweise ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt!

"Wir weisen Sie ausdrücklich auf unser virtuelles Hausrecht hin!"