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"Weimar-Effekt" - Die monetäre Illusion einer Aktien-Hausse

02.07.2020  |  Dr. Uwe Bergold
Diese Überschrift titelte bereits vor knapp fünf Jahren unseren Marktkommentar, welcher am 07.09.2015 auf www.goldseiten.de veröffentlicht wurde. Während der DAX damals immer weiter nominal (nicht real) neue Rekordstände generierte, bildete der Goldsektor den Boden seiner taktischen Korrektur für die finale Kursexplosion. Damals wie heute fehlt bei dem allgemeinen Marktteilnehmer das Verständnis zwischen nominaler (monetäre Illusion) und realer Betrachtung. Dies führt besonders aktuell wieder zur "Verwirrung der Verwirrungen" und die Masse versteht nicht, dass trotz des Niedergangs der Realwirtschaft (Globale Depression) die Börsen nominal (!) weiter steigen.

Als bestes Anschauungsbeispiel dieser Nominal-Real-Differenzierung dient die Weimarer Hyperinflation als "Mutter aller Inflationen" (siehe hierzu Abbildung 1). Am Ende dieses aktuellen "Drei-Generationen-Zyklus" (Beginn 1948) wird der Deutsche Aktienindex sowie die deutsche Wirtschaft real wieder auf dem Niveau von 1948 oder 1871/73 stehen (DAX < 1 Unze GOLD)!

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Abb. 1: Deutscher Aktien-Index nominal (links) und real, inflationsbereinigt (rechts) von 1870 bis 2004
Quelle: Deutsches Aktien-Institut, bearbeitet durch GR Asset Management GmbH


Wir bezogen uns in diesem, vor knapp fünf Jahr publizierten, Artikel besonders auf die beiden unterschiedlichen Bewertungsmöglichkeiten des Deutschen Aktienindex (nominal in Papier- oder real in Goldreichsmark). Hierzu konnte man u.a. folgendes lesen:

"In Abbildung 1 wird auf der linken Seite der Deutsche Aktien-Index nominal und auf der rechten Seite real (inflationsbereinigt) dargestellt. Betrachtet man nun die Entwicklung vor und während der Weimarer Hyperinflation, so stellt man fest, dass beide Indizes, sowohl nominal als auch real, während der Zeit der goldgedeckten Mark, von 1871 bis 1914, sich identisch entwickelten. Erst mit Beginn des Ersten Weltkriegs und der gleichzeitigen Aufhebung des Goldstandards [Beginn der monetären Illusion] drifteten beide Indizes auseinander.

Während nominal in Papier-Mark der Aktien-Index [nominaler "Fake-Index"] förmlich explodierte ["Fake-Hausse"], implodierte er gleichzeitig real, bewertet in Gold-Mark. Bis zur Währungsreform 1923 verlor somit ein Aktionär, trotz seiner nominal historisch einmaligen Gewinne ["Fake-Gewinne"], real mehr als 90 Prozent mit seinem Investment am deutschen Aktienmarkt. Während Gold seine Kaufkraft erhielt [aufgrund der kontraktiven Depression sogar zunahm], fehlte bei den Standardaktien jede Spur von Inflationsschutz."


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Abb. 2: FHZ Weiden mit dem Aktienverkaufssignal vom 15.03.2000 und dem DAX in EUR & in GOLD
Quelle: GR Asset Management, Dr. Uwe Bergold


"Auch aktuell erleben wir seit dem Jahrtausendwechsel wieder, diesmal jedoch global, einen "Weimar-Effekt". Der DAX, welcher seit seinem säkularen Hoch im März 2000 [Strategisches Verkaufssignal als der DAX 27 oz GOLD kostete], nominal mit 25 [50] Prozent im Plus liegt, hat real - in Unzen Gold bewertet - bereits über 60 [70] Prozent an Kaufkraft verloren [DAX kostet aktuell 7,7 oz GOLD]. Am Ende wird er, wie zu Weimars Zeiten, real mit über 90 Prozent im Minus liegen [DAX wird am Ende signifikant unter 1 oz GOLD bewertet sein] und dies unabhängig davon, wie er sich nominal weiter entwickeln wird!"

Des Weiteren konnte man folgendes lesen:

Insider decken sich antizyklisch massiv mit historisch überverkauften Goldminen ein


Auch aktuell kaufen, besonders die Chinesen, weltweit Goldminen auf. Hierzu konnte man am 30.06.2020 bei DEUTSCHE WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN folgendes lesen:

"In mehreren Teilen der Welt haben chinesische Firmen zuletzt im großen Stil Goldminen gekauft. Damit heizt das Land Spekulationen über die Schaffung eines mit Gold gedeckten Yuan weiter an."


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