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Die EZB bleibt auf Kurs

17.07.2020  |  Christian Buntrock
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,1389 (06:30 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1371 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 107,21. In der Folge notiert EUR-JPY bei 122,1. EUR-CHF oszilliert bei 1,0760.

Nach dem Öffnen der geldpolitischen Schleusen in den Vormonaten hat die EZB ihre Geldpolitik auf der gestrigen Ratssitzung unverändert belassen. Das bis Mitte 2021 laufenden Pandemiekaufprogramms PEPP behält seine Höhe von 1.350 Milliarden Euro bei. Auch das Anleiheaufkaufprogramm wurde mit 20 Mrd. Euro pro Monat bestätigt.

Die EZB Präsidentin Christine Lagarde beschrieb den wirtschaftlichen Ausblick als "höchst unsicher". Eine Erholung der Wirtschaft habe zwar in den letzten beiden Monaten stattgefunden, die wirtschaftliche Aktivität sei aber noch gering. Erst für das dritte Quartal stellt die EZB eine - ebenfalls unsichere Konjunkturbelebung in Aussicht.

Die EZB bleibt damit auf ihrer bisherigen Politiklinie: der Preis des Geldes bleibt bei Null. Liquidität wird auch in der Zukunft reichlich vorhanden sein. Das Auffangnetz für die Kapitalmärkte ist straff gespannt.

Den Staffelstab haben aktuell die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder in der Hand, die über den geplanten Wiederaufbaufonds für schwer von der Corona-Krise betroffene Staaten verhandeln. Im Raum steht ein Gesamtvolumen von 1,7 Billionen Euro. Ein Investitionsprogramm, das seinen Namen verdient und in Zukunftstechnologien und Infrastruktur in investiert würde Europas

Wettbewerbsfähigkeit fördern. Ein Konsumpaket ohne Restriktionen und Kontrolle hätte nur einen kurzfristigen Effekt, der verkrustete Strukturen weiter alimentieren würde. Den Märkten ist die Art des Pakets zunächst egal, der zusätzliche Stimulus wird die Kurse weiter nach oben treiben. So gleichgültig wie die Märkte kurzfristig sind, so penibel werden sie auf mittlere Sicht reagieren.

Wer nicht wettbewerbsfähig ist, wird abgestraft und entsprechend bewertet, das gilt finanzwirtschaftlich für Währungen und Unternehmen, realwirtschaftlich für Standorte und Strukturcluster.

Den politisch Verantwortlichen in Portugal und anderen besonders von Hilfen begünstigten Ländern ist der kurzfristige Konsum wichtiger, mit diesem korrelieren die nächsten Wahlergebnisse, nicht mit den Investitionen.

Die Verantwortlichen, der die Rechnung zahlenden Länder, müssen wiederum ihrer Aufgabe gerecht werden. Diese liegt nicht im Kauf von kurzfristiger Beliebtheit bei den Nachbarländern, sondern in der Förderung von wettbewerbsfähigen Strukturen, damit Europa auch bei den kommenden Generationen beliebt ist.

Die regelmäßigen Eingriffe dritter Länder in die Souveränität europäischer Länder (Digitalsteuer, 5G Netze, Energierversorgung) sollte genug Warnung sein, dass Europa nicht nur zusammenstehen, sondern auch wettbewerbsfähiger und damit resilienter werden muss.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0850 - 70 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

Bleiben Sie gesund, viel Erfolg!


© Christian Buntrock
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