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Marin Katusa: Steht Silber kurz vor einer großen Entwicklung?

25.07.2020
Es gibt eine sehr bekannte Strategie, die bei Fahrradrennen verwendet wird, um zu gewinnen. Radfahrer fahren in einer Peloton-Formation, um Energie zu sparen, indem sie hinter führenden Fahrern fahren. Die Radfahrer wechseln sich an der Spitze ab und nutzen ihre Energie so am Besten. Für die Fahrer hinter dem führenden Radfahrer führt das zu einer Reduzierung des Luftwiderstandes.

In einem Rennen, in dem Gewinner und Verlierer in Sekunden entschieden werden, kann diese Strategie den Luftwiderstand um 5% bis 10% reduzieren. Wenn man diese Reduzierung auf hunderte Meilen hochrechnet, dann kommt eine Menge gesparter Energie hinzu. Das erlaubt es den Radfahrern mit mehr Energie nach vorne zu sprinten. Derzeit fühlt es sich so an, als würde Gold die Führungsposition der Edelmetalle innerhalb dieser Peloton-Formation einnehmen. Könnte Silber seine Energie sammeln, um selbst an die Spitze zu sprinten?


Beginnen wir mit einer einfachen Silberlektion

Silber (lat. "Argentum") wurde seit der Antike als geschätztes Metall angesehen. Auch wenn es zu spröde war, um Schwerter oder Rüstung zu schmieden, so machte sein Glanz und seine Seltenheit es zu einem wertgeschätzten Tauschmittel. Mächtige Imperien wie das antike, römische Reich oder das spanische Kolonialreich konnten gar nicht genug davon bekommen.

Silbermünzen wurden zur Recheneinheit vieler wichtiger Währungen: die griechische Drachme, der römische Denarius, der islamische Dirham und der spanische Dólar. Hier ein interessanter Fakt für alle Silberenthusiasten dort draußen: Es war der spanische Dólar, mit seinen standardisierten Stückelungen, der den Finanzminister Alexander Hamilton dazu inspirierte, den US-Dollar als Währung der neugegründeten Vereinigten Staaten von Amerika zu übernehmen.

Silber hat jedoch die eine Sache, die Gold nicht besitzt - Es ist bezahlbar und im Überfluss vorhanden. Mehr als 60% des Silbers wird für industrielle Anwendungsbereiche verwendet, wobei die restlichen 40% in der Herstellung von Schmuck und Silberbullion benutzt werden. Man könnte an dieser Stelle sicherlich das Argument anbringen, dass Silber nur ein Basismetall ist, das noch immer so tut, als sei es wertvoll.


Produktion und Bepreisung

Wichtige Dinge, die man bei jedem Rohstoff verstehen muss, sind Angebots- und Nachfragefundamentaldaten. Die Silberproduktion wurde stark durch COVID-19 beeinflusst. Bis zu 66% der primären Silberminenproduktion wurde etwa zwei bis vier Wochen lahmgelegt. Mehr als 101 Minen waren am 18. Juni 2020 noch betroffen. Dies stellt etwa 33,52 Millionen Unzen der Gesamtproduktion dar, die in Gefahr sind, und das macht 26% der Bergbauproduktion 2020 aus. Eine zweite Quarantäne-Runde wäre gut für den Silberpreis, zumindest auf Angebotsseite. Das sind jedoch schlechte Neuigkeiten für Bergbauunternehmen, die ihre Produktion stilllegen und reduzieren müssen.


Wer sind die größten Silberproduzenten?

Mehr als 60% der primären Silberproduktion stammt aus Lateinamerika, oder Silber-CAMP: Chile, Argentinien, Mexiko und Peru. Und lassen Sie uns nicht Guatemala vergessen, das ein großer Produzent werden wird, sobald mein Freund Ross Beaty die Escobal-Silbermine zum Laufen bringt. Das ist tatsächlich eine der weltweit attraktivsten primären Silberminen.

Viele Länder schlagen sich derzeit mit einer Wiederkehr des Coronavirus herum. Alle diese Länder haben den Bergbau letztlich als für die Wirtschaft wichtige Branche klassifiziert. Doch ein ernsthafter Virusausbruch auf einem Minengelände könnte zur Quarantäne führen. Unten finden Sie einen Chart, der die weltweite Silberproduktion für dieses Jahr einschätzt.

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Beachten Sie, dass diese Produktionsschätzungen vor COVID-19 gemacht wurden. Tatsächlich haben viele große Silberproduzenten, wie Fresnillo, Buenaventura und Pan American Silver, ihre Produktionsprognosen für 2020 zurückgezogen. Normalerweise sind Produktionsdefizite vorteilhaft für die Preise. Doch die Tatsache, dass 75% der Silbernachfrage für industrielle und kommerzielle Zwecke verwendet wird, wird dessen Nachfrage als sicherer Hafen wahrscheinlich schädigen. Das ist einer der Gründe, warum sich Silber nicht so gut wie Gold oder US-Staatsanleihen entwickelt hat.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund, warum die meisten Portfoliomanager "Silber" nicht in dieselbe Kategorie wie US-Staatsanleihen, japanische Staatsanleihen, US-Dollar und Gold einsortieren werden: Es ist einfach zu volatil, um als Absicherung zu fungieren. Dafür können wir stattdessen das Ausmaß der täglichen Preisveränderungen (positiv und negativ) beider Assets betrachten. Im nächsten Chart können Sie die Volatilität des Silberpreises erkennen. In den letzten 10 Jahren verzeichnete es am Tag höhere prozentuale Zunahmen und Verluste als Gold.


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