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Realzinsen drücken Gold höher

06.08.2020  |  Craig Hemke
Wir schreiben seit Monaten darüber, doch da noch immer so viele allgemeine Investoren darauf beharren, dass sich Gold nur invertiert zum US-Dollar bewegt, ist es nun Zeit, darüber zu schreiben. Die Realzinsen in den USA sanken am 5. Juni stark und der Trend des COMEX-Gold verlief seitdem in Richtung höherer Hochs. Diese inflationsbereinigten Zinsen befinden sich nun auf Rekordtiefs, also ist es kein Zufall, dass sich das COMEX-Gold auf Rekordhochs befindet.

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Realzinsen sind Haupttreiber des Goldpreises. Das war schon immer der Fall und wird auch weiterhin der Fall sein. Fallen Sie nicht auf die simple, allgemeine Ansicht herein, dass sich der Goldpreis einfach invertiert zum US-Dollar bewegt. Wenn das der Fall wäre, dann sollte der Preis des COMEX-Goldes deutlich niedriger sein. Der US-Dollarindex wird derzeit bei etwa 93,50 gehandelt, was das niedrigste Niveau seit Juni 2018 ist. Wenn sich der Goldpreis einfach invertiert zum Dollar bewegen würde, warum wird es dann nicht bei 1.300 Dollar gehandelt, wo es im Juni 2018 gehandelt wurde? Die Antwort: Weil Veränderungen des relativen Dollarwertes nur einen Rücken- oder Gegenwind für den Goldpreis darstellen können. Betrachten Sie den unteren Chart:

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Lassen Sie uns stattdessen nach einer Korrelation mit Realzinsen Ausschau halten. Der beste verfügbare Stellvertreter der Realzinsen auf täglicher Basis ist der ETF mit dem Tickersymbol "TIP." Dieser Fonds ist ein Portfolio von inflationsgeschützten Wertpapieren oder "TIPS." Einfach gesagt: Wenn Realzinsen steigen, fällt der Aktienkurs des Fonds. Wenn die Realzinsen fallen, dann steigt der Aktienkurs. Beachten Sie, dass der Aktienkurs seit dem 5. Juni konstant gestiegen ist. Ebenfalls ist zu beachten, dass der Preis des COMEX-Goldes mitgestiegen ist.

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Doch die Korrelation ist nichts, was einfach in den letzten 60 Tagen erschien. Lassen Sie uns denselben 5-Jahreszeithorizont betrachten, in dem wir COMEX-Gold mit dem Dollar verglichen haben. Was finden wir heraus?

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Okay, an dieser Stelle wird es jetzt interessant... Die USA stehen kurz davor, eine Zeitspanne der Stagflation zu betreten - wie in den 1970er Jahren, eine Zeit niedrigen Wirtschaftswachstum und hoher Preisinflation. Zeitgleich ist die Federal Reserve kurz davor, eine Änderung der Geldpolitik bekanntzugeben, bei der es der Inflation "erlaubt" wird, über 2% zu steigen, während zeitgleich ein Programm zur "Kontrolle der Renditekurve" stattfindet, um die Zinsen niedrig zu halten.

Man kann sich also sicher sein, dass die Realzinsen noch weiter ins negative Territorium fallen werden. In einem Podcast mit Grant Williams prognostiziert der angesehene Analyst Russell Napier, dass die US-Inflationsrate bald auf 4% steigen wird. In Kombination mit einem Nominalzins von 0,50% auf eine 10-Jahresstaatsanleihe kommt man auf einen Realzins von -3,5%!

Werfen Sie noch einmal einen Blick nach oben und beachten Sie, dass die aktuellen Rekordtiefs der Realzinsen in den USA knapp unter -1,0% liegen... und sich COMEX-Gold auf 2.000 Dollar zubewegt. Wo würde sich der Goldpreis bei -3,5% befinden, wenn man die offensichtliche und direkte Korrelation der Realzinsen bedenkt?

Mein Punkt ist: Lassen Sie sich Ihre langfristigen Positionen nicht von unwissenden Investoren und Börsenhändlern schlecht reden. Natürlich werden Preise so schwanken, wie sie das immer getan haben... doch der Wert des US-Dollar gegenüber anderen Fiatwährungen wird nur einen sehr kleinen Effekt haben. Stattdessen werden deutlich niedrigere Realzinsen Anreiz für eine weltweite Ansammlung physischen Goldes bieten. Das wird den Preis in den kommenden Wochen und Monaten nach oben treiben. Sie werden es bereuen, diesen wichtigen Punkt nicht zu verstehen, wenn sich der Edelmetallbullenmarkt fortsetzt.


© Craig Hemke
TF Metals Report


Der Artikel wurde am 4. August 2020 auf www.sprottmoney.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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