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Warum fallen die Goldaktien, während Gold steigt?

12.08.2020  |  Lobo Tiggre
Eine Vielzahl meiner Leser fragt, warum viele Goldaktien in der letzten Woche an Tagen schwächelten, an denen Gold neue (nominale) Rekordhochs verzeichnete. Es ist nicht nur enttäuschend; es scheint so, als ob irgendetwas nicht stimmen würde. Ich verstehe diese Sorgen.

Als sich Gold in Richtung 2.000 Dollar je Unze bewegte, präsentierten die Goldaktien dem Goldpreis ihren langjährigen Hebel. Gold steigt um 1% und die Goldaktien steigen um 3%, 4% oder 5%. Dieses Muster hat jahrzehntelang gehalten, und nicht nur für Gold; es trifft allgemein auf die Rohstoffaktien zu. Das ist teilweise der Grund, warum wir diese kaufen und nicht nur Rohstoffe an sich. Was ist also das Problem - sind Gold- und Silberaktien kaputt? Nein.

Der Hebel, den Aktien zu ihren zugrundeliegenden Rohstoffen bieten, ist ein Muster, kein Gesetz. Ein paar gegensätzliche Tage oder Wochen bedeuten nicht, dass sich das grundlegende Verhältnis verändert hat. Während ich schreibe, ist Gold im bisherigen Jahr um 33,9% gestiegen. Der HUI Gold Bugs Index ist um 45,5% gestiegen, wobei die GDX und GDXJ ETFs um ähnliche Mengen gestiegen sind. Das ist nicht so weit über dem Goldpreis, wie man üblicherweise erwarten würde, doch noch immer positives Leverage. Doch warum ist der Hebel geringer als normal?

Es bräuchte eine umfangreiche Untersuchung, um das mit Sicherheit sagen zu können, doch die Aktien wurden vom Meltdown im März härter getroffen als Gold. Sie beginnen von einer niedrigeren Basis aus, als die Zahlen vom Anfang des Jahres andeuten. Gold ist von seinen Märztiefs um etwa 38% gestiegen - doch der HUI ist seitdem um 113% gestiegen. Der GDX um 125,4% und der GDXJ um 174,6%. Hier ist unser Hebel.

Außerdem befanden sich Produzenten (wie im HUI, GDX und GDXJ) unter dem Schatten der COVID-19-Quarantäneverordnungen. Wenn sich Gold nicht über eine lange Zeitspanne umkehrt, dann werden die Einkünfte weiteren Hebel nach oben hinzufügen. Doch warum würde die Aktie eines großartigen Unternehmen, um 1%, 3% oder sogar 5% einbrechen, wenn Gold am selben Tag um 50 Dollar stieg? Konnte das "Smart Money" den scharfen Rückzug am 7. August kommen sehen und Gewinn mitnehmen? Das denke ich nicht.

Vor nicht allzu langer Zeit waren die Brancheninsider glücklich damit, Gold über 1.500 Dollar zu sehen. Der Gedanke, dass Gold 2.000 Dollar erreichen könne, wurde träumerisch erwähnt - oder belacht. Jeder, der mit dem Gedanken kaufte, Gewinne mitzunehmen, sobald der Goldpreis über 2.000 Dollar steigt, möchte seinen Trade vervollständigen. Ihr Investmentziel wurde erreicht. Meiner Ansicht nach ist es überhaupt nicht überraschend, deutliche Verkäufe von Goldaktien zu beobachten, nachdem Gold auf eine schöne runde Zahl wie 2.000 Dollar stieg.

So bullisch ich gegenüber Gold auch bleibe, so habe ich dennoch einige Trailing Stops auf meine großen Gewinne. Einer wurde bereits ausgelöst. Das tue ich nicht, weil ich eine treulose Tomate bin, der es Vertrauen an Gold fehlt. Als ein Spekulant operiere ich nicht basierend auf Vertrauen. Und ich werde mir keine großen Gewinne entgehen lassen und mich von meinem Wunschdenken ablenken lassen. Ich möchte ein Auge auf dem haben, was tatsächlich passiert.

Und ich denke, dass das Smart Money dasselbe tut. Denn so selbstbewusst wir auch in unsere Investmentthesen sind, niemand von uns weiß, was als nächstes an den Märkten geschehen wird. Das ist immer wahr, doch vor allem in diesen unerforschten Gewässern, die wir 2020 betreten haben. Ich sorge mich also nicht um die Gewinnmitnahme. Tatsächlich sehe ich sie als eine Gelegenheit. Diesen Trend werde ich vorsichtig beobachten. Wie ich nicht vor allzu langer Zeit geschrieben habe, sollte es ein Zeichen für eine Spitze in den Metallen sein, sollten die Gold- und Silberaktien beharrlich niedriger gehandelt werden; auch wenn die Metalle an sich weiterhin steigen.


© Lobo Tiggre
www.independentspeculator.com



Dieser Artikel wurde am 7. August 2020 auf www.independentspeculator.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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