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Surrealer Uran-Markt - niemand ahnt, was sich zusammenbraut!

11.08.2020  |  Uli Pfauntsch
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Die eigentlich interessante Botschaft ist nicht, dass Kazatomprom gezwungen ist, am Spotmarkt zu kaufen. Dies wurde vom Management bereits im Vorfeld angedeutet. Es ist vielmehr der frühe Zeitpunkt. Anstatt die Lagerbestände abzubauen, hat Kazatomprom entschieden, zu Preisen oberhalb von 30 Dollar mit Käufen am Spotmarkt zu beginnen. Eine solche Entscheidung erfolgt nicht ohne Grund - und deutet nicht darauf hin, dass der weltgrößte Uranproduzent über das kommende Halbjahr einen Markt mit reichlich verfügbarem Angebot erwartet.

Händler werden zweimal überlegen, ob sie in einen Spotmarkt verkaufen, der bereit ist, im Preis anzusteigen und werden eher zu Nettokäufern, um Versorger via Carry-Trade zu bedienen.

Aufgrund der Tatsache, dass Spot-Transaktionen bis zu 12 Monaten im Voraus geliefert werden können, ist sehr wahrscheinlich, dass einige Trader in die "Short-Falle" getappt sind, indem sie Uran bereits zu einem Zeitpunkt verkauft hatten, bevor COVID-19 die Uran-Welt auf den Kopf stellte.

Nicht zu vergessen sind ebenso die physischen Urankäufer wie Uranium Participation und Yellow Cake Plc. Diese hatten es zuletzt mit Unternehmensbewertungen zu tun, die weit unter ihrem Buchwert lagen und verkauften teilweise physisches Uran, um mit dem Erlös Aktienrückkäufe zu finanzieren. Doch die Lage könnte sich rasch ändern.

Sollte Yellow Cake auf oder über dem Net Asset Value notieren, kann das Unternehmen jederzeit seine Option zum Kauf von 3 Millionen Pfund Uran von Kazatomprom ziehen - noch vor Dezember. Dann wäre der weltgrößte Uranproduzent gezwungen, seine Spotkäufe erheblich auszuweiten. Damit würde sich die bereits dramatische Lage am Spotmarkt zusätzlich zuspitzen.

Noch schneller könnte das Wall Street Kapital der Hedgefonds und Banken reagieren, die nun wissen, dass der Ausgang über einen illiquiden Markt erzwungen werden könnte.

Zu guter Letzt fehlt noch die wichtigste und größte Käufergruppe am Spotmarkt. Im Update von Kazatomprom heißt es dazu: Die Versorger blieben weitgehend an der Seitenlinie, wobei ihr Schwerpunkt auf der Gewährleistung der Sicherheit und Kontinuität ihrer Betriebsumgebungen inmitten von COVID-19 lag. Produzenten und Vermittler waren daher während des gesamten Quartals die Hauptabnehmer auf dem Spotmarkt und ersetzten verlorene Produktionsmengen durch Tonnage vom Spotmarkt, um ihre Lieferverpflichtungen zu unterstützen".


Beispiellose Lage und Auswirkung auf die Uranpreise!

Die beiden weltgrößten Produzenten kaufen nun im Spotmarkt, um ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen. Es ist eine beispiellose Situation, die im Uran oder jeglichen anderen Rohstoffen noch nie vorgekommen ist. Beide Player haben gute Gründe, ihre stillgelegte Produktion neu zu starten - da sie befürchten müssen, dass der Spotmarkt in absehbarer Zeit austrocknet und die Verpflichtungen somit nicht zu erfüllen wären.

Betrachten wir all das, was sich hinter den Kulissen zusammenbraut, hat der Markt die Nachricht von Cameco klar fehlinterpretiert. Deshalb bietet der Rücksetzer die vielleicht letzte antizyklische Kaufgelegenheit. Denn selbst dann, wenn es den beiden dominierenden Uranproduzenten gelingt, in Rekordzeit hochzufahren, bleibt ein enormes und nicht aufholbares Defizit im Uranmarkt. Zu bedenken ist, dass das Hochfahren einer Uranmine kein einfaches Vorhaben ist - insbesondere, was die COVID-19 Infektionsgefahr betrifft. Das Risiko, dass es zu Ansteckungen kommt, ist nicht zu unterschätzen. So haben sich etwa in Polen rund 20 Prozent aller Minenarbeiter mit COVID-19 infiziert.

Ob mit oder ohne COVID-19 steht fest: Die Lage am Uranmarkt ist zunehmend surreal und die Preise müssen sich mindestens verdoppeln, um den Anreiz für dringend benötigte Produktion zu schaffen!

Uran ist als Treibstoff für Atomreaktoren zur Stromerzeugung unverzichtbar. Dennoch ist die Bewertung für einen Sektor, der einen dringend benötigten Rohstoff bereitstellt, unfassbar gering. So kommt der gesamte globale Uransektor nur etwa auf ein Drittel des Börsenwerts von Barrick Gold.

Man kann sich vorstellen, was passiert, wenn sich das Wall Street Kapital ein Ventil in einen Sektor sucht, der aus nur 50 börsennotierten Uranunternehmen besteht. Trifft die Kapitalflut auf einen engen, ausgetrockneten Markt, ist der Effekt in etwa so, als ob sich der Hoover-Staudamm seinen Weg durch einen Vorgarten bahnt.

Beginnt der Markt auf einen Anstieg der Uranpreise auf ein Level zu spekulieren, zu dem die Assets der Uranunternehmen gewinnbringend in Produktion gebracht werden können, werden die Anstiege der Uranaktien - ähnlich wie in der Zeit von 2005 bis 2007 - alles andere in den Schatten stellen!

Im CompanyMaker erfahren Sie Woche für Woche alles, was Sie zu Uran und Uranaktien wissen müssen!


© Uli Pfauntsch
www.companymaker.de



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