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Das Alptraum-Szenario für die Welt

17.08.2020  |  Egon von Greyerz
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Und was die Hyperinflation betrifft, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Inflation anzieht, da sich die rasende Geldschöpfung im Einklang mit der einbrechen Wirtschaft verschärft. Die derzeitige explosive Ausweitung der Bilanzsumme der Fed als auch die drastisch steigende Staatsverschuldung wird zu einem exponentiellen Anstieg des Geldangebots führen. Und das wird wiederum zu einem beschleunigten Fall des Dollar führen.


Fall des Dollar und Geldangebot

Im März dieses Jahres markierte der Dollar Index seinen Höhepunkt bei 103. Seither fiel er um 10% auf heute 93. Während der Dollar weiter fällt, wird die US-Inflation anziehen. Bislang liegt die Inflationsquote in den USA bei knapp über null. Jeder, der Lebensmittel kauft und Versicherungen bezahlt, weiß, dass diese Zahl nicht stimmen kann. Doch der wahre Grund, warum die Inflation trotz steigenden Geldangebots niedrig bleibt, ist die niedrige Geldumlaufgeschwindigkeit.

Das ganze geschöpfte Geld erreicht nicht die Verbraucher. Es bleibt in den Banken und anderen großen Institutionen, wo es die maroden Bilanzen stützt. Sehr wenig davon erreicht die Realwirtschaft.

Im Diagramm unten sehen wir den Anstieg des MZM (Money of Zero Maturity) in den USA. MZM ist die breiteste Messgröße für liquides Geld. Im Jahr 2000 waren es 4,3 Billionen $, heute sind es 21 Billionen $. Allein seit März 2020 ist diese Geldmenge um enorme 4 Billionen $ gestiegen.

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Mit Blick auf die Umlaufgeschwindigkeit des MZM sehen wir, dass es im Jahr 1981 3,5 erreicht hatte, als die Inflation hoch war und die Zinssätze auf bis zu 20% stiegen. Heute ist die Umlaufgeschwindigkeit auf ein Allzeittief von 0,9 eingebrochen. Wir sehen also folgendes: Das geschöpfte Geld wird nicht ausgegeben, sondern dazu genutzt, den Zusammenbruch des Finanzsystems abzuwenden.

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Fällt der Dollar, erhöht sich die Geldumlaufgeschwindigkeit

Wenn der Dollar fällt und die Geldumlaufgeschwindigkeit steigt, werden wir einen rapiden Anstieg der Inflation sehen. Steigende Inflation wird zu steigenden Zinssätzen führen. Ich selbst habe das in den 1970ern in Großbritannien miterlebt, als sich die Inflation über mehrere Jahre hinweg im mittleren bis hohen Zehnerbereich bewegte. Meine erste Hypothek war 1974 mit 21% verzinst.

Zentralbanken sind heutzutage in der Lage, die Zinssätze auf unnatürlich niedrige Stände zu drücken und, zumindest kurzzeitig, den Gesetzen von Angebot und Nachfrage zu trotzen. Hohe Kreditnachfrage müsste in einem Umfeld freier Märkte zu steigenden Zinssätzen führen und folglich eine Reduzierung der Nachfrage nach Kredit bewirken. Doch in einer Welt, die von Zentralbanken kontrolliert und manipuliert wird, werden die Naturgesetze temporär aufgehoben. Und das führt zu Scheinmärkten und falschen Preisen.

Es folgt ein wahrscheinlicher Ereignisablauf für die kommenden Jahre:


Das Alptraum-Szenario

  • rapider Anstieg von Defiziten und Schulden

  • Dollar und andere Währungen fallen

  • unbegrenzte Geldschöpfung zur Rettung von Banken und des schwer angeschlagenen Finanzsystems

  • mehr Geldschöpfung, um scheiternde Unternehmen zu retten

  • weiter steigende Hilfsgelder für Kurzarbeiter und Arbeitslose

  • Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) in den meisten westlichen Staaten


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