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Das echte Mandat der Fed

10.09.2020  |  The Gold Report
Kürzlich wurde der Finanzgemeinschaft auf der Welt ein "neuer Ansatz" vom Board der Federal Reserve vorgestellt, der Sparern, Senioren mit eingeschränkter Rente sowie Befürwortern solider Geldprinzipien essentiell den Mittelfinger zeigte. Bevor ich mich näher mit dieser Empörung beschäftige, möchte ich den Hintergrund des aktuellen Fed-Vorsitzenden, Jerome Powell, erläutern.

Wenn man die Auszeichnungen und Belobigungen dieses Mannes bedenkt (während S&P und NASDAQ Rekordniveaus, exklusiv angetrieben durch Fed-Stimuli, erreichten), könnte man meinen, dass er aus der akademischen Welt stammt. Ein Gelehrter mit weitreichender Erfahrung der makroökonomischen Theorie, oder zumindest mit extensiven Erfahrungen im Geschäftsbanksektor. Seine großväterliche Haltung illustriert großen Lerneifer und weisen Rat, während er sein Bestes gibt, dieses Bild mit beständigen grauen Anzügen und typischen lila Krawatten zu vermitteln. Wenn man diesen vorsichtig generierten Charakter hernehmen würde und eine spontane, wohlwollende Bewertung dieses Mannes anstellt, der das Rentnerdasein von Millionen weltweiter Bürger kontrolliert, dann würde man einen schweren Fehler begehen.

Der Mann begann als Anwalt und als das Praktizieren des Gesetzes ihm zu langweilig wurde, ging er zum Finanzwesen über, wo er einen Großteil seiner Karriere im Finanzwesen, Handelsbankwesen und Fusionen & Übernahmen zubrachte. Laut Wikipedia "begann Powell 1933 als Managing Director für Bankers Trust zu arbeiten, wo er jedoch 1995 kündigte, nachdem die Bank in Schwierigkeiten geriet, als mehrere Kunden große Verluste aufgrund Derivate verzeichneten." In anderen Worten: Jay Powell kennt sich gut mit den Machenschaften der Kapitalmärkte der 1990er Jahre aus, als finanzielle Revolverhelden durch die geheiligten Hallen der Wall Street liefen und ihre 50-Dollar-Zigarren mit 100-Dollar-Noten anzündeten.

Ich habe den Mann noch nie persönlich getroffen und von allen Berichten, die ich gelesen habe, erscheint er wie ein "sehr netter Mann", was ein für alle Mal beweist, dass seine Image-Berater eine hervorragende Arbeit dabei geleistet haben, der Welt das Powell-Image zu verkaufen. Das Problem, das ich damit habe, ist auf die Heuchelei zurückzuführen, die aus jeder Pore der Zentralbank dringt; dass sie vor dem durchschnittlichen (dummen) Amerikaner stehen, gerade in die Kamera blicken und sagen können, ihr Mandat sei "maximale Beschäftigung, stabile Preise und moderat langfristige Zinsen", während ihre Bilanz zeitgleich auf präzedenzlose Niveaus des Exzesses und der Leichtsinnigkeit explodiert - wahrlich die Repräsentation einer Abscheulichkeit höchster Ordnung und Ausmaßes.

Noch ungeheuerlicher ist die Tatsache, dass der durchschnittliche Bürger in Sachen Lebensstandard nichts besitzt, um es mit der stetig wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich zu vergleichen. Im Sommer 2020 genießen Investmentbanker und Hedgefondsmanager den besten Run in Erträgen und Performance, den es jemals gab, während Jobs ausgelöscht werden. Aufstände in den Straßen, mit Wellen bewaffneter Jugendliche, die für Sachen kämpfen, die sie hart zu beschreiben finden, sind zur Norm geworden. Gesellschaftliche Unruhen sind zu einem Modestatement geworden, während US-Präsidentschaftskandidaten eine Lüge nach der anderen verzapfen. Die Nachrichten haben sich in einen gigantischen Hurrikan verwandelt und der Fehler liegt allein zu Füßen der Zentralbanker und dem Vorwand und illusionären Zweck, den sie den Massen einredeten.

Wenn ich lese oder höre, dass Powell sich dazu entschlossen hat, "die Wirtschaft eine Zeit lang heißlaufen zu lassen", rieche ich den Mist sofort. Denn er meint, dass alle Kredite, die von Banken gehalten werden - nachdem alle dieser staatlichen Rettungsdollar erschöpft sind und die Bowle geleert wurde - fragwürdig werden. Da keine beschleunigte Wertberichtigung eine Welle des Zahlungsausfalls heilen wird, ist es die einzige verfügbare Option der Fed, anzukurbeln - und das bedeutet alles anzukurbeln.

Warum? Weil die Achillesferse des amerikanischen (und weltweiten) Bankensystem die Kreditsicherheiten sind, die ozeanische Niveaus an Unternehmens- und Verbraucherschulden decken, die sich so zögerlich und übelriechend in ihren Bilanzen tummeln. Alle Einkaufszentren, Häuser und Warenhäuser, mit all ihren Pflanzen und Ausrüstung, die zu diesen Krediten gehören, werden machtlos gemacht werden, um die Banken zu schützen, sollte die derzeitige weltweite Depression einen neuen deflationären Assetkollaps herbeiführen. Wenn Powell also über anhaltend niedrige Inflation spricht, "die ein Risiko für die Wirtschaft darstellt", dann frage ich "Warum?"

Wenn Bürger ihre Haushaltsfinanzen vernünftig verwalten und mit striktem Budget operieren, das jeden Monat mäßige Ersparnisse erlaubt, so ist eine Moderation der Lebenshaltungskosten ein definierter Vorteil für sie. Wenn die neueren, jüngeren Mitglieder der nordamerikanischen Arbeiterschaft verzweifelt versuchen, Häuser zu besitzen und nicht zu mieten, dann helfen ihnen rückläufige Immobilienpreise dabei, dieses Ziel zu erreichen. Doch die andere Seite dieses Handels liegt in der morbiden Realität, dass es unmöglich ist, ein Haus zu besitzen, wenn es keine Bank gibt, die Ihnen eine Hypothek ausstellt. Die Zeiten, in denen man ein Haus mit Bargeld gekauft hat, sind längst vorbei.

Der Großteil der Kanadier ist heute vom kanadischen Bankenetablissement versklavt. Es war die hemmungslose Unterstützung von liberaler Immigrationspolitik, die es erlaubte, illegalen Reichtum von Asien hineinzuschmuggeln, um die Immobilienpreise in den wichtigsten urbanen Zentren auf ihre derzeit nicht nachhaltigen Niveaus zu treiben. Wenn Sie, als ein Immigrant, keinen Geldregen nach Kanada bringen oder Sohn/Tochter reicher Eltern sind, sind Sie ein Sklave des Bankensystems. Je mehr Hypotheken durch die Regierung gerettet werden, desto höher der Zinsumsatz, den Banken erhalten und desto höher die Preise - trotz zunehmender Arbeitslosigkeit sowie Unternehmenszahlungsausfälle und Insolvenzen.

Ich schreibe diesen Artikel, weil ein ehemaliger Aktienhändler (Powell) der Welt erzählt hat, dass diese neue Politik dazu designt wäre, der Unter- und Mittelschicht der amerikanischen Gesellschaft zu helfen, worauf ich mit "Unsinn!" antworten würde. Pro-Inflationsgeldpolitik hilft den weniger begünstigten Mitgliedern der Öffentlichkeit nicht; sie behindert sie. Sie macht Lebensmittel, Medikamente, Miete und Arztkosten teurer und erhebt eine "Inflationssteuer" auf sie, wenn es eigentlich keine geben sollte.

Beachten Sie die ehemaligen Wertpapierhändler nicht, die Ihnen erzählen, dass "höhere Inflation" gut für die Bürger ist, da sie das nicht ist. Wichtig ist es jedoch, zu verstehen, dass alle Zentralbanker und/oder Fed-Gouverneure bezahlte Marktschreier des weltweiten Bankenkartells sind, der politischen Bankenelite, die Wahlkandidaten sponsert und antreten lässt und letztlich der nicht-gewählten Strippenzieher im Hintergrund ist.

Ich werde wütend, wenn ich großen Finanzmedien, wie CNBC, dabei zusehe, wie Leute wie Jerome Powell, Larry Kudlow und Jim Cramer heiliggesprochen werden, weil echte Helden stattdessen geehrt werden sollten, die auf Seite 11 der Zeitungen verbannt wurden oder nur kurz im Fernsehen erwähnt werden, bevor die nächste Toilettenpapierwerbung läuft.

Ich möchte nicht, dass meine gewählten Offiziellen Entscheidungen treffen, die den Wert der Ersparnisse, die über die letzten Jahrzehnte harter Arbeit gesammelt wurden, negativ beeinflussen. Niemand hat das Recht, die Früchte meiner Arbeit abzuwerten; gewählt oder nicht. Niemand hat sich die Verantwortung verdient, die Verfügbarkeit von Häusern auf Kosten der Freiheit und Entscheidungsrechte unserer Söhne und Töchter zu einem Banker-Paradies zu machen. Das ist die Botschaft, die niemals von politisch motivierten Zentralbanken kommuniziert wird, die konstant über "Unabhängigkeit" sprechen, jedoch stillschweigend zustimmen, von ihren elitären Meistern "kontrolliert" zu werden.

Ich möchte Sie also darauf hinweisen, dass der aktuelle Aktienmarktwahnsinn tatsächlich keiner ist; es ist die lebende Verkörperung meines lebenslangen Glaubens, dass "man niemals die Ersatzmacht der Aktien innerhalb einer inflationären Spirale unterschätzen sollte." Wenn ich den S&P 500 bei 3.500 Punkten sehe, erwarte ich keine "robusten, wirtschaftlichen Bedingungen"; ich erwarte rapide an Wert verlierende Dollar, Euro, Yuan und Yen, die der Fiat-Hölle zu Gunsten der Nicht-Fiatassets entkommen. Wenn "Bargeld ist König!" das akzeptierte Mantra während des COVID-19-Crashs im März war, dann hat "Bargeld ist Müll" nun dank der panischen Handlungen der Banker übernommen. "Rettet unsere Sicherheiten!" hört man aus den Hallen des weltweiten Bankensektors und das ist es, was Jerome Powell unter dem Schutze seiner "Rettet die Armen!"-Nachricht tut.

Durchschnittliche Bürger wie ich haben wenig bis gar keinen Einfluss auf die Handhabung der Macht und des Einflusses. Alles, was ich tun kann, ist meine Früchte der letzten 55 Jahre in Assets anzulegen, die "Nicht-Fiat" und "Nicht-Papier" sind. Mein Notgroschen ist in Gold und Silber sowie ausgewählten Minenaktien investiert. Die einzige Verteidigung vor diesen Idioten liegt im Besitz von Gold und Silber. Das war schon seit dem Marktcrash 1987 meine Strategie.

Erinnern Sie sich daran, dass alles, was aus den Mündern der Zentralbanker stammt, nur eine einzige Agenda verfolgt - schützt die Banken - mit allen Mitteln und ohne Rücksicht auf Gefangene und ohne Erbarmen. Im "Fed-Mandat" gibt es nichts, was sich mit den Arbeitslosen, den Obdachlosen oder den unprivilegierten Armen befasst; nur die Gesundheit und Sicherheit des Status Quo zählt.


© Michael Ballanger
The Gold Report



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Dieser Artikel wurde am 31. August 2020 auf www.theaureport.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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