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Chinas bargeldlose Gesellschaft

17.09.2020  |  Vertrauliche Mitteilungen
Die Volksrepublik China befindet sich derzeit auf dem nach verbreiteter Beobachteransicht fast gradlinigen Weg in eine bargeldlose Gesellschaft.

In den großen Städten sollen zwei große Online-Bezahlsysteme ("Alipay“ von Alibaba und WeChat“ von Tencent) bereits auf einen Bezahlanteil von zusammen 90% kommen. Auf dem Land seien es immer noch beachtliche 10%. Die Mehrheit der Bevölkerung nutzt die Systeme praktisch bedenkenlos.

Die in den letzten beiden Jahrzehnten galoppierenden Wohlstandssteigerungen lassen die meisten Menschen alles Neue und Moderne für grundsätzlich gut und nützlich erachten, ohne sich über Nachteile und Gefahren auch nur Gedanken zu machen. Hinzu kommt in vielen Fällen eine gewisse "Technikverliebtheit“.

Und weil die meisten Chinesen davon ausgehen dürften, daß ihre "Herrschaft“ sie zwar recht streng führt und leitet, dies aber ausschließlich zu ihrem eigenen Schutz und Wohl geschehe, gibt es auch keine verbreitete Furcht vor den mit einer weitgehend bargeldlosen Gesellschaft einhergehenden Kontrollmöglichkeiten.

Dabei leben auch und nicht nur im Bereich des Zahlungsverkehrs Regierung und Internetgiganten längst in einer für beide Seiten einträglichen Symbiose. Peking läßt den Firmen weitgehend freie Hand und diese revanchieren sich mit einer prompten Weitergabe der von ihnen massenhaft gewonnenen Daten.

Es ist Datenmaterial, daß die chinesische Führung u.a. zum Aufbau ihres "Sozialkreditsystems“ benötigt.

Unter kommunistischer Herrschaft war China stets ein Überwachungsstaat - aber noch niemals so umfassend und "perfekt“ organisiert wie jetzt! Eine Auflage für die Bezahlsysteme war nicht zuletzt deshalb, auch für die (zahlenmäßig durchaus großen) "Randgruppen“ der chinesischen Gesellschaft unter z.B. den Wanderarbeitern oder der Landbevölkerung Zugriffsmöglichkeiten zu schaffen.

Nun fürchten manche Beobachter, daß Peking seine Erfahrungen beim schnellen Aufbau bargeldloser Bezahlsysteme gewissermaßen "exportieren“ möchte. Als erstes dürften dafür diejenigen Länder und Regionen ins Auge gefasst werden, die längs der "Neuen Seidenstraße“ liegen.

Doch auch in den westlichen Demokratien werden die Verfechter der Bargeldabschaffung dadurch einigen Aufwind erlangen, fürchten bereits die ersten Beobachter.


© Vertrauliche Mitteilungen

Auszug aus den "Vertrauliche Mitteilungen", Nr. 4407



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