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Das Gesetz der langfristigen Zeitpräferenz und des Goldbesitzes

09.09.2020  |  Michael J. Kosares
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Rentenfonds aus Ohio kauft Gold

"Zuerst fanden Institutionen und Fonds in die Ecke des Goldes, dann folgten Zentralbanken. Nun ist eine der wichtigsten Geschichte in der Goldinvestmentarena das wachsende Interesse einer vollkommen neuen Gruppierung professioneller Investoren - Rentenfonds, Privatkapital- und Versicherungsunternehmen sowie Staatsfonds. "Es ähnelt dem, was mit dem Tech-Sektor passiert ist", so renommierter Volkswirtschaftler Mohammed El-Erian.

"Die Menschen mögen [Gold], weil es defensiv ist. Sie mögen es, weil es ein Reflationshandel ist. Sie mögen es, weil es Inflationsschutz bietet. Die Narrative des Goldes ähnelt zunehmend der Narrative des Technologiesektors." Diese Gruppen werden deutliche Kaufkraft mit sich bringen und Marktexpertise beisteuern. Ein sofortiges Resultat könnte stärkeres Kaufinteresse zu Preisrückgänge sein. Eine weitere Folge wäre beispielsweise eine bessere Mischung aus Investmentpsychologie und Zielen, die einen bereinigenden Effekt auf den Markt allgemein haben könnte."

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Der Ohio-Police-and-Fire-Rentenfonds (OP&F) gab Ende August beispielsweise bekannt, dass man 5% des fast 16 Milliarden Dollar Investmentportfolios in Gold als "starke Diversifikation" und "effektiven Schutz gegen Inflation" allokieren würde. Eine 5%-Allokation in Gold, wenn erreicht, würde bei Gold zu 2.000 Dollar je Unze etwa 800 Millionen Dollar bedeuten - etwa 400.000 Unzen oder 12,5 Tonnen. Auch wenn dies zu einer deutlichen Erhöhung der jährlichen Nachfrage beiträgt, macht OP&F nur einen kleinen Teil des 22,4 Billionen Dollar US-amerikanischen Rentenfonds-Universums aus.

Würden in den USA ansässige Rentenfonds allgemeiner 5% in Gold investieren, dann würden plötzlich mehr als 1,12 Billionen Dollar den Goldmarkt betreten - das Äquivalent von fast 17.500 Tonnen zum aktuellen Preis und eine Zahl, die der Hälfte der Gesamtgoldreserven der Zentralbanken gleichkommt. Das ist kein wahrscheinliches Resultat, doch wir werfen diese Zahl einfach in den Raum, um einen Einblick der Rentenfondskaufkraft zu vermitteln. Weltweit verwalten Rentenfonds etwa 35 Billionen Dollar. Wenn man davon nur 1% allokieren würde, würde dies fast 5.500 Tonnen bedeuten - noch immer eine hohe Zahl.

Mike McGlone, Bloombergs Rohstoffanalyst, meinte in einer kürzlichen Rohstoffprognose, dass die Gold-ETFs 2019 etwa 20% der Minenproduktion absorbierten und auf bestem Weg wären, 30% im Jahr 2020 zu absorbieren. "Beginnend bei null im Jahr 2004", erklärt er, "sind Gold-ETFs ein relativ junges Investmentvehikel mit ausreichend Ausbauraum." Wenn wir die latente Kaufkraft der Rentenfonds in Betracht ziehen - ganz zu Schweigen von dem, was generiert werden könnte, würde man Privatkapital- und Versicherungsunternehmen sowie Staatsfonds hinzuzählen - ist es nicht schwer, zu verstehen, was Buffetts Interesse am Goldsektor motiviert haben könnte.


Goldpreis in wichtigen Währungen

"Lenin lag sicherlich richtig", so schrieb Maynard Keynes in The Consequences of Peace (1919), "dass es keine positiveren, oder heimlicheren, sichereren Mittel gibt, um die existierende Grundlage der Gesellschaft auf den Kopf zu stellen, als eine Korrumpierung der Währung... Der Vorgang bezieht alle versteckten Kräfte des Wirtschaftsrechtes auf Seiten der Zerstörung ein und tut dies auf eine Art und Weise, die kein Mann unter Millionen je diagnostizieren könnte."

Weder Keynes noch Lenin hätten sich jedoch das Ausmaß der Währungsabwertung vorstellen können, das weltweit als Resultat der Pandemie stattfindet. Doch obgleich Keynes richtig lag, was die Abwertung der Währung angeht, so lag er falsch, was die Fähigkeit der Öffentlichkeit angeht, das Problem zu identifizieren.

Scheinbar verstehen nicht nur viele Menschen das Problem, sondern wissen auch, wie man sich am Besten in Sicherheit bringt. Explosives Wachstum der Goldnachfrage auf weltweiter Basis war das Resultat - gezeigt im unteren Chart, die Performance des Goldes versus Top-Währungen der Welt. In den vergangenen fünf Jahren (zum Stand von Ende August) ist Gold in sechs der weltweit führenden Währungen gestiegen - indischen Rupien (+92,19%); chinesischen Yuan (+87,0%); US-Dollar (+74,05%); britischen Pfund (+100,77%); europäischen Euro (+62,5%) und japanischen Yen (+50,52%).


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