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Käufe der Gold-ETFs sind verschollen

16.09.2020  |  Adam Hamilton
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Wie dieser erste Chart zeigt, sind die GLD- und IAU-Käufe seit der Goldspitze Anfang August verschollen. Der Goldpreis in rot befindet sich unter den täglichen Beständen von GLD und IAU in dunkelblau, die täglichen Bestände des GLD in hellblau und den täglichen Beständen des IAU in gelb. Da die Bestände des IAU deutlich kleiner sind als die des GLDs bei 515,2 Tonnen in der letzten Woche, sind sie im Chart nicht als Linie sichtbar.

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Seit dem Rekordhoch bei 2.062 Dollar je Unze am 6. August ist Gold seitwärts bis abwärts tendiert. Schlimmstenfalls ist Gold anfänglich in einer scharfen Korrektur um 7,5% eingebrochen. Doch dies stabilisierte sich recht schnell in einer Handelsspanne, in der Gold in den letzten 5 Wochen pendelte, eine Hochkonsolidierung. Nicht überraschend, wenn man die Dominanz von GLD und IAU über den Goldpreis bedenkt, bildeten deren Gesamtbestände am selben Tag, an dem Gold den Gipfel erreichte, ein Rekordhoch von 1.765 Tonnen.

Gold geriet zum Stillstand, als die amerikanischen Aktienhändler aufhörten, aggressiv Gold-ETF-Anteile zu erwerben. Und würden sie deutlich verkaufen, würde Gold sicherlich in eine 10%+ Korrektur verfallen. Bisher waren die abweichenden Gold-ETF-Anteilsverkäufe trivial, wobei die kombinierten Bestände von GLD und IAU um nur 0,9% auf 1.749,2 Tonnen Mitte August fielen. Interessanterweise erholten sie sich nach und nach und stiegen auf ein neues Rekordhoch von 1.768,1 Tonnen in der letzten Woche.

Dies markiert eine zunehmende Entzweiung der Nachfrage für GLD und IAU-Anteilen. Zum Handelsschluss am Mittwoch waren die Bestände des GLD noch immer 1,2% unter dem 7,4-jährigen sekulären Hoch von Anfang August. Damals, als der ETF im November 2004 eingeführt wurde, hat der Pioniervorteil den GLD noch populärer gemacht. Mitte letzter Woche machten die GLD-Bestände 71% der Gesamtbestände beider ETFs aus.

Der weniger bekannte IAU wurde erst später geboren, im Januar 2005. Doch lange Zeit befand er sich im Schatten des GLD. Als dieser sekuläre Goldbullenmarkt im Juli 2016 ein Hoch bildete, besaß der GLD 4,6-mal so große Bestände wie der IAU. Doch der IAU verzeichnete seitdem besseres Wachstum und beschränkte dieses Verhältnis letzten Mittwoch auf nur 2,4x. Seit der kürzlichen Goldspitze Anfang August sind die Bestände des IAU um 3,7% gestiegen!

Der IAU holt mit dem GLD aufgrund eines deutlichen Verkaufsarguments auf, das institutionellen Investoren gefällt: ein niedrigeres Kostenverhältnis. Die Manager des GLD haben schon immer 0,4% der ETF-Assets jährlich verlangt, um die Rechnungen zu bezahlen, die notwendig sind, um den ETF am Laufen zu halten und Gewinne zu machen. Dies umfasst Gehälter von Leuten sowie Kosten, die Goldbullion physisch zu bewegen und zu lagern. Doch der IAU besitzt mit einem Anteil von nur 0,25% der ETF-Assets niedrigere Kosten

Das niedrigere Kostenverhältnis des IAU klingt nicht sonderlich geringer, spart jedoch 37,5% an jährlichen Gebühren, was für Vermögensverwalter, die Milliarden Dollar verwalten, wichtig ist. Diese Branche ist so kompetitiv, dass sie Erträge herausholen müssen, wo es nur geht. Sie scheinen den IAU zunehmend dem GLD vorzuziehen, was die Bestände des ersteren ETF unaufhaltsam und mit weniger Volatilität als bei letzterem ETF höher befördert.

Angesichts der chronischen Unterinvestition in Gold durch institutionelle Investoren, die kollektiv weniger als 1% ihres Kapitals in diese ultimative Portfoliodiversifikation investieren, könnte der IAU vielleicht keine stark abweichenden Verkäufe verzeichnen, wenn Gold korrigiert. Doch der GLD wird das sicherlich, da er populärer bei Spekulanten und Kleinanlegern ist. Wenn sie beginnen, Gold-ETF-Anteile schneller loszuwerden als Gold verkauft wird, dann wird dies fast sicherlich zu einem größeren Gold-Selloff führen.


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