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Institutionelle Nachfrage: Immer weiter steigende Goldpreise

28.09.2020  |  Egon von Greyerz
Unsicherheit annehmen und akzeptieren: So lautet seit langem eine meiner persönlichen Devisen. Denn von diesem Moment an ist alles weitere tatsächlich unsicher, sei es die eigene Gesundheit oder die Entwicklung von Aktienmarkt oder Wirtschaft. Natürlich arbeiten wir alle mit Wahrscheinlichkeiten - so es ist höchstwahrscheinlich, dass die Sonne auch morgen aufgehen wird und man heute noch nicht stirbt. Allerdings haben wir jetzt einen historischen Punkt erreicht, an dem Trend-Hochrechnungen nicht nur prekäre Folgen haben werden, sondern zudem unklug und gar unmöglich sind.


Ende eines großen Zyklus

Dass wir heute am Ende eines großen wirtschaftlichen und sozialen Zyklus stehen, ist aus meiner Perspektive eindeutig. Zyklen enden jedoch nicht von einem Tag auf den anderen, falls die Erde nicht von einem riesigen Meteoriten oder Atombomben getroffen wird. Ob wir am Ende eines 300-Jahre-Zyklus oder gar eines 2.000-Jahre-Zyklus stehen, werden erst Historiker rückblickend feststellen können.

Klar ist aber - zumindest für mich -, dass das Ende dieses Zyklus 1971 durch Nixons Entscheidung markiert wurde, den Goldstandard auszusetzen. Seither ist es zu einem exponentiellen Anstieg der globalen Verschuldung gekommen, und jetzt befinden wird uns im abschließenden Teil dieser Endphase. Das ist das Ende vom Ende, und die ersten Hinweise darauf lieferten die steigenden Goldpreise gegen Anfang dieses Jahrhunderts.

Dieser signifikante Trendwechsel, der vor 20 Jahren einsetzte, war ein deutlicher Hinweis darauf, dass wir jetzt dem Ende des Fiat-Geldsystems entgegenblicken. Obgleich es durch korrupte Papiermärkte manipuliert wird, offenbart Gold weiterhin das betrügerische Handeln von Staaten und Zentralbanken. Dafür gibt es kein besseres Indiz als den Wertverfall von Fiat-Geld in diesem Jahrhundert.


Panik unter den Zentralbanken

Zentralbanken verlieren die Kontrolle und verfallen in Panik. Das sagt uns der Goldpreis. Seit 2000 haben die meisten großen Währungen circa 85% ihres Wertes gegenüber Gold verloren. Dieser Sachverhalt ist eine uneingeschränkte Verurteilung der Arbeit von Zentralbanken sowie ihres gescheiterten Experiments der uneingeschränkten Schöpfung von Geld, das NULL Wert hat. Der eigentliche Fall des Fiat-Geldes setzte ab 1971 ein, und seither haben alle Währungen 97-99% ihres Wertes verloren.

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Doch wie man in der Tabelle auch sehen kann, haben die meisten Währungen - allein in diesem Jahrhundert - schon mehr als 80% verloren.


Die USA auf ihrem Weg ins Verderben

Den eigentlichen Weg ins Verderben schlugen die USA im Jahr 1913 mit der Gründung der Federal Reserve eine - eine Privatbank, gegründet zugunsten privater Banker unter dem Deckmantel einer Nationalbank. Die Fed hatte nie die Absicht, das Geldangebot unter Kontrolle zu halten. Stattdessen folgte sie schon immer ihrer eigenen Agenda: Eigennützig so viel Geld wie möglich schöpfen!

Das ist auch der Grund, warum die US-Staatsverschuldung praktisch Jahr für Jahr gestiegen ist - seit 1930, als sie bei 17 Mrd. $ lag. Es gab 4 Jahre mit unerheblichen Verringerungen der Staatsschuld (1947-48, 1956-57). Doch abgesehen von diesen vier Jahren haben die USA 90 Jahre lag über ihre Verhältnisse gelebt. Alle glauben, es hätte unter der Clinton-Administration in den Jahren 1998-2001 ebenfalls große Überschüsse gegeben. Ein Ziel staatlicher Stellen ist die Täuschung der Bürger, und die Clinton-Regierung war dahingehend sicher erfolgreich.

Ich habe nicht einen US-Amerikaner getroffen, der sich im Klaren darüber war, dass es in den Clinton-Jahren keine echten Überschüsse gab. Es wurden nicht nur Überschüsse ausgewiesen, von offizieller Seite wurde sogar darüber geredet, die Schulden in den Folgejahren komplett zu beseitigen.

Nur sehr wenige wissen, dass die US-Staatsverschuldung auch in den Jahren 1998-2001 - als die Clinton-Administration Überschüsse auswies - Jahr für Jahr weiterstieg. Also wurden "überm Strich" große Überschüsse ausgewiesen, während von den eigentlichen Defiziten "unterm Strich" nie die Rede war. Doch der Anstieg der Verschuldung zeugte genau davon. Nicht nur, dass es in den letzten Clinton-Jahren überhaupt keine Überschüsse mehr gab, auch löste sich der Wunschtraum von einer Entschuldung in Luft auf und machte einem veritablen Schuldenfeuer Platz. Clinton verließ das Amt mit einer Staatsverschuldung von 5,7 Bill. $; bis heute ist sie um das 5-fache gestiegen - auf 26,750 Bill. $.

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