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US-Dollar, Euro und Co: Es gibt kein Zurück mehr

25.09.2020  |  Prof. Dr. Thorsten Polleit
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Gemessen anhand der Konsumgüterpreise, hat der Euro seit seiner Einführung 30 Prozent seiner Kaufkraft verloren. Legt man die Euro-Häuserpreise zugrunde, lag der Euro-Kaufkraftverfall bei 49 Prozent. Gegenüber US-Aktien belief sich der Kaufkraftverfall der Einheitswährung auf 59 Prozent, gegenüber dem Gold auf 83 Prozent. Bezieht man die voranstehend angestellten Überlegungen ein, liegt der Schluss nahe, dass die Kaufkraftentwertung von US-Dollar, Euro und Co in den kommenden Jahren noch an Fahrt gewinnen wird. Vor diesem Hintergrund lassen sich einige Handlungsempfehlungen ableiten:

• Als Anleger sollte man dem Fiat-Geld grundsätzlich und zutiefst misstrauen (falls noch nicht geschehen): Machen Sie sich bewusst, dass das Fiat-Geld die Wertaufbewahrungsfunktion nicht erfüllt; dass das Halten von US-Dollar, Euro und Co ein Verlustgeschäft war, ist und auch bleiben wird.

• Ihre Kassenbestände sollten Sie möglichst gering halten. Am besten reduziert man sie auf die laufenden Zahlungserfordernisse (einschließlich einer geringen "Vorsichtskassenhaltung").

• Termin- und Spareinlagen, die man für mittel- bis langfristige Sparzwecke bei Banken hält, werden absehbar zum Verlustgeschäft. Eine Möglichkeit ist, sie in physisches Gold umzutauschen; ein Teil der Mittel kann auch in physisches Silber umgeschichtet werden.

• Wägt man Risiko und Ertrag gegeneinander ab, empfiehlt es sich für den Langzeitinvestor, auch Aktien im Portfolio zu halten (im einfachsten Fall in Form eines diversifizierten Weltaktienmarkt-ETF oder -Index). Denn mit Aktien kann er am weltweiten Produktivitätszuwachs teilnehmen, und Aktien bieten tendenziell auch einen Inflationsschutz.

• Halten Sie vor allem Ihre Transaktionskosten niedrig - denn dadurch können Sie Ihre Investitionsrendite merklich verbessern. Suchen Sie nach Banken, die Ihnen nur geringe Konto- und Depotführungsgebühren in Rechnung stellen. Vergleiche anstellen lohnt sich!

Abschießend noch ein Blick auf Abb. 5, die die US-Geldmenge (beziehungsweise die "Gesamtliquidität") und den Goldpreis seit Anfang des 21. Jahrhunderts bis heute zeigt. Deutlich erkennbar ist, dass die Zeitreihen einen positiven Gleichlauf aufweisen. Dabei hat sich der Goldpreis als Inflationsschutz mehr als bewährt: Während die Gesamtliquidität im Betrachtungszeitraum um 354 Prozent gestiegen ist, hat der Goldpreis (in US-Dollar gerechnet) um 570 Prozent zugelegt. Die Erklärung dafür ist, dass das Gold von Anlegern nicht nur als Inflationsschutz nachgefragt wird, sondern dass das Gold auch als "Versicherung" gegen Kreditausfallrisiken zum Einsatz kommt.

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Quelle: Refinitiv; Graphik Degussa. (1) Monetäre Basis plus Geldmenge M2 (bereinigt um Bargeldbestände).


Das erklärt den starken Anstieg des Goldpreises im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009, in der viele Anleger Zahlungsausfälle auf breiter Front fürchteten. Da diese Sorgen ab etwa Herbst 2013 rückläufig waren, gab auch der Goldpreis nach. Mit der Furcht vor den Folgen, die die politisch diktierte Lockdown-Krise nach sich zieht - vor allem eine drastisch steigende Verschuldung und eine starke Ausweitung der Geldmengen -, hat auch der Goldpreis wieder angezogen. Diese Preisreaktionen des gelben Metalls deuten an, dass das Gold für langfristig orientierte Anleger etwas ganz besonders ist: Es ist ein risikosenkendes und renditesteigerndes Element im Anlageportfolio.

Wer als Anleger davon ausgeht, dass es aufgrund des weltweiten Überschuldungsproblems für US-Dollar, Euro und Co kein Zurück mehr geben wird, sondern dass die Kaufkraft des Geldes von den Zentralbanken durch ungestüme Geldmengenvermehrung herabgesetzt wird, der ist gut beraten, einen Teil seines Vermögens im "ultimativen Zahlungsmittel", also in "Goldgeld", zu halten (und im wahrsten Sinne des Wortes daran festzuhalten).


© Prof. Dr. Thorsten Polleit
Auszug aus dem Marktreport der Degussa Goldhandel GmbH


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