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Drei fette Lügen in einer kleinen Pressekonferenz

03.10.2020  |  Michael Pento
Während der Pressekonferenz des Offenmarktausschusses der Federal Reserve (FOMC) war Fed-Vorsitzender Jerome Powell in der Lage, innerhalb einer Stunde drei fette Lügen zu kommunizieren. Die Tatsache, dass diese Art von Gift aus dem Mund eines Zentralbankers tropft, ist nicht allzu überraschend. Doch innerhalb einer Stunde drei enormen Unwahrheiten zu vermitteln, war erstaunlich - selbst für die Fed. Powell wurde von einem Journalisten gefragt, warum die US-Wirtschaft eine Inflationsrate von 2% braucht, um anständig zu funktionieren und warum es notwendig sei, dass die Ersparnisse der Amerikaner über eine längere Zeitspanne in einem Maße über 2% abgewertet werden.

Hier war also Lüge Nr. 1: Powells fadenscheinige Begründung für die höhere Inflation ist die Tatsache, dass sie höhere Zinsen verursachen würde, was der Fed wiederum Raum geben würde, die Zinsen zu senken, wann immer eine Rezession zwangsläufig auftritt. Das bedeutet, dass die Fed blind gegenüber einer weiteren Nullzahl ist, die zu den 0% Erträgen passt, die den Sparern aufgezwungen wurde. Es gibt keine Beweise, historisch oder logisch, dass eine Wirtschaft eine nachhaltige 2%+ Inflationsrate auf den Personal Consumption Expenditures Price Index (PCE-Preisindex) braucht, um angemessen zu funktionieren.

Lassen wir den Wahnsinn hinter uns, eine Inflation zu verfolgen, damit Raum für niedrigere Zinsen ist, sobald eine Rezession eintritt - eine Rezession, die immer durch geldpolitische Freizügigkeit vereinfacht wird. Dies ist weit von der Wahrheit entfernt, die hinter der echten Motivation der Fed steckt. Der tatsächliche Zweck ihres Ziels, einen Zustand permanent steigender Inflation zu erschaffen, ist es, Vermögenswertpreise in eine stetig größere Blase zu pumpen. Dieser Zustand ist nun notwendig geworden, um sicherzustellen, dass Wall Street und Banken aus einer Situation gerettet werden, die andernfalls Insolvenz bedeuten würde.

Die zweite Lüge war, dass die Fed weiterhin Staatsanleihen und hypothekarisch gesicherte Wertpapiere zu mindestens 120 Milliarden Dollar im Monat erwerben wird. Doch das ist offensichtlich nicht die Wahrheit - zumindest nicht aktuell. Wenn Powell tatsächlich jeden Monat 120 Milliarden Dollar zu seiner Bilanz hinzufügt, dann wäre sie um 360 Milliarden Dollar gestiegen, stattdessen blieb sie über die vergangenen drei Monate statisch.

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Warum der Fed-Vorsitzende über das Ausmaß der aktuellen Vermögenswertkäufe täuscht, ist unklar. Es ist jedoch klar, dass er sein neues Inflationsziel nicht erreichen wird, indem er behauptet, man würde Schulden mit Rekordgeschwindigkeit monetisieren. Die Bilanz stieg von März bis Juni um mehr als 3 Billionen Dollar. Doch im letzten Vierteljahr blieb die Bilanz praktisch bewegungslos. Was die Fed wirklich braucht, ist die gottlose Kooperation des Finanzministeriums mit der Garantie eines universellen Grundeinkommens, um Verbraucherinflation wieder in Fahrt zu bringen. Glücklicherweise ist dieser Fall noch nicht eingetreten.

Die dritte und vielleicht größte Lüge war die Tatsache, dass die massiven Zunahmen der Bilanz - die in den vergangenen Jahren stattfanden - nicht zu irgendwelchen Assetblasen führten. Powell wurde in der Pressekonferenz direkt gefragt, ob die QE-Programme und Nullzinspolitik der Fed die gefährlichen Zuständen der Assetpreisinflation und Finanzinstabilität verursacht hätten. Seine Antwort war, dass die siebenjährige Nullzinspolitik der Fed und 6,2 Billionen Dollar in QE "nicht zum Auftreten einer Art Finanzblase führten." Er fuhr fort: "Ich weiß nicht, dass die Verbindung zwischen Assetkäufen und Finanzstabilität eine besonders enge ist." Wirklich?


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