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EU-Schuldenunion: Der Solide ist der Dumme

04.10.2020  |  Prof. Dr. Eberhard Hamer
Schritt für Schritt wird die EU von einer Wirtschaftsgemeinschaft zu einem Staat weiterentwickelt. Einen entscheidenden Schritt hat der Goldman Sachs-Vertreter Macron gemacht, als er vor einigen Monaten Merkel umdrehte, statt der Haftung jedes Landes für seine eigenen Schulden eine Schuldenunion einzugehen (750 Mrd. Euro). Damit sind nun endlich die italienischen, französischen, spanischen Schulden auch deutsche Schulden, wie dies schon bei den EZB-Schulden und den Target-Schulden ebenso ist.

Deutschland hat somit die Haftung für eine Schuldensumme von ca. 2 Billionen Euro übernommen. Wenn also ein Land nicht zahlen kann, ist immer Deutschland als Primärschuldner und möglicherweise auch als Letztschuldner für die fremden Schulden aller europäischen Länder in Haftung.

Ganz gleich, ob die EU-Schulden nach Verständnis der US-Hochfinanz "ewige Schulden" sind, also nie zurückgezahlt werden sollen (Soros) oder ob sie zurückgezahlt werden sollen und damit den Einstieg in eigene Steuereinnahmen der EU darstellen, also die Schuldenunion auch zur Finanzunion wird: Merkels Haltung, von der bisher peinlich vermiedenen Haftung für andere EU-Länderschulden zu Gesamtschulden überzugehen, ist der höchste Schaden, den irgendeine deutsche Regierung seit Hitler je ihrem Volk zugemutet hat.

Nicht nur der Haftung für alle Schulden aller Schuldner in Europa hat Merkel zugestimmt, sogar Geschenken in Höhe von 380 Milliarden Euro für solche Länder, die zu viel geprasst oder zu viel Korruption geübt und deshalb illiquide geworden waren (Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland).

Das bedeutet: Wenn nun ein Land weiter prasst oder durch Mafiakorruption seine eigenen Gelder verschleudert und illiquide wird, tritt automatisch die EU-Haftung ein, müssen also die noch zahlungsfähigen Länder die Haushaltslücken der unsoliden Länder und Regierungen abdecken. Das alles geschieht nur, um krampfhaft den Euro zusammenzuhalten, um nicht Bankrottländer aus dem Euro austreten zu lassen.

Für die Pleiteländer und Korruptionsregierungen ist dies ein neuer Freibrief zum weiteren Schuldenmachen; - wer am meisten Schulden macht, hat bei Gemeinschaftshaftung den größten Vorteil. Und wer am ersten Schulden macht, hat auch noch einen Zeitvorteil.

Der Dumme ist das Land, welches am wenigsten Schulden macht - also seinen Bürgern oder Lobbygruppen nicht die Vorteile verschafft, die andere Länder bieten, das aber dennoch für diese Vorteile oder finanzpolitischen Kapriolen der anderen Euro-Länder zahlen muss.

Zu Deutsch: Die deutsche Regierung hat bisher eine schwarze Null-Haushaltspolitik gefahren, also zusätzliche Schulden vermieden, hat dafür den deutschen Mittelstand mit Steuern und Sozialabgaben höher zur Kasse gebeten als alle anderen Länder der Erde, hat den Bürgern also weniger finanzielle Freiheit und Genuss ihrer Eigenleistung gelassen und wird nun trotzdem in einen Schuldenwettlauf innerhalb der EU getrieben, in welchem derjenige, der am schnellsten und am meisten Schulden macht, sich das größte Stück am Gesamtkuchen sichert. Wer dagegen am wenigsten Schulden hat, muss bei Gesamthaftung am meisten bluten, nämlich die hohen Schulden der anderen mitbezahlen.

Wenn alle prassen und üppig sind, ist Sparsamkeit bei Gesamtschulden falsch, denn das Ende ist immer die galoppierende Inflation und der Zusammenbruch des Euro-Systems.

Wenn ohnehin durch Geldflutung, Schuldenflutung und allgemeine Üppigkeit das System zusammenbricht und wir nicht nur unseren Anteil von 27%, sondern auch das noch zahlen müssen, was die anderen nicht mehr zahlen können - also Hauptzahler werden -, ist es richtiger, wenn wir auch prassen, wenn wir so schnell und so viel wie möglich Schulden machen, wenn wir vor allem die Straßen-, Schulen- und Infrastrukturinvestitionen jetzt und so viel wie möglich durchführen, solange der Schuldenwettlauf noch andauert.

Macron und Merkel haben mit ihrer falschen Solidarität das Ende der Solidität verkündet. Wenn wir nun ohnehin für alle Euro-Länder haften, ist Solidität Dummheit, hat der größte Prasser die größten Vorteile.

Auch Trump hat Helikoptergeld eingeführt, indem er die Steuern des Mittelstandes bis 100.000 Dollar zunächst für ein halbes Jahr ausgesetzt und der Bevölkerung 400 Dollar pro Woche Sozialleistung zugesagt hat. Das Großkapital wird sogar mit 2 Billionen US-Dollar Börsenkurspflege und Schuldenhilfe gefördert.

Das westliche Finanzsystem wird also überall von verantwortungslosen Regierungen und Finanzmanipulatoren in sein Endstadium geführt.

Solange die Dummen in der Welt noch an das Geld glauben, sollten wir auch privat dieses Geld gegen Sachwerte umtauschen. Sobald die Leute nämlich merken, dass Geldflutung nicht ohne Geldentwertung bleibt, kommt es zur galoppierenden Inflation und zum Zusammenbruch (Crash) des Systems.

Lassen Sie uns diesen Crash mit Sachwerten statt mit Geldwerten zu bestehen versuchen!


© Prof. Dr. Eberhard Hamer


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