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Wohlstand und Freiheit oder Staatswirtschaft und Armut. Wie kommen wir aus der Krise?

10.10.2020  |  Prof. Dr. Thorsten Polleit
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2) Raten Sie die jungen Menschen davon ab, ein Studium aufzunehmen, dass sie zu Bürokraten, zu öffentlichen Angestellten, zu Ameisen in Großkonzernen werden lässt. Entmutigen Sie insbesondere junge Menschen, Sozial- und Politikwissenschaften zu studieren. (Und raten Sie dazu, sich Volkswirtschaftslehre auch außerhalb der Universität anzueignen).

3) Verschenken Sie zu Geburtstagen und Festtagen Bücher von Mises, Hayek und anderen libertären Denkern.

4) Versenden Sie per Mail Artikel und Videovorträge an Freunde und Berufskollegen, in denen die freiheitliche Lehre erklärt werden. Sie finden im Internet ein reichhaltiges Angebot.

5) Widersprechen Sie aktiv all denen, die bewusst oder unbewusst sozialistische Ideen verbreiten. Schreiben Sie Leserbriefe, melden Sie sich auf Social Media zu Wort.

6) Suchen Sie Kontakt zu und Austausch mit Gleichgesinnten. Besuchen Sie Konferenzen und Vortragsveranstaltungen, auf denen die Lehre der freien Märkte verbreitet wird. Laden Sie ihre Kinder, Enkelkinder und Patenkinder, Freunde, Nachbarn ein, Sie zu dabei zu begleiten.

7) Veranstalten Sie im Freundeskreis Diskussionsabende. Schicken Sie dazu jedem Gast vorab einen Aufsatz von Mises, Hayek und Co, verbunden mit der Bitte, den Aufsatz vorher durchzulesen.

8) Verbreiten Sie Zuversicht unter Ihren Gesprächspartnern, und bleiben Sie stets sachlich und höflich, gehen Sie mit gutem Beispiel voran, verlieren Sie nie die Geduld.

9) Konsumieren Sie so wenig wie möglich das Angebot der Hauptstrom-Presse. Lesen Sie stattdessen ein gutes Buch und hören klassische Musik.

10) Wählen Sie keine Politiker, die Ihnen das Bargeld wegnehmen und das staatliche Geldmonopol erhalten wollen, oder die so etwas wie die Vereinigten Staaten von Europa schaffen wollen.


Zwei zentrale Ideen

Es gibt eine ganze Reihe von Wegen, wirksam Einfluss auf die Ideen zu nehmen. Jeder hat die Möglichkeit, gute Ideen zu verbreiten. Auf zwei besonders wirkungsmächtige thematische Ideen lohnt es sich zu konzentrieren. Die erste Idee lautet: Informieren Sie ihre Mitmenschen darüber, dass das ungedeckte Papiergeldsystem das große Übel unserer Zeit ist.

Eine große Zahl von Menschen - das ist meine Überzeugung - wird das verstehen. Und aus diesem Verstehen erwächst Widerstand und Umdenken. Vor allem dann, wenn Sie Ihren Gesprächspartnern sagen, dass es besseres Geld gibt. Erklären Sie Ihren Gesprächspartnern beispielsweise klipp und klar, dass sie alles verlieren werden, wenn Sie dem Euro vertrauen.

Die zweite Idee lautet: Setzen Sie ihre Mitmenschen darüber in Kenntnis, dass jeder Mensch ein unbestreitbares Recht auf Selbstbestimmung besitzt; dass sie und ich ein nicht in Abrede zu stellendes Recht haben, eigenbestimmt zu leben - und dass sie und ich kein Recht haben, anderen ihr Selbstbestimmungsrecht abzusprechen.

Diese zentrale Erkenntnis der Aufklärung, dass jeder von uns ein Selbstbestimmungsrecht besitzt, bedeutet, konsequent zu Ende gedacht, vor allem eines: Sie und ich haben das Recht, aus einem Staat (wie wir ihn heute kennen) auszusteigen, wir haben das Recht zur Sezession. Und darin, sehr verehrte Damen und Herren, liegt auch ein Schlüssel zu Wohlstand und Frieden, um Staatswirtschaft und Armut zu verhindern: im Aufspalten der großen politischen Einheiten in kleine politische Einheiten.

Es gibt gute Gründe zu glauben, eine politische Einheit wie die EU ist zu groß; und auch die Vereinigten Staaten von Amerika sind zu groß; China sowieso, und Russland auch. Auch die Bundesrepublik Deutschland erscheint zu groß zu sein. Kleine politische Einheiten sind besser, sie sind wohlhabender und friedvoller. Denken Sie nur an die Rangliste der wohlhabenden Länder: Schweiz, Liechtenstein, Monaco, Hong Kong, Singapur. Alles Kleinstaaten.

Der Grund für ihren Erfolg liegt auf der Hand: Kleine politische Einheiten sind angewiesen auf Handel, auf Kapitalimporte, sie müssen freundlich zu ihren Bürgern sein, müssen niedrige Steuern haben, damit Talente sich ansiedeln und nicht abwandern. Das Bestreben, große politische Einheiten in viele kleine politische Einheiten aufzulösen, ist ein sehr erfolgsversprechender Weg, um dem Sozialismus, der vor der Tür steht, noch von der Schippe springen zu können.

Soll doch Berlin den Kommunismus in den eigenen Landesgrenzen einführen. Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und auch der Freistaat Sachsen treten dann aus der Bundesrepublik Deutschland aus - und sie werden Wohlstand und Frieden genießen können, sie werden nicht in Staatswirtschaft und Armut enden. Gerade der Freistaat Sachsen! Warum macht sich Sachsen nicht frei, macht sich nicht freier als die anderen Bundesländer - und tritt aus der Bundesrepublik aus und schließt ein Freihandelsabkommen mit dem Rest der Bundesländer?

Oder die Sachsen machen einen ersten kleinen Schritt und schaffen eine Sonderwirtschaftszone. Wer in Sachsen wohnt und arbeitet, zahlt nur 25 Prozent Einkommenssteuer. Wie das? Hat eine Person 42 Prozent Einkommenssteuer gezahlt (weil der Bund das so will), gewährt der Freistaat Sachsen ihr einen Steuerbonus (den "Sachsenbonus") von 17 Prozent. Sie werden sehen: Sachsen wird das Singapur Europas!

Wenn Sie nicht glauben, dass das, was ich Ihnen vortragen habe, wahr ist, dann habe ich offensichtlich die beste und sicherste Tarnung gewählt, weil ich - frei nach Max Frisch - die blanke und nackte Wahrheit ausgesprochen habe - denn die glaubt ja niemand. In jedem Falle hoffe ich, dass ich Ihnen Mut machen konnte: Dass es einen Weg aus der Krise gibt, dass Wohlstand und Freiheit möglich sind, dass wir Staatswirtschaft und Armut verhindern können; zumal alle vernünftigen Argumente auf der Seite der Freiheitskämpfer sind.


© Prof. Dr. Thorsten Polleit
Auszug aus dem Marktreport der Degussa Goldhandel GmbH


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