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Überleben der Algorithmushölle

15.10.2020  |  Craig Hemke
So funktioniert das also jetzt. Der Dollarindex steigt und gewinnt 50% seiner Verluste vom Freitag zurück. Das führt zu ausreichend Algorithmusverkäufen im Hochfrequenzhandel (HFT), dass uns 100% der Zunahmen in den COMEX-Metallen vom Freitag verloren gehen. Wie Sie wissen, beobachte ich die COMEX nun seit mehr als 10 Jahren. Über die Zeit hinweg habe ich jede Menge temporärer HFT-Algorithmuskorrelationen gesehen, die mich verrückt gemacht haben. Da gab es die USDJPY-Verbindung 2014-2015. Dann die Yuan-Verbindung 2018. Doch währenddessen beförderten Veränderungen der echten Fundamentaldaten die Edelmetallpreise nichtsdestotrotz nach oben.

Und dies sind präzedenzlose Zeiten. Wir verzeichnen auf die Pandemie zurückzuführenden Wirtschaftsstress, massive Finanzdefizite, direkte Schuldenmonetisierung durch Zentralbanken, zunehmende weltweite physische Nachfrage... alles fundamentale Dinge, die den Preis nach oben befördern sollten. Doch Fundamentaldaten zählen für die vorprogrammierten Computer nicht, die digitale Metallderivate, die an der COMEX angeboten werden, kaufen und verkaufen. Was in dieser aktuellen Zeit zählt, ist der Dollarindex.

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Doch so war es nicht immer. Egal was die Generalisten behaupten, der Goldpreis verläuft nicht einfach "invertiert zum Dollar." Diese übermäßig vereinfachte Ansicht verleugnet die spezifischen, fundamentalen Realitäten, die den Preis fast jeder Ware und Dienstleistung antreiben. Betrachten Sie die folgenden Punkte für Gold und Silber:
  • durch COVID ausgelöster, wirtschaftlicher Stress
  • massive Finanzdefizite
  • direkte Schuldenmonetisierung durch Zentralbanken
  • zunehmende, weltweite, physische Nachfrage
Doch diese Übernahme durch HFT-Algorithmen begann Mitte August und hat sich bis zum heutigen Tage fortgesetzt. Unten finden Sie einen Chart des COMEX-Goldes in Kerzen und den "UDN" ETF als blaue Linie. Der UDN ist ein ETF des invertierten US-Dollarindex. Das bedeutet, dass er steigt, wenn der Dollar fällt. Wenn Gold und Dollar also perfekt invertiert miteinander korrelieren, wie manche Leute meinen, dann würde man sehr wenig Unterschied zwischen den beiden sowie eine konsistente Korrelation erwarten. Sehen Sie das im unteren Chart? Ich nicht. Tatsächlich tritt oftmals das Gegenteil auf und wenn die fünf Jahre als Gesamtzeitraum hergenommen werden, dann ist der Dollar nahezu unverändert, während Gold um etwa 70% gestiegen ist.

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Doch betrachten Sie nun die Entwicklung in nur diesem Jahr. Die Korrelation ist seit März offensichtlich enger geworden. Erinnern Sie sich, dass die blaue Linie steigt und der Dollarindex fällt, und anders herum.

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