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Warum diese Goldstandard-Verteidiger falsch liegen

16.10.2020  |  Dr. Keith Weiner
Am Freitag stieg der Silberpreis von 24,25 Dollar auf 25,20 Dollar oder um +4%. Lassen Sie uns die Grafik der Preis- und Basisentwicklung betrachten.

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In der ersten Tageshälfte ist die Entwicklung größtenteils auf die Spekulanten zurückzuführen. Dann, etwa als die US-Westküste online ging, sehen wir einen anhaltenden Preisanstieg, doch einen Rückgang der Basis auf das Niveau, an dem wir begonnen haben. So sieht der Kauf physischen Metalls aus: Die Preise steigen um etwa 30%, während die Basis von etwa 2,9% auf knapp 1,9% zurückgeht. Wenn dies so weitergeht, dann wird es relativ bald einen deutlich höheren Silberpreis geben. Lassen Sie uns ein Auge auf der Basisentwicklung behalten! Das ist eine gute Überleitung zu einem Thema, das wir schon oft diskutiert haben.


Gold & Silber... und Inflation

Lassen Sie uns drei, leicht unterschiedliche Prämissen betrachten:
  • Gold (und Silber) sind gute Indikatoren für die Inflationserwartungen.
  • Sie sind gute Indikatoren für die Inflation an sich.
  • Und/Oder sie sind gute Absicherungen gegen Inflation.
Es wird weitreichend geglaubt, dass eine steigende Menge Dollar zu steigenden Verbraucherpreisen führt. Und auch einem steigenden Goldpreis. Diese Prämisse wird von Fed-Verteidigern und Fed-Kritikern, Wall-Street-Analysten und Wall-Street-Kritikern sowie Liberalen und Konservativen, etc. akzeptiert.

Es gibt sogar eine Bewegung für eine Art Goldstandard, die darauf basiert. Diese Bewegung akzeptiert die Zentralplanung der Fed, jedoch nicht die geldpolitischen Regeln, Beschäftigung zu maximieren und die Kaufkraft des Dollar zu stabilisieren (George Orwell wäre stolz/entsetzt, dass dies als unermüdliche 2%-Inflation definiert wird). Diese Goldstandard-Verteidiger möchten, dass die Fed den Dollar zentral auf Basis des Goldpreises plant. In seinem Forbes-Artikel, The 10 Minute Gold Standard, schreibt Nathan Lewis:

"...wenn der Wert der Währung im Vergleich zum Standard (d.h. der Goldpreis, der durch Zentralplaner bestimmt wird) zu hoch ist, dann erhöht man die Geldmenge. Wenn der Wert der Währung im Vergleich zum Standard zu niedrig ist, dann reduziert man die Geldmenge. So einfach ist das."

Nein, so einfach ist das nicht. Der Goldpreis ist keine Funktion der Dollarmenge. Das ist er einfach nicht. Nicht zu vergessen das sehr praktische Problem, was Lewis unbekümmert als "Reduktion der Geldmenge" bezeichnet. Dollar sind notorisch schwierig zu entfernen, sobald sie erschaffen wurden.


Wann werden die Preise steigen?

Jeder Spekulant der Welt würde gerne prognostizieren können, wann die Preise dauerhaft steigen und dies immer schneller tun. Wenn man das weiß, dann weiß man auch, wann es sicher ist, Kupfer-, Öl- und Soja-Futures mit maximalem Hebel zu erwerben (und Immobilien, Aktien und alles andere, das von fallenden Zinsen abhängt, zu shorten).

Selbst die Fed spricht oft über Inflationserwartungen. Der Keynesianischen Ansicht nach sollte man die Realität nicht als Grund dafür ansehen, warum sich die Preise verändern. Nein, das Ganze hat mit Tiergeistern zu tun. Also kommunizieren diese geldpolitischen Medizinmänner mit den Geistern, um zu verstehen, wann die Herde in Panik verfallen wird. Sie glauben, dass die Veränderung der Erwartungen dafür sorgen wird, dass die Leute Inflation verursachen werden. Sie denken, dass die Leute mehr Dinge erwerben werden, wenn sie glauben, dass diese in Zukunft teurer werden. Und wenn der Preis fällt, schieben die Leute einen Kauf auf.

Open in new windowTatsächlich ist dies einer der Gründe, der für die Verschwörungstheorie der Goldpreisunterdrückung genannt wird. Wenn der Goldpreis dann steigt - so wird gedacht - werden die Leute mehr Inflation erwarten. Um dies also abzuwenden, möchte die Regierung angeblich den Goldpreis niedrig halten. Und somit das Desaster steigender Verbraucherpreise verhindern. Das ist, als würden wir seitlich gegen das Rad eines Autos drücken, um das Lenkrad zu bewegen.

Zusammenfassend ist also zu sagen: Eine steigende Dollarmenge sorgt nicht dafür, dass die Preise steigen, die Leute anfangen, Verbraucherwaren zu horten, Spekulanten risikofreien Handel betreiben können oder Gold steigt. Doch wir haben einen Artikel gefunden, der illustriert, was die Preise zum Steigen bringt. Tatsächlich gibt es nur eine Kraft, die Preise in einem Umfeld fallender Zinsen allgemein zum Steigen bringt.


Die 2-Millionen-Dollar-Straße

Denken Sie an ein typisches Straßenbauprojekt in McKinney, Texas. Um die Straße zu teeren, musste man:
  • die Straße auf 26 Fuß erweitern (in einem Wohngebiet)
  • einen Gehweg anfügen, der den ADA-Regulierungen entspricht (dem Americans with Disabilities Act)
  • den Entwässerungsgraben durch unterirdische Rohre ersetzen
  • Versorgungsanlagen zusätzlich verbessern
Die Kosten für eine Straße über 1.700 Fuß liegen bei 2.100.000 Dollar. Oder 1.235 Dollar je Fuß. Wir wissen nicht, wie viel davon auf diese obigen vier Punkte zurückzuführen ist, doch wir wetten, dass sie einen Großteil des Gesamtpreises ausmachen. Wenn wir von 50% ausgehen, sind die Auswirkungen tiefgreifend. Mandatierte, nutzlose Zutaten verdoppelten die Kosten dieses Straßenprojekts. Milton Friedman sagte einmal: "Inflation ist überall und immer ein geldpolitisches Phänomen." Doch er kannte die Stadt McKinney nicht, oder das Konzept nutzloser Zutaten.

Würden wir das nicht erwarten, während die Regierung immer mehr und mehr Regeln, Regulierungen, professionelle Lizenzen und mehr und mehr nutzlose Zutaten aufzwingt, die einen Anstieg der Preise verursachen? Das sorgte sicherlich dafür, dass der Preis der Straßenverbesserung stieg. Und das führt uns zu unserem nächsten Punkt. Dieses Straßenprojekt erhöht das BIP. Es erhöht die Beschäftigung (zumindest während der Teerarbeiten). Es erhöht den Umsatz großer, öffentlicher Unternehmen, wie Produzenten von Öl und schweren Maschinen. Doch das ist nicht nur ungesund, sondern absolut unnachhaltig.

Wenn das Problem nur steigende Preise wären, dann könnte das ewig so weitergehen. Doch das Problem ist, dass wir mehr und mehr Schulden aufladen, die nicht zurückgezahlt werden können. Laut diesem Artikel kann die lokale Steuergrundlage die Schulden nicht einmal zu Lebzeiten der finanzierten Straße amortisieren! Noch genug Kapital ansammeln, um sie erneut zu teeren. Der Schuldenanstieg - das Defizit - ist es, was uns erlaubt, über unser Einkommen hinaus zu leben. Und dieses Straßenprojekt in McKinney illustriert das klar. Es ist, als würden sie Ihr Gehalt mit 5.000 Dollar im Jahr zusätzlicher Kreditkartenausgaben ergänzen. Sie fühlen sich reicher, während Sie immer weiter in die Schulden und somit Armut rutschen.


Das Pulverfass

Unser letzter Punkt ist die Tatsache, dass diese Schulden ein deflationäres Pulverfass mit angezündeter Lunte darstellen. Die Anleihehalter investieren vielleicht in McKinney-Anleihen, weil sie deren Rendite brauchen. Doch letztlich wird die Stadt früher oder später in Zahlungsverzug geraten. Wenn dieser Zahlungsverzug auftritt, bedeutet dies, dass ein Rentenfonds keine Schecks an Rentner senden kann, ein Versicherungsunternehmen keine Zahlungen leisten kann, eine Bank seine Obligationen an Einleger nicht halten kann, etc.

Irgendwann werden Gläubiger, die dachten, sie hätten mit 2.100.000 Dollar in Anleihen begonnen, entdecken, dass sie nur noch wertloses Papier besitzen. Die Kaufkraft des Dollar mag stabil bleiben (oder sogar steigen) - doch das ist nur ein kleiner Trost für jemanden, der seine Dollar verloren hat, die durch McKinney-Straßenanleihen gedeckt wurden.


© Keith Weiner
Monetary Metals



Der Artikel wurde am 13. Oktober 2020 auf www.monetary-metals.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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