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Einfluss der US-Wahlen auf den Goldpreis, Bitcoin und PayPal

27.10.2020  |  Markus Blaschzok
Nancy Pelosi, die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, hatte am vorherigen Wochenende den Demokraten und Republikanern ein Ultimatum bis Dienstag gesetzt, um sich auf ein weiteres Hilfspaket zu einigen. Der USD-Index korrigierte angesichts der Hoffnung auf mehr Liquidität, während der Euro auf 1,188 US-Dollar ansteigen konnte. Seit dem Verstreichen der Frist am 20. November ist dieses Thema erst einmal vom Tisch und es wird vor der US-Präsidentschaftswahl am 4. November keine zusätzliche Liquidität für die Märkte mehr geben.

Der Goldpreis konnte von dem schwächeren US-Dollar nur leicht profitieren, doch relativ zur Abwertung des Greenbacks war dieser schwach. Obwohl der Goldpreis einen Abwärtstrend aufgrund dieser Fluktuation am Devisenmarkt überwinden konnte, folgte kein bullisches Momentum, was zeigt, dass den Spekulanten mittlerweile die Kraft fehlt den Preis zu treiben, was ein bärisches Indiz war und ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Korrektur am Goldmarkt noch vor den US-Wahlen ihr Ende finden und sich stattdessen die Hausse fortsetzten wird, hat sich damit verringert.

Die zweite Debatte zwischen US-Präsident Trump und seinem Herausforderer Joe Biden verlief gesittet und unspektakulär. Diesmal positionierte sich Biden überraschend klar für eine Abschaffung der Fracking-Industrie zugunsten erneuerbarer Energien unter seiner Präsidentschaft, während er dies in der ersten Debatte noch abstritt. Diese plötzliche Ehrlichkeit wird ihm viele Stimmen und womöglich den Sieg in einigen Bundesstaaten kosten. Diese ideologisch ausgerichtete Energiepolitik würde eine steigende Arbeitslosigkeit, höhere Steuern und ein niedrigeres Wirtschaftswachstum zur Folge haben, was während der größten Wirtschaftskrise der USA dem Wähler nicht zu vermitteln ist.

Neue Veröffentlichungen zu in der Debatte angesprochenen Themen verringern Bidens Chancen auf einen Sieg deutlich und die Märkte beginnen langsam eine zweite Amtszeit Trumps einzupreisen. Die Wahrscheinlichkeit für einen kurzzeitig stärkeren US-Dollar nach den Wahlen hat sich damit erhöht, was den Goldpreis infolgedessen noch einmal kurzzeitig belasten könnte. In der Wahlnacht von 2016 kam es zu starken Verwerfungen am Devisen- und Goldmarkt, sodass man sich auch diesmal auf eine sehr hohe Volatilität von bis zu 100$ während weniger Stunden gefasst machen muss.


So wird die Wahl den Goldpreis und die Wirtschaft beeinflussen

Der für den Goldpreis schlechteste Wahlausgang wäre ein Sieg Bidens und eine Mehrheit der Republikaner im Senat, da dies zu einer Pattsituation führen würde, bei der die Republikaner alle Gesetzesinitiativen der Demokraten blockieren könnten. Dies würde weitere Fiskalausgaben begrenzen und somit die Aktienmärkte und den Goldpreis belasten.

Für den Goldpreis wäre ein Sieg Bidens und eine Mehrheit der Demokraten im Senat der wohl beste Wahlausgang. Dem Sieg der Demokraten würde eine massive Expansion der Staatsausgaben folgen, finanziert durch eine deutliche Anhebung der Steuern und einer Ausweitung der Staatsverschuldung, was jedoch die Kaufkraft des US-Dollars aushöhlen würde. Diese Reflation würde dem Aktienmarkt nominal helfen und den Goldpreis durch die Decke gehen lassen, jedoch auf Kosten von realem Wirtschaftswachstum und einer Vernichtung von Wohlstand, worunter gerade die Ärmsten in den USA leiden müssten.

Bleibt jedoch alles unverändert und Trump im Amt, so wäre dies besser für die US-Wirtschaft, da die Steuern niedrig bleiben und sogar noch gesenkt werden sollen, die weiteren Stimuli begrenzt und der Ausbau des Wohlfahrtsstaates gestoppt würden. Der Goldpreis steigt auch bei diesem Wahlausgang weiter in den nächsten Jahren, da die aktuelle Wirtschaftskrise die Politik zu einer Umverteilung der Lasten zwingt, wenn sie wiedergewählt werden will.

Die Notenbanken werden auch dann die Geldmenge weiter inflationieren, um Kreditausfälle zu kompensieren und die finanzielle Repression der Bürger aufrecht zu halten. Die entscheidende Frage für die Märkte ist, welche der beiden großen Parteien die Mehrheit im Senat erringen wird und weniger wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird.

Sollte die Wahl angefochten werden, von welcher Seite auch immer, so wird ein weiteres Fiskalpaket womöglich erst im nächsten Jahr verabschiedet werden. Dies würden den deflationären Druck kurzzeitig verstärken und somit einen weiteren Anstieg des Goldpreises noch etwas verzögern. Die Richterin Amy Coney Barrett wurde nun mit einer Mehrheit von 52 zu 48 Stimmen als neunte Verfassungsrichterin ernannt, womit die Verfassungstreue des obersten Gerichtes, das die Gesetze der Regierung auf ihre Legitimität hin überwacht, sichergestellt ist.

Verfassungswidrige Gesetze der demokratischen Partei, von denen es zur Genüge gibt, werden nun auf Jahrzehnte keine Chance haben, womit die US-Amerikaner ein Stück weit vor der Korruption in der US-Regierung geschützt sein werden. Biden und die Demokraten planen deshalb seit langer Zeit die Anzahl der Richter zu erhöhen und politisch gefärbte Richter zu ernennen, die die Verfassung ignorieren und eigentlich verfassungswidrige Gesetze genehmigen.

Mittlerweile sehen immer mehr Umfragen Biden und Trump nahezu auf Augenhöhe, was auf einen weiterhin heißen Wahlkampf hindeutet, der immer wieder Turbulenzen an den Märkten auslösen könnte, weshalb man sehr vorsichtig agieren, nicht zu viel riskieren und Positionen im Markt immer absichern sollte.

Der ehemalige Vizepräsident Joe Biden enthüllte in einem Freudschen Versprecher, während eines Interviews bei "Pod Save America" Moderator Dan Pfeiffer - einem langjährigen Obama-Berater, dass seine Kampagne die "umfassendste und integrativste Organisation für Wahlbetrug in der Geschichte der amerikanischen Politik" geschaffen habe. In der Tat wurden bereits organisierte Wahlbetrugsringe aufgedeckt, die allesamt mittels gekauften Briefwahlunterlagen erfolgen.

Die Wirtschaftsdaten in der vergangenen Handelswoche waren sehr gut, was die Hoffnung auf mehr Stimuli ebenfalls dämpft und folglich den Goldpreis sowie den Aktienmarkt etwas unter Druck bringt. Der Einkaufsmanagerindex für Industrie in Europa überraschte positiv mit 54,4, während die Erwartungen nur bei 53,1 lagen. In Deutschland fiel dieser noch stärker mit 58 aus, wobei hier die Erwartung von 55 deutlich geschlagen wurde. Der Servicebereich enttäuscht jedoch leicht die Markterwartung europaweit und in Deutschland, was angesichts der Lage im Dienstleistungssektor aufgrund der gestiegenen positiven CoViD-19 Testergebnissen und der erneuten Abriegelungen seitens der Politik nicht verwundert.

Auch die Industrieproduktion in Taiwan war höher als erwartet wurde und in Japan lag diese im Rahmen der Schätzungen. Die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche waren durchwachsen und der Anstieg niedriger, als Analysten erwartet hatten. Insgesamt setzt sich die Wirtschaftserholung fort, nachdem der Aktienmarkt bereits eine V-förmige Erholung vollzogen hat, die wir bereits Mitte/Ende März als einsamer Rufer in der Wüste vorausgesagt hatte. 85% der gemeldeten Quartalszahlen von US-Unternehmen lagen über den Erwartungen der Analysten und im Schnitt wurden die Schätzungen um fast 18% geschlagen.


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