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Jeff Thomas: Der Aufstieg der Voodoo-Volkswirtschaftslehre

22.11.2020
Das neue Millennium war von zunehmend dramatischen, wirtschaftlichen Veränderungen gezeichnet. Volkswirtschaftslehre ist (oder sollte) einfach zu verstehen (sein). Es ist essentiell die Produktion, der Konsum und der Transfer von Reichtum. Der Transfer von Reichtum findet üblicherweise als Resultat des Gleichgewichts zwischen Knappheit und Nachfrage statt.

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Doch über die Zeit hinweg gab es immer diejenigen, die die Volkswirtschaftslehre zu ihren Gunsten verändern oder verderben wollten. In letzter Zeit wurden Intrigen erschaffen, die komplexer und profitabler und in größerem Ausmaß durchgeführt wurden. Besteuerung, Schuldenerschaffung und Inflation sind zu wichtigen Techniken dabei geworden, den Leuten auf Gesamtbasis den Reichtum zu entziehen; ohne Wissen der Leute, dass sie praktisch Milchkühe sind, die nur darauf warten, ausgenommen zu werden.

So komplex und verwirrend das moderne, geldpolitische Melken geworden ist, so ist es essentiell recht einfach, wenn wir durch die Nebelwand blicken können. Doch wie oben gesagt, hat das Spiel in den letzten Jahrzehnten eine vollkommen neue Dimension eingenommen. Eine wirtschaftliche Krise alarmierender Größe brodelte und nun da diese Krise begonnen hat, muss die Intrige ausgearbeitet werden, um sie durchführen zu können, während die Intriganten davor geschützt werden, für das verantwortlich gemacht zu werden, was sie erschaffen haben.

Niemals zuvor haben wir ein derartiges Niveau an Blödsinn gesehen - eine Ansammlung von Leuten, die "wirtschaftliche Prinzipien" anpreisen, die überhaupt kein Fundament besitzen. Ob es nun die moderne Geldtheorie ist oder irgendeine andere Ansammlung an Programmen, die in deren Erfolgswelle mitschwimmen - wie der Green New Deal, quantitative Lockerung - so gibt es hinter jeder Ecke neue Bemühungen, die ich als "Voodoo-Volkswirtschaftslehre" ansehe.

Der wirtschaftliche Zirkus ist in der Stadt eingetroffen. Und wie bei jedem Zirkus gibt es nicht nur die Hauptattraktionen, sondern jede Art der Ablenkung, um die Verwirrung zu maximieren. Es könnte gesagt werden, dass die führende Priesterin der Voodoo-Volkswirtschaftslehre Kristalina Georgieva, Managing Director beim IWF, ist. Als Marie Laveau des IWF war sie in letzter Zeit ziemlich präsent, als sie die "Drei Gebote" des IWFs präsentierte.

In ihren Präsentationen spricht sie von diesen sicheren Problemlösern, nicht in wirtschaftlicher sondern in "woke" politisch korrekter Hinsicht. In ihren Einleitungen beschreibt sie diese als Weg zu einer "Schwestern- und Bruderschaft" der Menschheit.

Das erste Gebot sind die "richtigen, wirtschaftlichen Maßnahmen." Sie beschreibt diese recht wage Kategorie als "vernünftige, makroökonomische Maßnahmen", die dramatisch erhöhte Schulden und "Beteiligung des Privatsektors" umfassen. Dies könnte als Plan gedacht sein, die Rechnung der erhöhten Schulden an den Privatsektor abzutreten. Das ist die Essenz dieser Kategorie, wobei der Großteil der Rhetorik auf Worten wie "Widerstandsfähigkeit", "Wettbewerbsfähigkeit", "Vertrauen", etc. fokussiert ist, was zwar ermutigend klingt, jedoch keine echte Erklärung bietet, wie der Plan durchgeführt werden wird.

Das zweite Gebot lautet "Maßnahmen für das Volk." Das klingt prinzipiell nach einer guten Sache, doch bietet keine Details. Sie erklärt, dass es gesellschaftliches Engineering umfasst, um "Disparitäten" zu reduzieren und Geschlechtergleichheit zu unterstützen. Sie meint außerdem, dass eine Bewegung hin zu zentraler Finanzierung für Gesundheit und Bildung sowie eine digitale Wirtschaft, die "wichtig für Wachstum und Entwicklung in der Zukunft" sein wird, notwendig sind. Doch keine Details werden erwähnt. Uns werden nur leere Platituden aufgetischt.

Das dritte Gebot lautet einfach "Klimawandel", was sie als "deutliche Bedrohung für Wachstum und Wohlstand" sieht. Vor ein bis zwei Generationen hatten diejenigen, die der Miss-USA-Wahl zusahen, gelacht als jede Kandidatin als persönliches Ziel den "Weltfrieden" angab. Die Kandidatinnen führten ihren Kommentar nicht weiter aus oder wie sie dieses Ziel erreichen würden, was sie letztlich als hübsche Schwachköpfe darstellte.

Heutzutage sind es nicht nur die Paul Krugmans da draußen, die derartig hohlköpfige Behauptungen darüber aufstellen, wie die Weltwirtschaft zu handhaben ist. Jeder an der Spitze - sei es Jamie Dimon, Jerome Powell oder Kristalina Georgieva - bietet Voodoo-Volkswirtschaftslehre als Allheilmittel für die Leiden an, die von Regierungen und Zentralbanken erschaffen wurden.

Das ist in gewisser Hinsicht nicht neu. John Maynard Keynes schrieb sein Buch "The General Theory of Employment, Interest and Money" 1936 als Mittel, mit dem der Kollektivismus weltweit durch Vergabe der Wirtschaftskontrolle an zentrale Regierungen erschaffen werden konnte.

Es ist nicht überraschend, dass es 84 Jahre nach seiner Veröffentlichung noch immer ein großer Hit bei... Regierungen ist. Es ist selten, wenn nicht unmöglich, eine Regierung zu finden, die nicht vollständig zustimmt, dass man ihr all den Reichtum der Welt und die Autorität anvertrauen sollte, diesen zu verteilen.

Natürlich gibt es eine Schwachstelle in diesem Konzept; insoweit die Regierungen keinen tatsächlichen Reichtum erschaffen. Sie drucken Währung, doch der Reichtum an sich wird durch diejenigen erschaffen, die Geld in die Erschaffung von Waren und Dienstleistungen investieren.

Regierungen sind essentiell eine Form von Parasit - ein Wurm, der sich vom Wirt ernährt, dem tatsächlichen Erschaffer des Reichtums. Interessanterweise erwähnte Keynes selbst, kurz vor seinem Tod 1946, dass seine Theorie nicht funktionieren würde - dass die Regierung keine desinteressierte Partei sei und somit nicht im Interesse der Wirtschaft, sondern ihrer eigenen Interessen agieren würde.

Die neue IWF-Kampagne, präsentiert von Georgieva, ist absolut Keynesianisch. Sie besagt essentiell: "Die Party ist nicht wirklich vorbei. Alles, was wir tun müssen, ist Geld zu drucken und politisch korrekte Bewegungen zu unterstützen; dann können wir die Bowle wieder füllen.

Dem neuen Programm fehlt es an tatsächlicher Erklärung, wie die Voodoo-Volkswirtschaft durchgeführt werden wird, doch sie wird für diejenigen als Inspiration gelten, die in hoffnungslosen Zeiten allzu glücklich sind, auf die nächstbeste Hoffnung zu bauen, um die Tatsache zu vergessen, dass die wirtschaftliche Realität gerade an die Tür klopft.

Keynes schrieb nicht wie Adam Smith es tat. Er schrieb nicht darüber, was Volkswirtschaftslehre ist, sondern wie er sie gerne hätte, wenn man sie dazu verwenden würde, Kollektivismus einzuleiten. Die Tatsache ist, dass die Volkswirtschaftslehre in ihrem Kern recht unkompliziert ist. Es ist eine Studie darüber, was wirklich existiert und sich abspielen wird, ungeachtet des kürzlichen Voodoo.


© Jeff Thomas



Dieser Artikel wurde am 15. November 2020 auf www.internationalman.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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