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Marin Katusa: Die noblen Metalle - Hartwährung und das 79. Element

05.12.2020
Wir alle haben die makroökonomischen Argumente zugunsten des Goldbesitzes gehört. Heute möchte ich mit Ihnen über die wissenschaftlichen (chemischen) Gründe sprechen, die Gold von allen anderen Metallen im Periodensystem unterscheiden. Zuerst einmal ist Gold träge, was bedeutet, dass es sehr inaktiv ist. Es reagiert nicht auf Sauerstoff wie Eisen das tut (denken Sie an Rost). Das macht Gold zu einer exzellenten Wertanlage.

Wenn alle Elemente im Periodensystem Charaktere in einer Fernsehshow wären, dann wäre Gold wahrscheinlich der langweiligste. Warum? Weil Gold träge ist. Es verbindet sich nicht so einfach. Ja, Gold ist das ultimative, abstinente Element. Lassen Sie mich erklären, warum dies - chemisch betrachtet - wichtig ist.


Die alchimistische Geschichte der Hartwährung

Es gibt 118 Elemente im Periodensystem und Gold ist eines von ihnen. Nehmen wir die 17 Gase weg (Gase sind für diese Übung nicht von Bedeutung). Dann entfernen wir die sechs Metalloide - Elemente, die nicht wissen, ob sie nun Metalle oder Nicht-Metalle sind, da sie Eigenschaften beider Gruppen haben (z.B. Antimon, Arsen, Silikon). Damit haben wir 95 elementare Metall-Kandidaten in unserer Fernsehshow. Beachten Sie, dass ich Oganesson und Antimon nicht als Metalle zähle - nennen Sie mich altmodisch. Es gibt 95 Metallelemente im Periodensystem.

Von den 95 Metallen im Periodensystem sind 85 "aktiv." Das bedeutet, dass man ihnen in unserer Fernsehshow gerne zusieht, weil sie sich immer gut mit den anderen Elementen verstehen. Doch erinnern Sie sich daran, dass Aktivität immer zu Oxidation oder Korrosion führt. Wenn Sie ein Metall zur langfristigen Wertlagerung möchten, dann wollen Sie nicht, dass es sich verändert. Sie möchten, dass es gleich bleibt, seine Integrität beibehält und nicht erodiert.

Eisen hat beispielsweise viele nützliche Anwendungszwecke, doch es oxidiert und rostet. Eisen ist aktiv und es wäre spaßig, ihm bei seinem Verfall in der Fernsehshow zur Unterhaltung zuzusehen. Doch es ist schlecht, wenn sie es als eine Währung verwenden möchten. Das Münzgeld würde rosten. Und das Letzte, was Sie wollen, ist ein Metall, das sich selbst abwertet. Politiker und Zentralbanker brauchen nicht noch mehr Hilfe; sie leisten bereits wundervolle Arbeit dabei, die Währung abzuwerten.


Die noblen Metalle - Gold, Silber, Platin, Palladium...

Das lässt uns die sogenannten "noblen" Metalle. Genau wie es noble Gase gibt (wobei nobel hier "träge" bedeutet), sind diese Metalle nicht aktiv. Ich möchte, dass sie die noblen Metalle als die Königsfamilie aller Metalle ansehen. Sie interagieren nicht mit den einfachen Bauern - die anderen Elemente im Periodensystem, die immer mit anderen "interagieren" und sich selbst abwerten.

In der Chemie sind die noblen Metalle:
  • Kupfer
  • Silber
  • Gold
  • Platin
  • Palladium
  • Ruthenium, Rhodium, Osmium und Iridium
Historisch betrachtet waren Kupfer, Silber und Gold als Münzmetalle bekannt. Und Wissenschaftler halten diese drei aufgrund ihrer elektronischen Struktur für die "realen", noblen Metalle. Kupfer reagiert mit Sauerstoff, was der Grund ist, warum die Freiheitsstatue eine blaugrüne Farbe besitzt. Doch eine Interaktion zwischen Kupfer und Sauerstoff führt nicht zu Korrosion, wie Rost. Es ist das genaue Gegenteil. Der Vorgang nennt sich "Passivierung" und die blaugrüne Farbe ist tatsächlich eine Schutzschicht, die Kupfer vor natürlicher Abwertung schützt.

Deshalb gilt Kupfer als ein nobles Metall. Es "interagiert", korrodiert jedoch nicht. Diese Interaktion ist eine schützende Barriere für Kupfer, verändert jedoch dessen Erscheinung. Silber ist ähnlich. Es reagiert mit dem Schwefelgas in der Atmosphäre, was zu einem matten Erscheinungsbild führt. Ein Entfernen dieser Trübheit ist eine natürliche Abwertung. Jedes Mal, wenn Sie das Silber polieren, um die Mattheit zu entfernen, entfernen Sie auch etwas Silber; sie werten es also ab.

Die verbleibenden, noblen Metalle sind nicht zur praktischen Nutzung als Wertanlage geeignet. Nicht nur, weil sie schwer zu schmelzen und zu verarbeiten sind, sondern auch weil sie zu selten sind, um das Bedürfnis einer Wertanlage zu bedienen. Und sie sehen irgendwie alle hässlich aus. Denken Sie an Silber, aber ohne dessen Glanz. Ein trockenes Grau. Tatsächlich haben alle Metalle im Periodensystem der Elemente - mit Ausnahme von Kupfer und Gold - eine Farbvariation von Grau. Silber ist zumindest eine glänzende Variante von grau. Der Rest ist nur düster.


Damit bleibt uns Gold...

Die wunderschöne Farbe des Goldes ist nicht nur im Periodensystem einzigartig, sondern ändert sich auch nicht. Gold interagiert nicht mit den Bauernmetallen oder den anderen, noblen Metallen. Gold reagiert mit keinem anderen Element. Und letztlich wird Gold immer der König aller Metalle sein - und der König aller Währungen.

Jeder liebt Gold. Niemand träumt davon, die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen zu gewinnen. Gold ist es, was sie wollen! Es gibt tausende Analogien darüber, warum Gold König der Metalle ist; sie sind in unseren Geistern verankert, weitergegeben von Familien und Gesellschaften. Und es ist das einzige Metall, das seinen Zweck als beste Wertanlage erfüllt.


© Marin Katusa



Dieser Artikel wurde am 26. November 2020 auf www.internationalman.com veröffentlicht und in Auszügen exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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