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Defla X - Kein Ersatz für verlorene Geldmenge

29.11.2020  |  Christian Vartian
In einem Kreditgeldsystem vervielfältigt sich die verfügbare Geldmenge primär durch Geschäftsbanken, welche X Einlage hereinnehmen und damit, wenn die Wirtschaft brummt, ca. 9 X an Kredit vergeben. Die Primärgeldmenge, geschaffen durch die Notenbank, ist verglichen damit winzig. Nicht zu verwechseln sind, wenn der Staat Wirtschaft zusperrt, z.B. Umsatzersatzleistung durch den Staat von 70% mit einer Kompensation der verlorenen Geldmenge, denn:

Die 70% vom Umsatz sind nur ein Teilersatz.

Die Geldmengenschöpfung, die ein auf vollen Touren laufendes Hotel verursacht, beschränkt sich nicht nur auf den Umsatz. Ein auf vollen Touren laufendes Hotel investiert und expandiert, das sind Umsätze für Bau usw., das zieht Kreditgeldschöpfung nach sich, beim Hotel, bei der Baufirma, bei den Handwerkern usw. Das alles macht ein geschlossenes Hotel natürlich nicht, es versucht, mit den 70% Umsatzersatz unter Kostensenkung (in der Folge: negativen Impuls auf die Kreditgeldmenge) zu überleben, ausbauen wird es wohl nicht.

Um zu verstehen, warum Silber das hier in der abgelaufenen Woche veranstaltete:

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und Gold das hier:

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und der BitCoin das hier:

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und das nicht, weil sie irgendjemand "gedrückt" hätte, muß man eben die real existente Geldmengenwissenschaft verstehen. Zugesperrt wird immer mehr, geholfen zu wenig, aber der geschädigte Kreditgeldschöpfungsmultiplikator dabei völlig außer Acht gelassen:

• In den USA fehlen schon 2 Hilfspakete, das Nachtragspaket für das Frühjahr und ein neues für die neuen Schließungen,

• Der Primärgeldersatz der FED und der EZB reichen bei weitem nicht, um den zugesperrten Kreditgeldschöpfungsmultiplikator auszugleichen. Beide reden viel davon, dass sie das wüßten, rücken aber nicht im selben „jetzt sofort“ Tempo, in welchem die Politik Wirtschaft zusperrt, sofort mit zusätzlichen Milliarden heran und dadurch entsteht bisher ein Mengengap (Mengenlücke) schlimmer aber ein Time- GAP (Zeitlücke).

Lange geht das nicht mehr so weiter, das wird gefährlich!

Lassen Sie sich bitte nicht durch Thesen wie "Die Zentralbanken drucken wie verrückt" irre machen und fehlleiten. Wie alles, das gefährlich ist, ist auch diese Aussage grundsätzlich wahr, aber verkürzt schlicht eine Irreführung, denn der enorme Verlust an Kreditgeldmengenschöpfung ist viel höher und vor allem viel schneller.

Natürlich sollte es nicht so sein:

a) Basel 3 sollte nie die Kreditgeldschöpfung behindern,

b) 5% Wirtschaftswachstum sollte das Minimum sein,

c) Die Wirtschaft sollte von der Regierung nicht zugesperrt werden wegen Hygiene,

d) Und die dann zigfach höhere Kreditmultiplikatorgeldmenge wäre so hoch, dass die Zentralbanken auch gar keine Primiärgeldmenge schaffen sollten, die verfügbare Geldmenge wäre trotzdem höher als jetzt.

Aber es IST NICHT so. Und wenn es so nicht ist, ersetzt die Primärgeldschöpfung der Zentralbanken das, was an Kreditmultiplikatorgeldmenge ausfällt, nicht einmal annähernd. Dabei dann einäugig von "Drucken" zu sprechen, ist auswirkungsbeschreibungsverzerrend. Drucken ist es aber, es ist unzureichendes Ersatztdrucken um genau zu sein, es ist deflationsbremsend um genau zu sein, von inflationär bei diesen aktuellen Verhältnissen von Ersatz versus Entfall keine Spur.


© Mag. Christian Vartian
www.vartian-hardassetmacro.com



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