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Ziele erreicht - Ausverkauf bei Gold und Silber

30.11.2020  |  Markus Blaschzok
Im dünnen Feiertagshandel zum Ende der letzten Woche fiel der Goldpreis unter die Unterstützung bei 1.800 US-Dollar auf 1.774 US-Dollar, während sich der Silberpreis mit einem Tief bei 22,34 US-Dollar relativ stark zum Goldpreis zeigte. Das Mindestpreisziel bei 1.800 US-Dollar, das wir über 2.000 US-Dollar ausgerufen hatten, wurde damit erreicht, sowie das Ziel bei 280 Punkte für den HUI-Goldminenindex. Dieser zeigte sich am Freitag überraschend stark und konnte trotz des Preisrückgangs beim Gold ein leichtes Plus vorweisen.

Über Thanksgiving befinden sich in den USA alle Händler im Urlaub und kehren meist erst am Dienstag wieder an ihre Handelstische zurück, weshalb dieser Feiertag, sowie die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, zu den umsatzschwächsten Handelstagen des Jahres gehört. In diesem umsatzschwachen Umfeld war es für das Plunge Protection Team und die Notenbanken womöglich ein einfaches gewesen, einen Schlag gegen den Goldpreis durchzuführen.

Das alljährliche Thanksgiving-Fest erinnert an den Sieg der Marktwirtschaft über die Planwirtschaft, dessen Geschichte hierzulande vielen unbekannt ist. Meinen Artikel dazu aus dem letzten Jahr finden Sie hier: Thanksgiving - Sieg der Marktwirtschaft über die Planwirtschaft.

Der Dow Jones schloss erstmals über 30.000 Punkten und auch der Nasdaq Composite erreichte ein neues Allzeithoch. Die neuen Impfstoffe, die in Bälde zur Verfügung stehen sollen, schüren die Hoffnung auf eine weitere Erholung der Weltwirtschaft. Der Risikoappetit der Anleger steigt dadurch wieder, weshalb es zuletzt starke Abflüsse aus den physisch hinterlegten Gold-Produkten gab und der Aktienmarkt davon profitieren konnte.

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Aktienmärkte und Bitcoin auf Allzeithoch, während Edelmetalle und Minen noch in der Korrektur verharren


Der US-Dollar fiel vergangene Handelswoche deutlich unter 92 Punkte im USD-Index, was den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren entspricht. Das Protokoll der letzten Notenbanksitzung, das letzten Mittwoch veröffentlicht wurde, war unspektakulär. Am 16. Dezember gibt es bereits die nächste US-Notenbanksitzung, die neue Impulse für den Gold- und Silbermarkt bringen konnte. Bullisch war hingegen die Ankündigung Bidens, dass unter seiner Präsidentschaft Janett Yellen, die ehemalige taubenhafte Chefin der US-Notenbank, Finanzministerin werden soll.

Sie hatte in ihrer Funktion als Fed-Chefin gesagt, dass es während ihrer Lebenszeit zu keiner Finanzkrise mehr kommen würde und damit ihre ökonomische Inkompetenz bewiesen, wobei sie nun inmitten der größten Nachkriegs-Wirtschaftskrise Finanzministerin werden soll. Yellen hob während ihrer Amtszeit in einem konjunkturellen Wirtschaftsaufschwung und einem Aktienbullenmarkt nur einmal die Zinsen an und steht für eine ultralockere Geldpolitik, womit sie für die Demokraten, die dafür bekannt sind das Geld der Steuerzahler mit vollen Händen bedenkenlos auszugeben, die perfekte Wahl ist.

Der Euro, der aufgrund des schwachen US-Dollars auf einen Wechselkurs von fast 1,20 US-Dollar ansteigen konnte, befindet sich aktuell an seinem langfristigen Abwärtstrend. Sowohl die Fed als auch die EZB haben bereits Interventionen auf diesem Wechselkursniveau angekündigt, womit dies womöglich eine gute antizyklische Handelschance darstellt bzw. ein gutes Niveau, um das Portfolio gegen eine Abwertung des Euros abzusichern. Wir achten aktuell daher mit Argusaugen auf die Marke bei 1,20 US-Dollar zum Euro.

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Der Euro befindet sich am Abwärtstrend - werden die Notenbanken eingreifen?


Die US-Wahl ist bis dato noch nicht entschieden, doch man kann sich sicher sein, dass im kommenden Jahr neue Stimuli seitens der US-Regierung im Billionenrahmen verabschiedet werden. Diese Schulden werden direkt über die US-Notenbank Fed finanziert und so die Zinsen am Markt niedrig gehalten werden. Auch in Deutschland und Europa wird man sich auf neue Wirtschaftshilfen einigen und die Europäische Zentralbank als Käufer dieser Schulden am Markt auftreten bzw. Anreize schaffen, dass Geschäftsbanken diese Schuldtitel erwerben werden.

Die Fortsetzung der selbst induzierten Wirtschaftskrise in Deutschland ist auch der Politik bewusst, weshalb man vergangene Woche einen neuen Bundeshaushalt über 500 Mrd. Euro auf Pump verabschiedet hat, von dem 180 Mrd. Euro über Neuverschuldung am Kapitalmarkt finanziert werden. Dies ist jedoch nur ein Euphemismus der realen Situation, denn letztlich wird die EZB über weitere quantitative Lockerungen die Schulden entwerten.

Die Bundesrepublik hat in ihrer Geschichte noch nie nennenswert Schulden zurückgezahlt, sondern konnte sie die Schuldenquote zum BIP immer nur aufgrund der Inflation bzw. Entwertung der Währung senken, wobei die Ersparnisse der Bürger über diese verdeckte Steuer enteignet wurden.

Der Abwertungswettlauf geht weltweit weiter und der geplante Reset schreitet voran. Wir erwarten weitere QE-Maßnahmen in den kommenden Jahren und hohe Preissteigerungsraten selbst in den offiziellen Regierungsstatistiken. Wer in dieser Zeit seine Ersparnisse nicht an die Inflationssteuer verlieren will, der muss handeln und in den ultimativen sicheren Hafen des Goldes investieren.



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