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Die Zentralbanken geben dem Goldpreis Auftrieb

02.01.2021  |  Prof. Dr. Thorsten Polleit
Die Geldpolitik wird auch im kommenden Jahr ein entscheidender Faktor sein, der den Goldpreis in die Höhe treiben wird.

Das Weltfinanz- und -wirtschaftssystem steht zweifelsohne vor großen Veränderungen. Die politischen Reaktionen auf seine Ausbreitung verursachen tiefe Einschnitte in Wirtschaft und Gesellschaft: Die vielerorts verordneten Lockdowns kommen gravierenden Einschränkungen bürgerlicher und unternehmerischer Freiheiten gleich und sind damit sehr wahrscheinlich mit Strukturbrüchen in den Konjunkturverläufen sowie Diskontinuitäten in Industrien und Neubewertungen in den Finanzmarktgeschehen verbunden.

Besondere Bedeutung kommt natürlich der Geldpolitik zu. Die großen Zentralbanken der Welt haben die Geldschleusen weit geöffnet, um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu finanzieren, und dadurch einen gewaltigen "Geldmengenüberhang" geschaffen. Das spricht dafür, dass die Güterpreise - ob nun Konsumgüterund/ oder Vermögenspreise - weiter in die Höhe getrieben werden. Für Anleger ist der Kaufkraftverlust der Währungen längst real geworden - zumal die Zentralbanken die Zinsen auf extremen Tiefständen halten.

Ein Ausstieg aus der extrem expansiven Geldpolitik ist sehr unwahrscheinlich geworden. Die Zentralbanken finanzieren Staaten und Banken mit der elektronischen Notenpresse, und die niedrig gehaltenen Zinsen blähen die Preise für Bestandsvermögen - wie Aktien, Anleihen, Häuser, Grundstücke - auf. Eine Abkehr von diesem Kurs würde absehbar mit einer schweren Wirtschaftsund Finanzkrise verbunden sein - und wird daher vermutlich mit allen politischen Mitteln verhindert.


Gold ist eine Absicherung der Vermögenswerte

Vor diesem Hintergrund gewinnt das Ziel, das Portfolio gegen Verluste abzusichern, eine steigende Bedeutung im Zuge einer langfristig orientierten Kapitalanlage - und der Blick fällt unweigerlich auf das Gold. Das gelbe Metall wird für Industrieverwendungen, Schmuckerzeugung und für monetäre Zwecke nachgefragt. Gold ist dabei jedoch vor allem eines: Es ist das Grundgeld der Menschheit. Gold ist seit Jahrtausenden auf das Engste mit der Menschheitsgeschichte verbunden, wurde immer wieder als das "bessere Geld" gewählt.

Physisches Gold zeichnet sich vor allem durch zwei attraktive Eigenschaften aus. Erstens: Gold trägt - anders als Giro-, Termin- und Spareinlagen - kein Zahlungsausfallrisiko. Wer ein Guthaben bei einer Bank hält, geht - auch wenn es ihm vielleicht nicht immer bewusst ist - das Risiko ein, dass seine Bank nicht in der Lage ist, seinen Auszahlungswünschen nachzukommen, und dann ist das Guthaben verloren. Gold kann - salopp ausgedrückt - nicht durch Bankpleiten verloren gehen.

Zweitens: Die Kaufkraft des Goldes lässt sich zudem nicht willkürlich durch politische Machenschaften herabsetzen. Anders beim ungedeckten Geld: Es wird von Zentralbanken produziert, die als Zwangsmonopolisten in der Lage sind, die Geldmenge jederzeit in jeder beliebigen Menge auszuweiten und damit seinen Tauschwert zu beeinflussen. (Übrigens: Die Staaten haben das Gold ersetzt durch ihr eigens ungedecktes Geld, weil die Kaufkraft des Goldes sich nach politischen Motiven nicht verändern lässt!)

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Quelle: Refinitiv; Graphik Degussa.


Obwohl offiziell seit den frühen 1970er Jahren "demonetisiert" wurde, handelt das Gold nach wie vor "geldnah". Das lässt sich beispielsweise im Zuge von Krisen erkennen: In turbulenten Marktphasen erblicken Anleger im Gold einen "sicheren Hafen". Das treibt die Nachfrage und auch den Preis des Goldes in die Höhe.


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