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Jeff Thomas: Ist Kollektivismus unausweichlich?

27.12.2020
"Welche Partei auch gewinnen mag, Tyrannen und Populisten werden am wahrscheinlichsten an Ämter kommen."

Das obige Zitat mag Sie vielleicht zum Nicken bringen, da wir in der heutigen Welt nun einen zunehmenden Mangel an "demokratischen" Wahlmöglichkeiten beobachten können - "Wie man es auch macht, es ist verkehrt." Eine Wahl zwischen ähnlich unfähigen und sogar gefährlichen Kandidaten. Doch das Zitat stammt aus dem Jahr 1841 und von Abgeordneten Clinton Roosevelt, einem entfernten Cousin von Franklin Roosevelt.

Die Roosevelt-Familie nimmt einen wiederkehrenden und bösartigen Platz in der politischen Geschichte Amerikas ein. Andere Verwandte von Präsident Roosevelt umfassen nicht nur den offensichtlichen Theodore Roosevelt, sondern auch John Adams, John Quincy Adams und Martin Van Buren. Interessant ist jedoch, dass der Gedanke einer dominierenden Zentralregierung recht früh zum Fokus der Roosevelt-Familie wurde.

Bereits im Jahr 1791 wurde John Adams ein Mitglied von Alexander Hamiltons Föderalistenpartei, die föderalistisches Diktat anstatt individuelle Staatsrechte verfolgte. Dann, im Jahr 1841, Jahrzehnte vor der Publizierung von Karl Marx‘ "Das Kapital", schlug Clinton Roosevelt einen Plan für zentrale Wirtschaftsplanung und Kontrolle der Gesellschaft vor.

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Das Konzept umfasste eine totalitäre Regierung, in der Individualität Platz für Kollektivismus machen muss. Sie sollte von einer kleinen Elite-Gruppe angeführt werden, von der er - nicht überraschend - Teil sein würde. Roosevelt erkannte an, dass man die US-Konstitution an irgendeinem Punkt verwerfen müsse, damit dies effektiv sein könne.

Jahre später, im Jahr 1922, erschuf Benito Mussolini mit finanzieller Unterstützung von J.P. Morgan, einen korporatistischen/kollektivistischen Staat, der dem Plan von Clinton Roosevelt nahekam. Dann, im Jahr 1933, etablierte der neu gewählte Präsident Franklin Roosevelt die National Recovery Administration (NRA), die Ähnlichkeit mit dem Plan von 1841 hatte.

Zwei Jahre später erklärte der US Supreme Court einstimmig, dass die NRA verfassungswidrig sei. Unerschrocken ersetzte die Roosevelt-Regierung die NRA mit dem National Labor Relations Act (NLRA). Die Roosevelts argumentierten zugunsten des NLRA, dass die Great Depression durch Marktinstabilität verursacht worden sei, die nur durch Regierungseingreifen und Kontrolle durch eine zentralgeplante Wirtschaft korrigiert werden könne.

Historiker erzählen gerne die Geschichte von Jefferson und Madison, die Ende des 18. Jahrhunderts so stark für Freiheit argumentierten, dass die neuen Vereinigten Staaten angeblich als das freiste Land begannen, das jemals existierte. Diese Ansicht entspricht durchaus der Wahrheit, doch dabei übersehen wir eine nachfolgende Bemühung, die zur selben Zeit ebenfalls im Gange war.

Tatsächlich war das erste, präsidentielle Kabinett geteilt zwischen dem Gedanken der Jefferson’schen Freiheit und der Hamilton’schen Zentralplanung und Kontrolle. Auch wenn die USA zu einem leuchtenden Beispiel für Freiheit in der Welt wurden, so entspricht es nichtsdestotrotz der Wahrheit, dass der "böse Zwilling" der Freiheit zeitgleich aktiv war und sich entwickelte.

Es sollte demnach wenig überraschend sein, dass der Green New Deal in den heutigen USA der nächste Schritt im Geiste des NLRA ist. Tatsächlich bleiben die allgemeinen Ziele des Kollektivismus gleich, auch wenn sich die Details von Zeit zu Zeit verändern:
  • Herrschaft durch eine kleine Elite-Gruppe

  • Zentrale Kontrolle über Produktion oder zentraler Besitz von Produktion oder eine Kombination der beiden Aspekte

  • Zentrale Kontrolle der Erschaffung und der Verwaltung aller Währungseinheiten

  • Kontrolle der Bevölkerung durch einen Polizeistaat

  • Einschränken der Entscheidungsfreiheit und Reichtumserschaffung unter der Bevölkerung, um einen permanenten Zustand der Unterwerfung aufrechtzuerhalten

Wenn wir diese Einkaufsliste der Tyrannei betrachten, dann ist das nichts Neues. Es ist jedoch wahr, dass wir diese Aspekte allgemein nicht als eine zusammenhängende Liste sehen, sondern vielmehr als eine Ansammlung wage zusammenhängender Konzepte, die regulär auftauchen. Doch wenn wir uns Mühe geben, diese Aspekte als eine Liste für die Möchtegern-Elite anzusehen, dann erscheint das alles in einem neuen Licht.

Es wird uns klar, dass jedes dieser Ziele von Generation zu Generation so weit wie möglich vorangebracht wird - und so oft wie möglich. Im Verlaufe eines Jahrzehnts schreiten ein oder mehrere Stichpunkte voraus. In einem weiteren Jahrzehnt könnte eine andere Kombination der Punkte voranschreiten.

Und interessant ist, dass wir viele derselben Akteure wiederholt sehen. Bankenfamilien, wie die Morgans, unterstützen derartige Bemühungen weiter, sowohl in Amerika als auch in anderen Ländern. Familien wie die Rockefeller treiben den Plan Generation für Generation voran; hinzukommen neue Familien wie die Gates und Newsom.

Der Plan an sich verändert sich mit der Zeit nicht, wird jedoch noch komplexer. Die grundlegenden Ziele bleiben die gleichen, doch die Details werden an die Zeiten angepasst. In der Gegenwart erkennen wir ein Voranschreiten an allen Fronten. Europa und Nordamerika werden von einer nicht-gewählten Elite dominiert, die außerhalb des Rampenlichts operiert und politische Wahlen so umgeht. Auch wenn sich der Kollektivismus in all seinen Formen - Sozialismus, Kommunismus, Faschismus, etc. - als ein absoluter Fehler herausgestellt hat, wann immer er implementiert wurde, so hat er unter denjenigen, die niemals darunter gelebt haben, an Popularität gewonnen.

Das Auslöschen des Bargeldes soll sicherstellen, dass nur zentrale Regierungen Währungen erschaffen und kontrollieren können. Und wichtiger noch: Die Freiheit befindet sich unter Dauerbeschuss. Auf Angst basierte Propaganda macht die Mehrheit der Bevölkerung zu Schafen, die aus Reflex jede neue Beschränkung ihrer Freiheit akzeptieren; für das "Allgemeinwohl."


© Jeff Thomas



Dieser Artikel wurde am 21. Dezember 2020 auf www.internationalman.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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