Suche
 
Folgen Sie uns auf:

Gold vs Bitcoin & Tod des Geldes

31.12.2020  |  Egon von Greyerz
- Seite 3 -
Schauen wir uns einige davon an:
  • 1. Vermögensschutz darf nicht abhängig sein von Elektrizität, Internet oder Computern.
  • 2. Das betreffende Asset darf nicht zu hacken sein.
  • 3. Es darf nicht von "knackbaren" Codes abhängig sein.
  • 4. Es sollte nicht online gehandelt werden.

Diese vier Kriterien schließen also jede Form digitalen Geldes aber auch jeden anderen digitalen Vermögenswert aus.

Ich werde hier keine detaillierte Argumentation zu den oben genannten Kriterien liefern. Doch allen Investoren, die das sicherste Fundament für ihre Vermögenspyramide wollen aber auch die die bestmögliche Absicherung, dürften diese Kriterien einleuchten.

Der ultimative Vermögensschutz muss Folgendes sein (wie mein guter Freund Simon Mikhailovich sagt):
  • unabhängig
  • selten
  • dauerhaft

Die oben genannten Punkte 1-4 definieren, teilweise, Unabhängigkeit. Doch noch wichtiger in diesem Zusammenhang ist, dass physisches Gold das Finanzsystem nicht braucht. Besonders dann nicht, wenn das System, wie heute, vollkommen dysfunktional ist.

Bitcoin ist hinsichtlich der Kriterien 1-4 jedoch keinesfalls unabhängig.

Gold ist auf jeden Fall selten. Die historische Produktionsmenge liegt bei 190.000 Tonnen (11 Bill. $). Und fast alles davon existiert auch heute noch. Jedes Jahr kommen durch laufende Bergbauproduktion 1,5% hinzu.

Nur 43.000 Tonnen (oder 2,6 Bill. $) werden davon zu Investitionszwecken genutzt. Das entspricht 0,5% der globalen Finanzanlagen - ein verschwindend geringer Anteil. Eine Sache haben Gold und Bitcoin also gemeinsam - sie sind beide selten.

In einer Hinsicht ist physisches Gold jeder anderen Finanzanlage überlegen - und zwar hinsichtlich der Dauerhaftigkeit.

Seit 5.000 Jahren ist Gold Geld; und es ist das einzige Geld, das im Verlauf der Geschichte in seiner ursprünglichen Form überlebt hat.

Und schon sind wir wieder bei der Geschichte. Wenn nur eine einzige Währung 5.000 Jahre überlebt hat, so ist das ein deutlicher Beweis dafür, dass sie die richtigen Eigenschaften hat. Wer nun behauptet, dass Bitcoin oder andere Kryptowährungen schon nach 11 Jahren die vorherrschende Rolle von Gold übernehmen könnten, der dürfte seine Aussage wohl einige Jahrtausende zu früh gemacht haben.

Krypto- oder digitale Währungen sind derartig junge Entwicklungen, dass es im Verlauf der Zeit - falls sie überleben - hunderte oder tausende Variationen geben wird. Dauerhaftigkeit ist also sehr unwahrscheinlich.

Das Risiko bei Digitalwährungen (ob nun Bitcoin oder von Zentralbanken stammende) ist, dass sie innerhalb einer Millisekunde verschwinden können. Alles mögliche - von EMP-Angriffen (elektromagnetische Impulse) bis Quantencomputer - kann dafür sorgen, dass diese Geldform ganz einfach verschwindet.


Chinesische Quantencomputer 100 Billionen Mal schneller

Die Chinesen haben gerade einen Quantencomputer entwickelt, der 100 Billionen Mal schneller ist als derzeitige Computer. Er ist damit 10 Milliarden Mal schneller als der Computer, an dem Google arbeitet. Das Risiko, dass die Chinesen große Teile des globalen Internets und des digitalen Finanzsystems hacken oder zerstören, muss daher als ziemlich hoch gelten.


Gold darf nicht in ETF gehalten werden

Gold-ETF sind ein sehr risikanter Weg für Goldinvestitionen. Viele von ihnen verfügen nicht über das Gold. Bitte lesen Sie dazu meinen Artikel „ACHTUNG: GOLD-ETF OHNE GOLDEIGENTUM“.

Ronan Manly von Bullion Star schrieb gerade über Twitter von besorgniserregenden Entwicklungen im größten Gold-ETF, GLD. Ronan zufolge, verließ der Chief Financial Officer des GLD einen Tag vor Ende des Geschäftsjahres am 29. September 2020 seinen Posten. Wenn der Finanzchef in kritischen Zeiten seinen Posten verlässt, ist das nie ein gutes Zeichen.

Zudem wurden Daten über die bei der Bank of England gehaltenen Goldbestände ausgelassen. Und schließlich haben die Wirtschaftsprüfer von KPMG Bedenken wegen eines "kritischen Prüfungsgegenstands" angemeldet; die Bedenken beziehen sich auf die Existenz von GLD-Goldbeständen, welche bei GLD-Unterdepotstellen gehalten werden.

Mein Rat ist also nach wie vor derselbe: Gold-ETF haben nichts mit Vermögenssicherung zu tun und sollten gemieden werden.


Physisches Gold - Historisch bewährte Form des Vermögensschutzes

Meine Position ist seit 20 Jahren unverändert geblieben: Gold sollte allein in physischer Form, im direkten Eigentum und außerhalb des Bankensystems gehalten werden, zudem sollte es direkt zugänglich sein.

Das ist die einzig wahre und historisch bewährte Form des Vermögensschutzes und somit entscheidend in einer Zeit, in der die Überlebensfähigkeit des Finanzsystems einem sehr harten Test unterzogen wird.


Online-Seminar

Am 17. Dezember habe ich mit meinen befreundeten MAM-Beratern Grant Williams und Ronni Stöferle ein Online-Seminar durchgeführt, in dem es u.a. um die 2021 zu erwartenden Spannungen ging. Die Aufnahme finden Sie HIER.


© Egon von Greyerz
Matterhorn Asset Management AG



Dieser Artikel wurde am 16. Dezember 2020 auf www.goldswitzerland.com veröffentlicht.


Bewerten 
A A A
PDF Versenden Drucken

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bild- oder Filmrechte liegen beim Autor/Quelle bzw. bei der vom ihm benannten Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt eines Autors spiegelt generell nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers wieder. Mittels der Veröffentlichung will dieser lediglich ein pluralistisches Meinungsbild darstellen. Direkte oder indirekte Aussagen in einem Beitrag stellen keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Wir wehren uns gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde. Beachten Sie bitte auch unsere AGB/Disclaimer!




Alle Angaben ohne Gewähr! Copyright © by GoldSeiten.de 1999-2021.
Die Reproduktion, Modifikation oder Verwendung der Inhalte ganz oder teilweise ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt!

"Wir weisen Sie ausdrücklich auf unser virtuelles Hausrecht hin!"