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Das Jahr des Greifarms - Die dritte Seite

14.01.2021  |  John Mauldin
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Die anfängliche Verteilung war fast überall recht langsam, doch ich denke, dass die logistischen Probleme gelöst werden und die Leute Vertrauen gewinnen, dass die Nebeneffekte minimal sind. Außerdem werden wir Verbesserungen verzeichnen können, lange bevor die "Herdenimmunität" erreicht wurde. Der Schutz der anfälligsten Gruppen wird den Druck auf die Krankenhäuser reduzieren und es den Regierungen hoffentlich erlauben, die Einschränkungen zu lockern. Vor der zweiten Jahreshälfte erwarte ich keinerlei Normalität, doch bereits zuvor sollten wir einen Unterschied wahrnehmen können.

Zweitens wird das kürzlich verabschiedete Rettungspaket den arbeitslosen Arbeitern und Kleinunternehmen etwas Erleichterung verschaffen. Der Vorgang war unschön und dauerte viel zu lange. Ich empfinde eine gewisse Abneigung, doch wäre das Paket nicht verabschiedet worden, hätten wir uns Anfang 2021 sicher auf eine Double-Dip-Rezession vorbereiten können.

Da die Demokraten nun den Senat kontrollieren, können wir uns wahrscheinlich auf weitere Zahlungen vorbereiten, zumindest eine Erhöhung auf die 2.000 Dollar, die viele wollten. Dies wird die bereits hohen Staatsschulden weiter erhöhen, sollte jedoch die Verbraucherausgaben ankurbeln; wie wir im letzten Jahr mit ähnlichen Zahlungen beobachten konnten. Und wenn die Impfstoffe ihren Beitrag leisten, dann sollten die Leute diesmal stärker dazu angehalten sein, das Geld in den Restaurant-, Entertainment- und Touristensektoren auszugeben. Wahrscheinlich wird es ebenfalls zu einem großen Infrastrukturpaket sowie zusätzlichen Stimuli kommen. Das wird jeden Gedanken an eine Haushaltsgrenze zerstören. Seufz.

Drittens war 2020 (notwendigerweise) ein Jahr der Innovation in der Wirtschaft. Unternehmen, die in eine "passe dich an oder stirb" Position gedrängt wurden, arbeiteten hart daran, sich anzupassen. Eine verstörend hohe Zahl schaffte dies nicht, doch viele fanden kreative Wege, unter neuen Einschränkungen zu operieren. Die Gewinne dieser gemachten Investitionen können nun eingefahren werden.

Ich habe letzte Woche mit Richard Fisher gesprochen, dem ehemaligen Vorsitzenden der Dallas Fed, der im Board der PepsiCo sitzt. Er meinte, dass Verbrauchergutunternehmen wie PEP aufgrund COVID-19 ihre Innovation, Produktivität und Markenpositionierung in den vergangenen neun Monaten beschleunigt haben, was andernfalls wohl fünf Jahre oder länger gedauert hätte.

Das betrifft nicht nur Verbrauchergutunternehmen. Eine enorme Menge Innovationen entstand in einer Vielzahl von Geschäften und Industrien. Hunderte Teams brillanter Wissenschaftler fokussierten sich auf ein einziges Problem. Die unglaublichen Entdeckungen, die sie machten, und das Wissen, dass sie entwickelt haben, wird in einer Vielzahl verschiedener Felder verwendet werden. Wir befänden uns in einer schlimmeren Position, wenn es nicht die harte Arbeit von Millionen Menschen gegeben hätte.

Viertens sollte sich die US-Handelspolitik dieses Jahr zum Besseren verändern. Präsident Trumps Zölle - meiner Meinung nach einer seiner größten Fehler - werden nicht sofort verschwinden, doch hoffentlich wird die Biden-Regierung einen differenzierteren und fokussierteren Ansatz einnehmen und die Zölle abschaffen. Sie sind ein Angriff auf die amerikanischen Verbraucher und vor allem die Walmart-Nation.

Der zukünftige Präsident meint zumindest, dass er weiterhin eine harte Position gegenüber Chinas unfairen Praktiken einnehmen wird. Das sollte er. Doch ich denke, dass er bewusster dabei sein wird, den Kollateralschaden für unsere eigene Nation zu minimieren und die USA zurück in Organisationen wie die WTO bringen wird. Das wird wichtig sein, während wir versuchen, die Weltwirtschaft 2021 wieder auf die Beine zu bringen.

Anmerkung: Ich bin ein unmissverständlicher Befürworter von echtem, freiem Handel. Doch ich erkennen ebenfalls an, dass wir den Arbeitern helfen müssen, die im Kreuzfeuer gelandet sind. Die Vorteile des freien Handels können nicht nur einem kleinen Teil des Landes zustehen. Sie müssen weitreichend geteilt werden, selbst wenn dies für einige Arbeiter über bestimmte Zeit Regierungsunterstützung voraussetzt. Das sind also einige Gründe, warum wir hoffnungsvoll ins Jahr 2021 blicken sollten. Doch erinnern Sie sich: Wir haben drei Hände.


Vier Herausforderungen

Dieses Jahr wird mit Herausforderungen einhergehen - einige, die wir nicht vorhersehen werden. Doch ich kann zumindest vier identifizieren. Erstens: Die Pandemie verändert bestimmte Teile der Wirtschaft permanent. Ich beginne mit dem Teil, der für mich am bekanntesten ist: Geschäftsreisen. Diese fanden im letzten Frühling ein jähes Ende. Fluglinien, Hotels, etc. haben sich seitdem etwas erholt, sind jedoch noch nicht zur Normalität zurückgekehrt und sind auch noch nicht sonderlich profitabel. Sie halten sich einfach über Wasser.

Das Problem ist, dass ihre besten Kunden nun gelernt haben, sich nun auf deutlich weniger Reisen zu verlassen. Ich freue mich wieder darauf, fliegen zu können, auch wenn ich bezweifle, dass viele von uns das so oft tun werden wie früher. Ich erwarte nicht, dass große Veranstaltungen vor Ende 2021 stattfinden werden. Und darüber hinaus erwarte ich, dass sie kleiner ausfallen werden. Das sind schlechte Nachrichten für die Branchen und Städte wie Las Vegas, die von derartigen Dingen abhängen.

Zweitens: Diese Veränderungen werden sich durch die Wirtschaft ziehen. Wenn ein Restaurant oder Hotel schließt, leiden auch dessen Arbeiter, Lieferanten und Vermieter. Die Auswirkungen auf kommerzielle Immobilien haben gerade erst begonnen, werden jedoch gigantisch sein. Die Wirtschaft nach der Pandemie wird weniger Einkaufszentren, Einkaufsstraßen, Hotels und Bürogebäude brauchen. Zeitgleich wird es eine höhere Nachfrage nach Warenhäusern und Lieferinfrastruktur geben. Das wird in Ordnung gebracht werden, wird aber Zeit brauchen. Und es wird Verlierer geben.


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